Elek­tro­ni­schen Lohn­steu­er­kar­te – eine unend­li­che Geschich­te

Die Steu­er­ab­tei­lungs­lei­ter der obers­ten Finanz­be­hör­den des Bun­des und der Län­der haben am Diens­tag, den 29. Novem­ber 2011 ent­schie­den, dass sich der Start­ter­min des neu­en Ver­fah­rens der elek­tro­ni­schen Lohn­steu­er­ab­zugs­merk­ma­le (ELS­tAM) "auf­grund uner­war­te­ter tech­ni­scher Schwie­rig­kei­ten" erneut ver­schiebt. Neu­er Start­ter­min soll nun der 1. Janu­ar 2013 sein.

Elek­tro­ni­schen Lohn­steu­er­kar­te – eine unend­li­che Geschich­te

Wie geht's wei­ter in 2012?

Für das Kalen­der­jahr 2012 gilt daher wie bereits für 2011, dass die Lohn­steu­er­kar­te 2010 sowie eine vom Finanz­amt aus­ge­stell­te Beschei­ni­gung für den Lohn­steu­er­ab­zug 2011 (sog. Ersatz­be­schei­ni­gung 2011) und die dar­auf ein­ge­tra­ge­nen Lohn­steu­er­ab­zugs­merk­ma­le (Steu­er­klas­se, Zahl der Kin­der­frei­be­trä­ge, Frei­be­trag, Hin­zu­rech­nungs­be­trag, Reli­gi­ons­merk­mal, Fak­tor) wei­ter­hin gül­tig blei­ben. Die dort ent­hal­te­nen Daten sind auch bei der Berech­nung der Lohn­steu­er im Jahr 2012 zugrun­de zu legen.

Wer­den sich die auf der Lohn­steu­er­kar­te 2010 bzw. der Ersatz­be­schei­ni­gung 2011 ein­ge­tra­ge­nen Lohn­steu­er­ab­zugs­merk­ma­le des Arbeit­neh­mers im Jahr 2012 nicht ändern, müs­sen Arbeit­neh­mer und Arbeit­ge­ber nichts Wei­te­res ver­an­las­sen. Die dem Arbeit­ge­ber vor­lie­gen­den Lohn­steu­er­ab­zugs­merk­ma­le gel­ten fort.

Wich­tig: Der Arbeit­ge­ber darf die Lohn­steu­er­kar­te 2010 bzw. die Ersatz­be­schei­ni­gung 2011 im Über­gangs­zeit­raum nicht ver­nich­ten und hat sie dem Arbeit­neh­mer bei Been­di­gung des Arbeits­ver­hält­nis­ses im Über­gangs­zeit­raum 2012 zur Vor­la­ge bei einem neu­en Arbeit­ge­ber aus­zu­hän­di­gen. Inso­weit besteht eine Auf­be­wah­rungs­pflicht für die Lohn­steu­er­kar­te 2010 bzw. die Ersatz­be­schei­ni­gung 2011.

Ände­run­gen in den steu­er­li­chen Ver­hält­nis­sen?

Wei­chen die auf der Lohn­steu­er­kar­te 2010 bzw. der Ersatz­be­schei­ni­gung 2011 ein­ge­tra­ge­nen Lohn­steu­er­ab­zugs­merk­ma­le von den tat­säch­li­chen Ver­hält­nis­sen zu Beginn des Jah­res 2012 ab, etwa bei einem Wech­sel der Lohn­steu­er­klas­se oder einer Ände­rung bei der Zahl der Kin­der­frei­be­trä­ge, so kann der Arbeit­neh­mer dem Arbeit­ge­ber des ers­ten Dienst­ver­hält­nis­ses die im Über­gangs­zeit­raum 2012 anzu­wen­den­den Lohn­steu­er­ab­zugs­merk­ma­le aus Ver­ein­fa­chungs­grün­den auch anhand fol­gen­der amt­li­cher Beschei­ni­gun­gen nach­wei­sen:

