Fach­kraft oder Aus­hilfs­kraft?

Für Aus­hilfs­kräf­te in einem Betrieb der Land- und Forst­wirt­schaft darf die Lohn­steu­er nach § 40a Abs. 3 EStG in Höhe von der­zeit 5% pau­scha­lie­ren. Für Fach­kräf­te besteht die­se Mög­lich­keit dage­gen nicht. Doch wann wird eine Fach­kraft und wann nur eine Aus­hilfs­kraft beschäf­tigt? Hier­zu stellt der Bun­des­fi­nanz­hof nun fest:

Fach­kraft oder Aus­hilfs­kraft?
  1. Ein Arbeit­neh­mer, der die Fer­tig­kei­ten für eine land- oder forst­wirt­schaft­li­che Tätig­keit im Rah­men einer Berufs­aus­bil­dung erlernt hat, gehört zu den Fach­kräf­ten, ohne dass es dar­auf ankommt, ob die durch­ge­führ­ten Arbei­ten den Ein­satz einer Fach­kraft erfor­dern.
  2. Hat ein Arbeit­neh­mer die erfor­der­li­chen Fer­tig­kei­ten nicht im Rah­men einer Berufs­aus­bil­dung erwor­ben, gehört er nur dann zu den land- und forst­wirt­schaft­li­chen Fach­kräf­ten, wenn er anstel­le einer Fach­kraft ein­ge­setzt ist.

    Ein Arbeit­neh­mer ist in der Land­wirt­schaft daher nur dann Aus­hilfs­kraft, wenn er weder eine fach­spe­zi­fi­sche Aus­bil­dung hat noch anstel­le einer Fach­kraft beschäf­tigt wird!

    Ein Arbeit­neh­mer wird nach Ansicht des BFH bereits dann anstel­le einer land- und forst­wirt­schaft­li­chen Fach­kraft ein­ge­setzt, wenn mehr als 25% der zu beur­tei­len­den Tätig­keit Fach­kraft-Kennt­nis­se erfor­dern.

    Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 25. Okto­ber 2005 – VI R 77/​02