Jah­res­wa­gen­ra­batt

Wie ist der geld­wer­te Vor­teil zu bewer­ten, wenn der Arbeit­ge­ber sei­nen Arbeit­neh­mern eige­ne Pro­duk­te ver­bil­ligt über­lässt? Mit die­ser Fra­ge hat­te sich jetzt der Bun­des­fi­nanz­hof in einem Fall zu befas­sen, in dem die Arbeit­neh­mer ver­bil­lig­te Auto­mo­bi­le ihres Arbeit­ge­bers erwer­ben konn­ten.

Jah­res­wa­gen­ra­batt

Ein sol­cher geld­wer­ter Vor­teil ist als Arbeits­lohn vom Arbeit­neh­mer zu ver­steu­ern. Für die Berech­nung des geld­wer­ten Vor­teils aus der ver­bil­lig­ten Über­las­sung von Pro­duk­ten des Arbeit­ge­bers gibt es zwei Metho­den, zwi­schen denen der Arbeit­neh­mer nach dem Urteil des BFH grund­sätz­lich wäh­len darf.

Aus­gangs­be­trag der Bewer­tung nach § 8 Abs. 2 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (EStG) ist grund­sätz­lich der güns­tigs­te Preis am Markt, also der um markt­üb­li­che Preis­nach­läs­se gemin­der­te End­preis. Die ande­re Bewer­tungs­me­tho­de (§ 8 Abs. 3 EStG) geht von dem Preis aus, zu dem die betref­fen­de Ware frem­den Letzt­ver­brau­chern im all­ge­mei­nen Geschäfts­ver­kehr ange­bo­ten wird, also grund­sätz­lich der vor Gewäh­rung von Preis­nach­läs­sen aus­zu­zeich­nen­de Preis. Die­ser Wert ist ggf. höher, als der nach der ers­ten Metho­de ermit­tel­te Betrag. Von ihm sind aber ein Bewer­tungs­ab­schlag in Höhe von 4 % des Ange­bots­prei­ses und ein Rabatt-frei­be­trag von bis zu 1 080 ? abzu­zie­hen.

Unter­schied­li­che Wer­te kön­nen sich auch des­halb erge­ben, weil im ers­ten Fall auf den Markt­preis am Ort der Ver­schaf­fung des Pro­dukts abzu­stel­len ist, im zwei­ten Fall aber die Ver­hält­nis­se eines ein­heit­li­chen Abga­be­orts maß­ge­bend sind, an wel­chem der Arbeit­ge­ber oder der näch­stan­säs­si­ge Abneh­mer die betref­fen­den Pro­duk­te im all­ge­mei­nen Geschäfts­ver­kehr anbie­tet. Das kann bei­spiels­wei­se der Sitz des Arbeit­ge­bers sein, wenn dort zen­tral über die Höhe des Per­so­nal­ra­batts ent­schie­den wird.

Erhält ein Arbeit­neh­mer ver­bil­ligt Waren (z.B. Jah­res­wa­gen), die sein Arbeit­ge­ber her­stellt oder ver­treibt, kann die Höhe des geld­wer­ten Vor­teils nach der Rege­lung des § 8 Abs. 2 EStG ohne Bewer­tungs­ab­schlag und Rabatt­frei­be­trag, oder mit die­sen nach der des § 8 Abs. 3 EStG ermit­telt wer­den.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 5. Sep­tem­ber 2006 – VI R 41/​02