Lohn­steu­er­haf­tung einer aus­län­di­schen Gesell­schaft

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs ist die der Haf­tung nach § 42d Abs. 1 Nr. 1 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes zugrun­de geleg­te Lohn­steu­er auch dann nach der Steu­er­klas­se – VI zu bemes­sen, wenn weder eine Lohn­steu­er­kar­te vor­ge­legt wor­den ist noch der Arbeit­ge­ber über­haupt eine Lohn­ver­steue­rung vor­ge­nom­men hat 1. An die­ser Recht­spre­chung hält der Bun­des­fi­nanz­hof fest.

Lohn­steu­er­haf­tung einer aus­län­di­schen Gesell­schaft

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs ist geklärt, dass das Finanz­amt berech­tigt ist, Prü­fungs­an­ord­nun­gen an eine nach aus­län­di­schem Recht gegrün­de­te Kapi­tal­ge­sell­schaft unter dem Namen und in der Form zu rich­ten, die sie sich selbst im Geschäfts­ver­kehr bei­misst 2. Nach Auf­fas­sung des Bun­des­fi­nanz­hofs gilt für einen Haf­tungs­be­scheid nichts Ande­res. Maß­geb­lich ist im Hin­blick auf das Bestimmt­heits­er­for­der­nis des § 119 der Abga­ben­ord­nung, dass sich aus dem Bescheid ergibt, gegen wen er sich rich­tet. Für die Wirk­sam­keit des Bescheids ist es dage­gen nicht erfor­der­lich, dass es sich um den rich­ti­gen Steu­er- bzw. Haf­tungs­schuld­ner han­delt. Ledig­lich die Adres­sie­rung eines Abga­be­be­scheids an einen nicht exis­tie­ren­den Abga­be­schuld­ner macht den Bescheid regel­mä­ßig nich­tig 3.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 18.09.2012 – - VI B 9/​12

  1. BFH, Ent­schei­dun­gen vom 12.01.2001 – VI R 102/​98, BFHE 194, 372, BSt­Bl II 2003, 151; vom 29.07.2009 – VI B 99/​08, BFH/​NV 2009, 1809[]
  2. BFH, Beschluss vom 23.09.2009 – - I B 95/​09, BFH/​NV 2010, 233[]
  3. Klein/​Brockmeyer/​Ratschow, AO, 11. Aufl., § 119 Rz 20[]