Arbeit­neh­mer-Tele­fon-Sex

Eine Tele­fo­nis­tin, die ihre Gesprä­che im Call-Cen­ter eines Tele­fon­sex-Unter­neh­mens führt, ist auch dann Arbeit­neh­me­rin (und damit steu­er­lich nicht­selb­stän­dig) tätig, wenn sie als "freie Mit­ar­bei­te­rin" beschäf­tigt wird und ihr weder Kran­ken- oder Urlaubs­geld noch sons­ti­ge Sozi­al­leis­tun­gen gewährt wer­den. Mit die­ser Begrün­dung hob das Finanz­ge­richt Köln jetzt einen gegen die Tele­fo­nis­tin ergan­ge­nen Gewer­be­steu­er­mess­be­scheid auf, weil die Klä­ge­rin aus ihrer Tätig­keit in dem Call­Cen­ter kei­ne gewerb­li­chen Ein­künf­te, son­dern Ein­künf­te aus nicht­selb­stän­di­ger Tätig­keit erziel­te.

Arbeit­neh­mer-Tele­fon-Sex

Das Finanz­ge­richt nahm dabei eine Gesamt­ab­wä­gung der für und gegen eine Selb­stän­dig­keit spre­chen­den Umstän­de vor. Es stütz­te die Annah­me einer nicht­selb­stän­di­gen Beschäf­ti­gung ins­be­son­de­re dar­auf, dass die Klä­ge­rin hin­sicht­lich Arbeits­zeit, Arbeits­ort und Inhalt ihrer Tätig­keit ? arbeit­neh­mer­ty­pisch – wei­sungs­ge­bun­den war und kein nen­nens­wer­tes Unter­neh­mens­ri­si­ko trug.

Finanz­ge­richt Köln,Urteil vom 19. Janu­ar 2007 – 10 K 2841/​05