Geld­wer­ter Vor­teil für einen Jah­res­wa­gen

Wie ist der geld­wer­te Vor­tei­le (§ 8 EStG) für ein Jah­res­wa­gen­ra­bat­te zu bewer­ten, die der Arbeit­neh­mer von sei­nem Arbeit­ge­ber erhält? Mit die­ser Fra­ge hat­te sich jetzt wegen eines Nicht­an­wen­dungs­er­las­ses des Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums das Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf zu befas­sen.

Geld­wer­ter Vor­teil für einen Jah­res­wa­gen

Das Ein­spruchs­ver­fah­ren beim Finanz­amt ruh­te meh­re­re Jah­re wegen eines beim BFH anhän­gi­gen Ver­fah­rens. Der BFH hat dann im Sep­tem­ber 2006 1 die Rechts­fra­ge, ob der geld­wer­te Vor­teil nach § 8 Abs. 2 EStG oder § 8 Abs. 3 EStG zu bewer­ten ist, ent­schie­den. Danach ist Grund­norm § 8 Abs. 2 EStG. Die­se Norm erfas­se die Rabat­te des Arbeit­ge­bers erst dann als geld­wer­ten Vor­teil, wenn der Preis unter­schrit­ten wer­de, der für das glei­che Pro­dukt am Markt von frem­den Drit­ten zu ent­rich­ten sei. Ver­gleichs­preis sei dabei grund­sätz­lich der güns­tigs­te Preis am Markt. Abwei­chend hier­von gehe § 8 Abs. 3 EStG als Spe­zi­al­norm grund­sätz­lich von einem unab­hän­gig von Rabatt­ge­wäh­run­gen anzu­ge­ben­den bzw. aus­zu­zeich­nen­den Ver­gleichs­preis aus, wobei die Vor­schrift des­we­gen ten­den­zi­ell begüns­ti­gen­den Cha­rak­ter habe, weil noch ein Bewer­tungs­ab­schlag von 4 v.H. und ein Rabatt­frei­be­trag abge­zo­gen wer­den kön­ne. Die­ser Vor­teil sei aber schnell auf­ge­braucht, wenn der aus­zu­zeich­nen­de Preis und der güns­tigs­te Preis am Markt so stark von­ein­an­der abwei­chen, dass trotz des Bewer­tungs­ab­schlags und des Rabatt­frei­be­trags ein geld­wer­ter Vor­teil erfasst wer­de, der nach dem Maß­stab der Grund­norm tat­säch­lich gar nicht vor­lie­ge. In die­sem Fall habe der Arbeit­neh­mer jeden­falls im Rah­men sei­ner Ver­an­la­gung die Wahl, die Höhe des geld­wer­ten Vor­teils ent­we­der nach der Rege­lung des § 8 Abs. 2 EStG ohne Bewer­tungs­ab­schlag und Rabatt­frei­be­trag, oder nach § 8 Abs. 3 EStG zu bewer­ten.

Die Finanz­ver­wal­tung wen­det die­se Ent­schei­dung des BFH jedoch auf­grund eines sog. Nicht­an­wen­dungs­er­las­ses 2 nicht an. Das Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf folg­te indes der Recht­spre­chung des BFH und gab der Kla­ge statt. Wegen grund­sätz­li­cher Bedeu­tung ließ es die Revi­si­on zu.

Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf, Urteil vom 30. April 2009 – 15 K 4357/​08 E

  1. BFH, Urteil vom 5. Sep­tem­ber 2006 – VI R 41/​02, BSt­Bl II 2007, 309[]
  2. BMF, Schrei­ben vom 28. März 2007, BSt­Bl. I 2007, 464[]