Tele­fon­in­ter­viewe­rin­nen sind Arbeit­neh­mer

Markt­for­schungs­un­ter­neh­men kön­nen auch dann ver­pflich­tet sein, für ihre Tele­fon­in­ter­view­er Lohn­steu­er anzu­mel­den und abzu­füh­ren, wenn bezüg­lich der Inter­view­tä­tig­keit eine "freie Mit­ar­beit als Hono­rar­kraft" ver­ein­bart wur­de. Mit die­ser Ent­schei­dung bestä­tig­te das Finanz­ge­richt Köln jetzt im Wesent­li­chen die Recht­mä­ßig­keit eines Haf­tungs­be­scheids, mit dem das Finanz­amt das Unter­neh­men u.a. für meh­re­re hun­dert­tau­send Euro Lohn­steu­er in Haf­tung nahm. Der Senat stütz­te die Annah­me einer lohn­steu­er­pflich­ti­gen, nicht­selb­stän­di­gen Beschäf­ti­gung im Streit­fall ins­be­son­de­re dar­auf, dass die Inter­view­er starr an den von der ein­ge­setz­ten Soft­ware vor­ge­ge­be­nen Fra­gen­ka­ta­log gebun­den waren und sich über den Inhalt und Ablauf des Kern­be­reichs ihrer Tätig­keit kei­ne Gedan­ken mehr machen muss­ten. Außer­dem tru­gen die Inter­view­er nach Auf­fas­sung des Senats nicht das dem Bild eines Selb­stän­di­gen ent­spre­chen­de Unter­neh­mer­ri­si­ko, weil sie kei­ne eige­nen Auf­wen­dun­gen hat­ten und ihnen nur mode­ra­te Ver­dienst­stei­ge­run­gen mög­lich waren.

Tele­fon­in­ter­viewe­rin­nen sind Arbeit­neh­mer

Der Senat hat gegen das Urteil wegen grund­sätz­li­cher Bedeu­tung die Revi­si­on beim Bun­des­fi­nanz­hof in Mün­chen zuge­las­sen. Es bleibt anzu­war­ten, ob der BFH die Ent­schei­dung des Finanz­ge­richts Köln bestä­tigt.

Finanz­ge­richt Köln, Urteil vom 6. Dezem­ber 2006 – 11 K 5825/​04