Ein­kom­mens­zu­fluss bei Akti­en­op­ti­ons­pro­gram­men

Der Bun­des­fi­nanz­hof hat in einem heu­te ver­öf­fent­lich­ten Urteil ent­schie­den, dass eine vom Arbeit­ge­ber dem Arbeit­neh­mer ein­ge­räum­te Akti­en­kauf­op­ti­on nicht bereits den Zufluss eines geld­wer­ten Vor­teils bewirkt son­dern erst der ver­güns­tig­te Erwerb von Akti­en. Dies gilt unab­hän­gig davon, ob das Opti­ons­recht han­del­bar oder nicht han­del­bar ist.

Ein­kom­mens­zu­fluss bei Akti­en­op­ti­ons­pro­gram­men

Im Streit­fall nahm der Klä­ger als Arbeit­neh­mer an einem Akti­en­kauf­op­ti­ons­pro­gramm sei­nes Unter­neh­mens teil. Er erhielt von sei­nem Arbeit­ge­ber Akti­en­kauf­op­tio­nen, die ihn zum ver­bil­lig­ten Erwerb von Akti­en berech­tig­ten. Das Finanz­amt ermit­tel­te den Zufluss des geld­wer­ten Vor­teils im Zeit­punkt der Umwand­lung des Opti­ons­rechts in Akti­en. Dage­gen woll­te der Klä­ger eine Besteue­rung im Zeit­punkt der Ein­räu­mung des Opti­ons­rechts errei­chen.

Der BFH ging (in Über­ein­stim­mung mit der Vor­in­stanz) vom Zufluss des geld­wer­ten Vor­teils erst im Zeit­punkt des ver­güns­tig­ten Akti­en­er­werbs aus. Das Opti­ons­recht eröff­ne dem Arbeit­neh­mer nur die Chan­ce, am wirt­schaft­li­chen Erfolg des Unter­neh­mens teil­zu­neh­men. Erst durch die Umwand­lung wer­de ein geld­wer­ter Vor­teil auch rea­li­siert. Dies gel­te glei­cher­ma­ßen für han­del­ba­re wie für nicht han­del­ba­re Akti­en­op­ti­ons­rech­te. Eine Besteue­rung im Zeit­punkt der Ein­räu­mung des Rechts (Anfangs­be­steue­rung) kom­me nur in Betracht, wenn der Arbeit­ge­ber sich Opti­ons­rech­te am Markt gegen­über einem Drit­ten ver­schaf­fe, denn dann habe sich der geld­wer­te Vor­teil bereits bei Ein­räu­mung des Rechts rea­li­siert. Dann ste­he näm­lich dem Arbeit­neh­mer mit der Ein­räu­mung des Rechts ein selb­stän­di­ger Anspruch gegen­über einem Drit­ten zu. Maß­geb­lich für die Bewer­tung des geld­wer­ten Vor­teils sei aller­dings nicht – wie von der Vor­in­stanz ange­nom­men – der Kurs­wert der Aktie zum Zeit­punkt der Über­las­sung son­dern der Wert der Aktie bei Ein­bu­chung in das Depot.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 20. Novem­ber 2008 – VI R 25/​05