Feh­ler­haf­te Lohn­steu­er­be­schei­ni­gun­gen für 2010

Feh­ler­haft aus­ge­stell­te Lohn­steu­er­be­schei­ni­gun­gen des Jah­res 2010 wer­den bei der Ein­kom­men­steu­er­ver­an­la­gung ”maschi­nell erkannt“, ver­si­chert die Bun­des­re­gie­rung in ihrer Ant­wort auf eine Klei­ne Anfra­ge im Deut­schen Bun­des­tag. Im Regel­fall wer­de daher kei­ne Mehr­be­las­tung ent­ste­hen.

Feh­ler­haf­te Lohn­steu­er­be­schei­ni­gun­gen für 2010

Das Pro­blem betrifft frei­wil­lig kran­ken­ver­si­cher­te Arbeit­neh­mer: Ende 2010/​Anfang 2011 – und damit über ein Jahr nach Ver­öf­fent­li­chung des Aus­stel­lungs­schrei­bens zur Lohn­steu­er­be­schei­ni­gung 2010 vom 26. August 20091 – wur­de dem Bun­des­mi­nis­te­ri­um der Finan­zen von ver­schie­de­nen Anbie­tern von Lohn­ab­rech­nungs­soft­ware mit­ge­teilt, dass bei frei­wil­lig gesetz­lich ver­si­cher­ten Arbeit­neh­mern, bei denen der Arbeit­ge­ber die Bei­trä­ge über­weist (sog. Fir­men­zah­ler), nur die um die steu­er­frei­en Arbeit­ge­ber­zu­schüs­se gemin­der­ten Bei­trä­ge zur gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung oder zur sozia­len Pfle­ge­ver­si­che­rung in den Zei­len 25 und 26 beschei­nigt wur­den. Rich­tig ist aber, dass Arbeit­ge­ber­zu­schüs­se beim Aus­weis in der Lohn­steu­er­be­schei­ni­gung nicht von den Arbeit­neh­mer­bei­trä­gen abzu­zie­hen, son­dern geson­dert unter Num­mer 24 der Lohn­steu­er­be­schei­ni­gung zu beschei­ni­gen sind.

Auf den bereits aus­ge­stell­ten Lohn­steu­er­be­schei­ni­gun­gen waren mit­hin zunächst bei frei­wil­lig kran­ken­ver­si­cher­ten Arbeit­neh­mern, bei denen der Arbeit­ge­ber die Bei­trä­ge über­weist, zu gerin­ge Bei­trä­ge aus­ge­wie­sen wor­den. Da die­se Bei­trä­ge sich steu­er­lich aus­wir­ken, hät­ten Mehr­be­las­tun­gen ent­ste­hen kön­nen. Bei einem ledi­gen Arbeit­neh­mer hät­te die maxi­ma­le steu­er­li­che Mehr­be­las­tung rund 1.560 € betra­gen kön­nen.

Wie die Bun­des­re­gie­rung in ihrer Ant­wort mit­teilt, sind 1,7 Mil­lio­nen Arbeit­neh­mer frei­wil­li­ge Mit­glie­der der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung. Arbeit­neh­mer müs­sen nicht befürch­ten, dass die Anga­be gekürz­ter Bei­trä­ge zu Nach­tei­len im Rah­men einer Ver­an­la­gung zur Ein­kom­men­steu­er führt, schreibt die Regie­rung, emp­fiehlt aber gleich­zei­tig, dass die betrof­fe­nen Arbeit­neh­mer prü­fen, ob im Steu­er­be­scheid die tat­säch­lich geleis­te­ten Bei­trä­ge zur gesetz­li­chen Kran­ken- und sozia­len Pfle­ge­ver­si­che­rung zutref­fend berück­sich­tigt wur­den. Dies gel­te beson­ders für Arbeit­neh­mer, die ihre Steu­er­erklä­rung schon abge­ge­ben hät­ten.

Unter der Vor­aus­set­zung, dass die feh­ler­haf­te Lohn­steu­er­be­schei­ni­gung bei der Ver­an­la­gung zur Ein­kom­men­steu­er zugrun­de gelegt wür­de, könn­te eine steu­er­li­che Mehr­be­las­tung ent­ste­hen. Die Mehr­be­las­tung wür­de in ers­ter Linie vom per­sön­li­chen Steu­er­satz abhän­gen. Bei einem ledi­gen Arbeit­neh­mer könn­te die maxi­ma­le steu­er­li­che Mehr­be­las­tung rund 1 560 Euro betra­gen (ent­spricht dem Unter­schieds­be­trag beim Son­der­aus­ga­ben­ab­zug von rund 3 522 € mul­ti­pli­ziert mit dem Spit­zen­steu­er­satz von 42% zuzüg­lich Soli­da­ri­täts­zu­schlag von 5,5%).

Die Fehl­ein­tra­gun­gen betref­fen nur die Lohn­steu­er­be­schei­ni­gun­gen, nicht aber die Lohn­steu­er­be­rech­nun­gen. Die Fäl­le mit feh­ler­haf­ter Lohn­steu­er­be­schei­ni­gung 2010 wer­den bei der Ein­kom­men­steu­er­ver­an­la­gung maschi­nell erkannt, so dass im Regel­fall kei­ne Mehr­be­las­tung ent­ste­hen kann. Die Fäl­le kön­nen anhand von Ver­hält­nis­rech­nun­gen zu ein­ge­tra­ge­nen­Wer­ten in der Lohn­steu­er­be­schei­ni­gung sowie unter Ein­be­zie­hung bestimm­ter Kenn­zah­len der Anla­geVor­sor­ge­auf­wand“ erkannt wer­den. Die über­wie­gen­de Zahl der danach erkann­ten Fäl­le kann auto­ma­ti­ons­tech­nisch so gerech­net wer­den, dass die Berück­sich­ti­gung der Basis­kran­ken- und gesetz­li­chen Pfle­ge­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge im Rah­men des Son­der­aus­ga­ben­ab­zugs zu einem zutref­fen­den Ergeb­nis führt. Nur in einer gerin­gen Anzahl der betref­fen­den Fäl­le muss der Bear­bei­ter ggf. per­so­nell die kor­rek­ten Wer­te ermit­teln.

Soweit eine ent­spre­chen­de maschi­nel­le Kor­rek­tur vor­ge­nom­men wur­de, wird dies auf dem Ein­kom­men­steu­er­be­scheid in den "Erläu­te­run­gen" ver­merkt.

  1. BSt­Bl. I S. 902 []