Lohn­zu­fluss im Rah­men eines Vor­stands­be­tei­li­gungs­mo­dells

Die ver­bil­lig­te Über­las­sung von Akti­en an Vor­stands­mit­glie­der einer Akti­en­ge­sell­schaft kann einen geld­wer­ten Vor­teil dar­stel­len und zu Arbeits­lohn füh­ren, wenn sich der Vor­teil nicht als not­wen­di­ge Begleit­erschei­nung einer betriebs­funk­tio­na­len Ziel­set­zung erweist, son­dern dem Vor­stands­mit­glied "für" sei­ne Arbeits­leis­tung gewährt wird.

Lohn­zu­fluss im Rah­men eines Vor­stands­be­tei­li­gungs­mo­dells

Aus dem Wort­laut des § 11 Abs. 2 BewG folgt nicht, dass der gemei­ne Wert nicht­no­tier­ter Antei­le an Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten nur aus Ver­käu­fen außer­halb des Bör­sen­han­dels abge­lei­tet wer­den kann. Nicht­no­tier­te Akti­en einer AG kön­nen viel­mehr auch auf der Grund­la­ge des Bör­sen­kur­ses der zum Bör­sen­han­del zuge­las­se­nen, gat­tungs­glei­chen Akti­en der­sel­ben Gesell­schaft bewer­tet wer­den. Der Bör­sen­kurs muss sich jedoch nach dem Ver­mö­gen und nach den Ertrags­aus­sich­ten der Akti­en­ge­sell­schaft aus­rich­ten und darf nicht wesent­lich von ande­ren Umstän­den beein­flusst sein, um als Ver­kaufs­preis für die Wert­fin­dung der nicht bör­sen­fä­hi­gen Akti­en her­an­ge­zo­gen wer­den zu kön­nen.

Finanz­ge­richt Ham­burg, Urteil vom 18. Novem­ber 2009 – 6 K 127/​07