Der Golf­club­bei­trag für den ange­stell­ten Geschäfts­füh­rer

Die Über­nah­me der Bei­trä­ge für die Mit­glied­schaft eines ange­stell­ten GmbH-Geschäfts­füh­rers in einem Golf­club führt zu Arbeits­lohn, auch wenn eine sol­che Mit­glied­schaft dem Beruf för­der­lich ist.

Der Golf­club­bei­trag für den ange­stell­ten Geschäfts­füh­rer

Die Mit­glied­schaft in einem Sport-, Gesel­lig­keits- oder Frei­zeit­ver­ein betrifft die pri­va­te Sphä­re des Arbeit­neh­mers. Dies gilt auch dann, wenn eine sol­che Mit­glied­schaft dem Beruf för­der­lich ist, weil sich auf die­sem Weg Kon­tak­te mit (zukünf­ti­gen) Kun­den des Arbeit­ge­bers anknüp­fen oder vor­han­de­ne Geschäfts­be­zie­hun­gen inten­si­vie­ren las­sen. Ein sol­cher beruf­li­cher Bezug lässt sich vom pri­va­ten Bereich nicht tren­nen, da er oft­mals eine Fol­ge­wir­kung von pri­va­ten Kon­tak­ten (gemein­sa­me Unter­hal­tung, gemein­sa­mer Ver­zehr, sport­li­che Betä­ti­gun­gen im Ver­ein) ist oder weil sich aus vor­han­de­nen geschäft­li­chen Bezie­hun­gen pri­va­te Freund­schaf­ten durch eine gemein­sa­me Mit­glied­schaft in Ver­ei­nen ent­wi­ckeln kön­nen, und zwar auch dann, wenn sich der Arbeit­neh­mer –wie im Streit­fall– sport­lich nicht betä­tigt oder bei­spiels­wei­se man­gels Platz­rei­fe nicht betä­ti­gen kann. Damit kommt auch eine Auf­tei­lung der ange­fal­le­nen Auf­wen­dun­gen ent­spre­chend einem beruf­li­chen bzw. pri­va­ten Anteil der Ver­an­las­sungs­bei­trä­ge nicht in Betracht. Grei­fen –wie hier– die –für sich gese­hen jeweils nicht unbe­deu­ten­den– beruf­li­chen und pri­va­ten Ver­an­las­sungs­bei­trä­ge so inein­an­der, dass eine Tren­nung nicht mög­lich ist, fehlt es also an objek­ti­vier­ba­ren Kri­te­ri­en für eine Auf­tei­lung, so kommt ein Abzug der Auf­wen­dun­gen ins­ge­samt nicht in Betracht 1.

Ersetzt daher die GmbH ihrem ange­stell­ten Geschäfts­füh­rer Bei­trä­ge (u.Ä.) für des­sen Mit­glied­schaft im Golf­club, so wen­det sie ihm Vor­tei­le im Hin­blick auf das Arbeits­ver­hält­nis zu, die als Arbeits­lohn zu qua­li­fi­zie­ren sind. Dar­an ändert –jeden­falls im Streit­fall– der Umstand nichts, dass A auf­grund einer dienst­li­chen Wei­sung dem Ver­ein bei­getre­ten ist und dort im Inter­es­se sei­ner Arbeit­ge­be­rin Kun­den gewin­nen soll­te. Anders könn­te die Rechts­la­ge allen­falls dann sein, wenn eine auf­ge­dräng­te Berei­che­rung vor­liegt, die GmbH ihrem Geschäfts­füh­rer den Bei­tritt zum Golf­club der­art auf­ge­drängt hät­te, dass er sich dem nicht hät­te ent­zie­hen kön­nen, ohne Nach­tei­le in Kauf zu neh­men. Dies wur­de im vor­lie­gen­den Fall aller­dings von der GmbH nicht vor­ge­tra­gen und das Finanz­ge­richt hat sol­che Umstän­de auch nicht fest­ge­stellt; sol­che Umstän­de wer­den auch regel­mä­ßig nicht gege­ben sein 2.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 21. März 2013 – VI R 31/​10

  1. vgl. BFH, Beschluss vom 21.09.2009 – GrS 1/​06, BFHE 227, 1, BSt­Bl II 2010, 672, m.w.N.[]
  2. vgl. BFH, Urteil vom 15.05.1992 – VI R 106/​88, BFHE 168, 532, BSt­Bl II 1993, 840[]