Abgren­zung zwi­schen Arbeits­lohn und Geschenk

Die Fra­ge, ob Zuwen­dun­gen eines Drit­ten an einen Steu­er­pflich­ti­gen auch dann als Ein­künf­te i.S. von § 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG zu beur­tei­len sind, wenn der Zuwen­den­de in aus­drück­li­cher Form dem Zuwen­dungs­emp­fän­ger mit­teilt, dass es sich bei der Zuwen­dung um eine frei­wil­li­ge, nicht mehr mit dem Arbeits­ver­hält­nis im Zusam­men­hang ste­hen­de und der Schen­kungsteu­er unter­lie­gen­de Zuwen­dung han­delt, ist durch die Ent­schei­dung des Bun­des­fi­nanz­hofs vom 28. Febru­ar 2013 [1] hin­rei­chend geklärt.

Abgren­zung zwi­schen Arbeits­lohn und Geschenk

Danach sind die per­sön­li­chen Auf­fas­sun­gen und Ein­schät­zun­gen der an der Zuwen­dung Betei­lig­ten, wonach die Zah­lung nicht im Zusam­men­hang mit dem Arbeits­ver­hält­nis ste­he, son­dern unab­hän­gig davon eine eigen­stän­di­ge Schen­kung dar­stel­le, uner­heb­lich. Denn auf die sub­jek­ti­ve Ein­schät­zung der Betei­lig­ten kommt es nicht an. Ent­schei­dend sind viel­mehr die vor­ge­fun­de­nen objek­ti­ven Tat­um­stän­de, die vom Finanz­ge­richt eigen­stän­dig zu wür­di­gen sind.

Eine dop­pel­te Erfas­sung bzw. Besteue­rung des glei­chen Rechts­vor­gangs als frei­ge­bi­ge Zuwen­dung (§ 7 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG) und Arbeits­lohn (§ 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG) schließt sich aus, da die Zuwen­dung des Arbeit­ge­bers bzw. eines Drit­ten ent­we­der als Gegen­leis­tung für die Arbeits­leis­tung des Arbeit­neh­mers und damit der Ent­loh­nung dient oder als Geschenk zu wer­ten ist [2].

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 6. Dezem­ber 2013 – VI B 89/​13

  1. BFH, Urteil vom 28.02.2013 – VI R 58/​11, BFHE 240, 345, BStBl II 2013, 642[]
  2. Pflü­ger in Herrmann/​Heuer/​Raupach, § 19 EStG Rz 197[]