  • Mit­tei­lungs­schrei­ben des Finanz­amts zur „Infor­ma­ti­on über die erst­mals elek­tro­nisch gespei­cher­ten Daten für den Lohn­steu­er­ab­zug (Elek­tro­ni­sche Lohn­steu­er­ab­zugs­merk­ma­le)“ oder
  • Aus­druck des Finanz­amts mit den ab dem 1. Janu­ar 2012 gespei­cher­ten elek­tro­ni­schen Lohn­steu­er­ab­zugs­merk­ma­len.

Das Mit­tei­lungs­schrei­ben und der Aus­druck des Finanz­amts sind für den Arbeit­ge­ber jedoch nur dann maß­ge­bend, wenn ihm gleich­zei­tig die Lohn­steu­er­kar­te 2010 bzw. die Ersatz­be­schei­ni­gung 2011 für das ers­te Dienst­ver­hält­nis des Arbeit­ge­bers vor­liegt (Steu­er­klas­sen I bis V). Legt der Arbeit­neh­mer das Mit­tei­lungs­schrei­ben oder den Aus­druck des Finanz­amts dem Arbeit­ge­ber vor, sind allein die dar­in aus­ge­wie­se­nen Lohn­steu­er­ab­zugs­merk­ma­le für den Lohn­steu­er­ab­zug maß­ge­bend.

Die­se ver­ein­fach­te Nach­weis­mög­lich­keit besteht auch dann, wenn der Arbeit­neh­mer im Kalen­der­jahr 2012 in ein neu­es ers­tes Dienst­ver­hält­nis wech­selt. Allein eine Mit­tei­lung des Arbeit­neh­mers, wei­ter­hin gül­ti­ge Lohn­steu­er­ab­zugs­merk­ma­le für das Kalen­der­jahr 2012 zu sei­nen Unguns­ten zu ändern ("Ände­rung auf Zuruf"), reicht zur Anwen­dung für den Lohn­steu­er­ab­zug durch den Arbeit­ge­ber nicht aus.

Falls die Anga­ben in dem Mit­tei­lungs­schrei­ben nicht zutref­fend sind, kann der Arbeit­neh­mer beim Finanz­amt eine Ände­rung bean­tra­gen. Der Nach­weis der gül­ti­gen Lohn­steu­er­ab­zugs­merk­ma­le kann dann gegen­über dem Arbeit­ge­ber durch den vom Finanz­amt auf Antrag zu fer­ti­gen­den Aus­druck der ab dem Jahr 2012 gül­ti­gen ELS­tAM geführt wer­den.

Falls der Arbeit­neh­mer erst­mals für 2012 eine Ände­rung der Lohn­steu­er­ab­zugs­merk­ma­le (Steu­er­klas­se, Zahl der Kin­der­frei­be­trä­ge, Frei­be­trag, Hin­zu­rech­nungs­be­trag, Reli­gi­ons­merk­mal, Fak­tor) bean­tragt, kann der Nach­weis der gül­ti­gen Lohn­steu­er­ab­zugs­merk­ma­le gegen­über dem Arbeit­ge­ber eben­falls durch den vom Finanz­amt auf Antrag zu fer­ti­gen­den Aus­druck der ab dem Jahr 2012 gül­ti­gen ELS­tAM geführt wer­den.

Kei­ne Lohn­steu­er­kar­te vor­han­den?

Arbeit­neh­mer ohne Lohn­steu­er­kar­te 2010 oder Ersatz­be­schei­ni­gung 2011, die im Über­gangs­zeit­raum 2012 (erst­mals) ein Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis auf­neh­men, müs­sen beim Finanz­amt eine „Beschei­ni­gung für den Lohn­steu­er­ab­zug 2012“ bean­tra­gen. Die­se Beschei­ni­gung ist dem Arbeit­ge­ber vor­zu­le­gen.