Die falsch über­tra­ge­nen Lohn­steu­er­da­ten

Das Finanz­amt darf elek­tro­nisch falsch über­tra­ge­ne Lohn­steu­er­da­ten nach­träg­lich berich­ti­gen.

Die falsch über­tra­ge­nen Lohn­steu­er­da­ten

Die unge­prüf­te Über­nah­me von der Höhe nach unzu­tref­fen­dem Arbeits­lohn, den der Arbeit­ge­ber auf elek­tro­ni­schem Wege nach § 41b EStG an das für den Arbeit­neh­mer zustän­di­ge Finanz­amt über­sen­det, ist nach einer aktu­el­len Ent­schei­dung des Finanz­ge­richts Müns­ter eine "offen­ba­re Unrich­tig­keit" und berech­tigt das Finanz­amt zur spä­te­ren Berich­ti­gung der Steu­er­fest­set­zung gegen­über dem Arbeit­neh­mer nach § 129 AO.

Im hier vom Finanz­ge­richt Müns­ter ent­schie­de­nen Streit­fall füg­ten die Klä­ger ihrer Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung Lohn­steu­er­be­schei­ni­gun­gen ihrer Arbeit­ge­ber bei, aus denen sich die – zutref­fen­de – Höhe ihres Arbeits­lohns ergab. Den erklär­ten Arbeits­lohn leg­te das beklag­te Finanz­amt der Steu­er­fest­set­zung aller­dings nicht zu Grun­de, son­dern ori­en­tier­te sich ohne inhalt­li­che Über­prü­fung an den – zu nied­ri­gen – Wer­ten, die der Arbeit­ge­ber der Klä­ger im Wege des elek­tro­ni­schen Daten­aus­tauschs nach § 41b EStG an das Finanz­amt über­mit­telt hat­te.

Nach­dem das Finanz­amt sei­nen Irr­tum bemerkt hat­te, berich­tig­te es die Steu­er­fest­set­zung zu Las­ten der Klä­ger wegen "offen­ba­rer Unrich­tig­kei­ten" nach § 129 AO – zu Recht, wie das Finanz­ge­richt Müns­ter befand. Die unge­prüf­te Über­nah­me der inhalt­lich feh­ler­haft über­mit­tel­ten Daten des Arbeit­ge­bers sei ein rein mecha­ni­scher Feh­ler. Ein – die Anwen­dung des § 129 AO aus­schlie­ßen­der – Rechts­irr­tum lie­ge nicht vor. Aus der Steu­er­erklä­rung sei nicht ersicht­lich, dass der Ver­an­la­gungs­sach­be­ar­bei­ter bewusst von den erklär­ten Anga­ben der Klä­ger habe abwei­chen wol­len.

Finanz­ge­richt Müns­ter, Urteil vom 24. Febru­ar 2011 – 11 K 4239/​07 E