Kos­ten einer Aus­lands­rei­se

Der Bun­des­fi­nanz­hof hat ent­schie­den, dass die Kos­ten einer vom Arbeit­ge­ber bezahl­ten Aus­lands­rei­se als sog. gemischt ver­an­lass­te Sach­zu­wen­dung grund­sätz­lich auf­ge­teilt wer­den kön­nen.

Kos­ten einer Aus­lands­rei­se

Im Streit­fall führ­te die Klä­ge­rin in Por­tu­gal eine mehr­tä­gi­ge Außen­dienst­ta­gung durch. An den Vor­mit­ta­gen fan­den Fach­ver­an­stal­tun­gen statt. Nach­mit­tags stan­den neben einer Außen­dienst-Betriebs­ver­samm­lung ver­schie­de­ne Frei­zeit­ver­an­stal­tun­gen auf dem Pro­gramm. Das Finanz­amt sah die der Klä­ge­rin anläss­lich der Außen­dienst­ta­gung ent­stan­de­nen Auf­wen­dun­gen als Arbeits­lohn der Außen­dienst-Mit­ar­bei­ter an. Das Finanz­ge­richt wies die Kla­ge unter Hin­weis auf die bis­he­ri­ge Recht­spre­chung des BFH ab. Man­gels eines geeig­ne­ten Maß­stabs zur Auf­tei­lung der mit der Außen­dienst­ta­gung ver­bun­de­nen Kos­ten in sol­che mit und sol­che ohne Ent­loh­nungs­cha­rak­ter sei die Rei­se ein­heit­lich als Zuwen­dung eines geld­wer­ten Vor­teils zu beur­tei­len.

Auf die Revi­si­on der Klä­ge­rin hat der BFH sei­ne Recht­spre­chung nun aber fort­ent­wi­ckelt: Bei gemischt ver­an­lass­ten Rei­sen sind für die Auf­tei­lung zunächst die Kos­ten­be­stand­tei­le der Rei­se abzu­tren­nen, die sich leicht und ein­deu­tig dem betriebs­funk­tio­na­len Bereich und dem Bereich, der sich als Ent­loh­nung dar­stellt, zuord­nen las­sen. Die danach ver­blei­ben­den Kos­ten sind grund­sätz­lich im Wege sach­ge­rech­ter Schät­zung auf­zu­tei­len. Als Auf­tei­lungs­maß­stab ist dabei in der Regel das Ver­hält­nis der Zeit­an­tei­le her­an­zu­zie­hen, in dem Rei­se-Bestand­tei­le mit Ent­loh­nungs­cha­rak­ter zu den aus betriebs­funk­tio­na­len Grün­den durch­ge­führ­ten Rei­se-Bestand­tei­len ste­hen.

Nach die­sen Grund­sät­zen kam der BFH im Fal­le der Außen­dienst­ta­gung zu dem Ergeb­nis, dass die Rei­se gemischt ver­an­lasst war, weil sie sowohl Ele­men­te einer Dienst­rei­se als auch einer sog. Incen­ti­ve-Rei­se beinhal­te­te. Für die nach Abtren­nung der leicht und ein­deu­tig dem Ent­loh­nungs- bzw. dem betriebs­funk­tio­na­len Bereich zuzu­ord­nen­den Kos­ten­be­stand­tei­le ver­blei­ben­den Kos­ten gelang­te der BFH unter Berück­sich­ti­gung der jewei­li­gen Zeit­an­tei­le zu einer Auf­tei­lung von 50/​50.

BFH, Urteil vom 18.08.2005 VI R 32/​03