Lohn­steu­er­kar­te 2010

Die Mel­de­be­hör­den der Gemein­den wer­den letzt­mals für das Kalen­der­jahr 2010 Lohn­steu­er­kar­ten aus­stel­len (§ 39e Absatz 9 Satz 2 EStG), ab 2011 wird das bis­he­ri­ge Lohn­steu­er­kar­ten­ver­fah­ren durch die Ein­füh­rung der elek­tro­ni­schen Lohn­steu­er­ab­zugs­merk­ma­le im Ver­fah­ren „Els­ter­Lohn II“ abge­löst.

Lohn­steu­er­kar­te 2010

Für die damit letz­te Lohn­steu­er­kar­te 2010 hat das Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­um jetzt gemäß § 51 Absatz 4 Nr. 1 EStG das Mus­ter bestimmt, dem die Lohn­steu­er­kar­ten zu ent­spre­chen haben.

Der Kar­ton für die Lohn­steu­er­kar­ten muss mit Tin­te beschreib­bar sein, soll ein Gewicht von 140 g/​qm haben und ein Was­ser­zei­chen ent­hal­ten. Die Kar­ton­far­be ist gelb. Das For­mat für die Lohn­steu­er­kar­te ist wie bis­her ein Blatt DIN A 5 (148 x 210 mm)


Aus­stel­lungs­ver­fah­ren

Für die Aus­stel­lung der Lohn­steu­er­kar­ten 2010 sind die Vor­schrif­ten des § 39 EStG sowie die Anord­nun­gen in R 39.1 der Lohn­steu­er-Richt­li­ni­en (LStR 2008) maß­ge­bend. Ergän­zend gilt Fol­gen­des:


Beschei­ni­gung der Steu­er­klas­se:

Die Beschei­ni­gung der Lohn­steu­er­klas­se rich­tet sich nach § 38b EStG.


Beschei­ni­gung der Merk­ma­le für den Kir­chen­steu­er­ab­zug:

Das Kir­chen­steu­er­merk­mal für den Ehe­gat­ten ist nur bei kon­fes­si­ons­ver­schie­de­nen Ehe­leu­ten ein­zu­tra­gen, bei kon­fes­si­ons­glei­chen und bei glau­bens­ver­schie­de­nen Ehe­leu­ten ist das Kir­chen­steu­er­merk­mal des Ehe­gat­ten nicht zu beschei­ni­gen. Aus der Nicht­ein­tra­gung des Kir­chen­steu­er­merk­mals für den Ehe­gat­ten kann nicht geschlos­sen wer­den, dass der Ehe­gat­te kei­ner zur Erhe­bung von Kir­chen­steu­er berech­tig­ten Reli­gi­ons­ge­mein­schaft ange­hört.

Die Ent­schei­dung über die per­sön­li­che Kir­chen­steu­er­pflicht ist Sache der Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten. Zwei­fel, die sich aus den Anga­ben hin­sicht­lich der recht­li­chen Zuge­hö­rig­keit eines Arbeit­neh­mers zu einer zur Erhe­bung von Kir­chen­steu­er berech­tig­ten Reli­gi­ons­ge­mein­schaft erge­ben soll­ten, müs­sen im Ein­ver­neh­men mit den Kir­chen­be­hör­den besei­tigt wer­den.

Auf Antrag ist den Kir­chen­be­hör­den die Mög­lich­keit zu einer Prü­fung der Anga­ben über die Zuge­hö­rig­keit zu einer Reli­gi­ons­ge­mein­schaft zu geben. Die Art und Wei­se der Prü­fung rich­tet sich nach den ört­li­chen Ver­hält­nis­sen.


Ein­tra­gung der Iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer:

Auf der Lohn­steu­er­kar­te 2010 ist von den Gemein­den in dem dafür vor­ge­se­he­nen Feld die elf­stel­li­ge Iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer des Arbeit­neh­mers ein­zu­tra­gen (§§ 39 Absatz 3 Nr. 3, 39e Absatz 9 Satz 3 EStG).


Ein­tra­gung des Gemein­de­schlüs­sels:

Ver­än­de­run­gen des acht­stel­li­gen amt­li­chen Gemein­de­schlüs­sels (AGS) sind nicht zuläs­sig. Die Ein­tra­gung ist in dem dafür vor­ge­se­he­nen Feld vor­zu­neh­men.


Aus­stel­lung von Lohn­steu­er­kar­ten bei Neben­woh­nung:

Die Gemein­de, in deren Bezirk der Arbeit­neh­mer oder bei ver­hei­ra­te­ten Arbeit­neh­mern der älte­re Ehe­gat­te für eine Neben­woh­nung gemel­det ist, darf für die­sen kei­ne Lohn­steu­er­kar­te aus­stel­len.


Ver­sen­dung der Lohn­steu­er­kar­ten:

Die Lohn­steu­er­kar­ten sind in einer ver­schlos­se­nen Brie­f­um­hül­lung zu über­mit­teln. Die Lohn­steu­er­kar­ten von Ehe­gat­ten sind getrennt zuzu­stel­len. Wer­be­zet­tel oder Pro­spek­te irgend­wel­cher Art dür­fen den Lohn­steu­er­kar­ten nicht bei­gefügt wer­den. Auf den Brie­f­um­hül­lun­gen darf kein Hin­weis auf den Inhalt gedruckt sein. Die Lohn­steu­er­kar­ten und die Brie­f­um­hül­lun­gen dür­fen auch nicht ander­wei­tig zu Wer­be­zwe­cken ver­wen­det wer­den.


Sicher­heits­maß­nah­men:

Nach R 39.1 Absatz 11 LStR 2008 ist ein Rest­be­stand an Lohn­steu­er­kar­ten­vor­dru­cken unver­züg­lich nach Ablauf des Jah­res 2010 zu ver­nich­ten.

Von die­ser Anwei­sung sind die Lohn­steu­er­kar­ten­vor­dru­cke aus­ge­nom­men, die – durch Stem­pel­auf­druck oder Per­fo­ra­ti­on klar und deut­lich als „Mus­ter“ gekenn­zeich­net – archi­viert wer­den, um durch einen Ver­gleich nach 2010 auf­tau­chen­de Fäl­schun­gen von Lohn­steu­er­kar­ten fest­stel­len zu kön­nen. Es bestehen des­halb kei­ne Beden­ken, wenn ein­zel­ne Exem­pla­re die­ser Mus­ter auch mit dem beim all­ge­mei­nen Aus­stel­lungs­ver­fah­ren übli­chen Auf­druck ver­se­hen wer­den.


Bun­des­mi­nis­te­ri­um der Finan­zen, Schrei­ben vom 27. Juli 2009 – IV C 5 – S 2363/​07/​0001 [2009/​0223042]