Aus­län­di­sche Models

Bei Ein­künf­ten aus nicht­selb­stän­di­ger Arbeit wird die Ein­kom­men­steu­er durch Abzug vom Arbeits­lohn erho­ben (Lohn­steu­er), soweit der Arbeits­lohn von einem inlän­di­schen Arbeit­ge­ber gezahlt wird. Das trifft grund­sätz­lich auch auf Arbeit­neh­mer zu, die im Inland weder einen Wohn­sitz noch ihren gewöhn­li­chen Auf­ent­halt haben (sog. beschränkt Steu­er­pflich­ti­ge), soweit die Arbeit im Inland aus­ge­übt wird. Die Fra­ge, ob jemand eine Tätig­keit selb­stän­dig oder nicht­selb­stän­dig aus­übt, ist anhand einer Viel­zahl in Betracht kom­men­der Merk­ma­le nach dem Gesamt­bild der Ver­hält­nis­se zu beur­tei­len.

Aus­län­di­sche Models

Der Bun­des­fi­nanz­hof hat jetzt ent­schie­den, dass aus­län­di­sche Models (Foto­mo­del­le), die zur Pro­duk­ti­on von Wer­be­fil­men kurz­fris­tig im Inland einer Beschäf­ti­gung nach­ge­hen, selb­stän­dig tätig sein kön­nen mit der Fol­ge, dass die ihnen aus­ge­zahl­ten Gagen nicht dem Lohn­steu­er­ab­zug unter­lie­gen.

Im Streit­fall ver­pflich­te­te die Klä­ge­rin, die Wer­be­fil­me pro­du­ziert, in grö­ße­rem Umfang aus­län­di­sche Models, die durch Agen­tu­ren ver­tre­ten wur­den. Die Dreh­zeit der Wer­be­fil­me bean­spruch­te einen Zeit­raum von ein bis drei Tagen. Die Beschäf­ti­gung der aus­ge­wähl­ten Models bei der Klä­ge­rin beschränk­te sich regel­mä­ßig auf nur einen Wer­be­spot. Die Klä­ge­rin unter­warf die Gagen nicht dem Lohn­steu­er­ab­zug. Das Finanz­amt nahm die Klä­ge­rin des­halb in Haf­tung.

Das Finanz­ge­richt gab der Klä­ge­rin Recht und wur­de dar­in nun­mehr vom BFH bestä­tigt. Für den BFH war maß­geb­lich, dass die Models nur jeweils äußerst kurz­fris­tig für die Klä­ge­rin tätig waren. Bei einer zeit­lich nur kur­zen Berüh­rung mit dem Betrieb des Auf­trag­ge­bers ist die Arbeit­nehmer­ei­gen­schaft des Auf­trag­neh­mers regel­mä­ßig eher zu ver­nei­nen als zu beja­hen.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 14. Juni 2007 – VI R 5/​06