Über­höh­ter Lohn­steu­er­ab­zug durch den Arbeit­ge­ber

Auf die von einem Arbeit­neh­mer zu zah­len­de Ein­kom­men­steu­er wer­den gemäß § 36 Abs. 2 Satz 2 Nr. 2 EStG die Lohn­steu­er­be­trä­ge ange­rech­net, die der Arbeit­ge­ber vom Brut­to­ge­halt ein­be­hal­ten und an das Finanz­amt abge­fürt hat. Die­se Anrech­nungs­be­stim­mung des § 36 Abs. 2 Satz 2 Nr. 2 EStG ver­knüpft inhalt­lich Steu­er­fest­set­zungs- und Steu­er­erhe­bungs­ver­fah­ren. Daher kann auch die Anfech­tung eines Ein­kom­men­steu­er­be­scheids mit dem allei­ni­gen Ziel der Anrech­nung höhe­rer Lohn­steu­er­ab­zugs­be­trä­ge zuläs­sig sein.

Über­höh­ter Lohn­steu­er­ab­zug durch den Arbeit­ge­ber

Die vom Arbeit­ge­ber zu Unrecht ange­mel­de­ten und an das Finanz­amt abge­führ­ten Lohn­steu­er­be­trä­ge sind als Arbeits­lohn beim Arbeit­neh­mer jeden­falls dann steu­er­lich zu erfas­sen, wenn der Lohn­steu­er­ab­zug nach § 41c Abs. 3 EStG nicht mehr geän­dert wer­den kann 1.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 17. Juni 2009 – VI R 46/​07

  1. Abgren­zung zu BFH, Urteil vom 24.11.1961 – VI 88/​61 U, BFHE 74, 246, BSt­Bl III 1962, 93[]