Spon­so­ring von Sport­ver­ei­nen

Der Bun­des­fi­nanz­hof hat in einem heu­te ver­öf­fent­lich­ten Urteil ent­schie­den, dass Spon­so­ren­gel­der, die ein gemein­nüt­zi­ger Sport­ver­ein erhält, kör­per­schaft­steu­er­pflich­tig sind, wenn der Ver­ein dem Spon­sor im Gegen­zug das Recht ein­räumt, in der Ver­eins­zei­tung Wer­be­an­zei­gen zu schal­ten, ein­schlä­gi­ge spon­sor­be­zo­ge­ne The­men dar­zu­stel­len und bei Ver­eins­ver­an­stal­tun­gen die Ver­eins­mit­glie­der über die­se The­men zu infor­mie­ren. Zugleich sind die Gegen­leis­tun­gen mit dem regu­lä­ren und nicht dem ermä­ßig­ten Umsatz­steu­er­satz von nur 7 % zu ver­steu­ern.

Spon­so­ring von Sport­ver­ei­nen

Ein gemein­nüt­zi­ger Sport­ver­ein ist grund­sätz­lich von der Kör­per­schaft­steu­er befreit; sei­ne Umsät­ze wer­den ermä­ßigt besteu­ert. Mit sei­nen wirt­schaft­li­chen Betä­ti­gun­gen unter­hält der Ver­ein aber einen Geschäfts­be­trieb, dem kein Steu­er­vor­teil zusteht. Um einen sol­chen Geschäfts­be­trieb han­delt es sich nach Auf­fas­sung des BFH, wenn der Ver­ein von drit­ter Sei­te Zuwen­dun­gen zur För­de­rung des Sports erhält und wenn er hier­für eine wirt­schaft­li­che Gegen­leis­tung erbringt.

Kon­kret ging es um einen Schüt­zen­ver­ein, der durch eine Ver­si­che­rung gespon­sert wur­de. Im Gegen­zug durf­te die Ver­si­che­rung in der Sport­schüt­zen­zei­tung wer­ben. Die Ent­schei­dung des BFH geht in ihrer Bedeu­tung aber weit über die­sen Ein­zel­fall hin­aus. Sie betrifft ins­be­son­de­re das immer belieb­ter wer­den­de sog. Ver­wal­tungs­spon­so­ring, bei dem der Spon­sor einer öffent­li­chen Ein­rich­tung Geld– oder Sach­leis­tun­gen zur Ver­fü­gung stellt, bei­spiels­wei­se einer Schu­le Geld für den Bau einer Turn­hal­le oder der Poli­zei für neue Uni­for­men. Wech­sel­sei­tig macht die öffent­li­che Ein­rich­tung auf den Spon­sor und des­sen För­de­rung auf­merk­sam und ermög­licht dem Spon­sor Wer­be­maß­nah­men.

Ver­pflich­tet sich der Spon­sor eines ein­ge­tra­ge­nen, wegen För­de­rung des Sports i.S. von § 52 AO als gemein­nüt­zig aner­kann­ten Ver­eins, die Ver­eins­tä­tig­keit (finan­zi­ell und orga­ni­sa­to­risch) zu för­dern, und räumt der Ver­ein dem Spon­sor im Gegen­zug u.a. das Recht ein, in einem von dem Ver­ein her­aus­ge­ge­be­nen Publi­ka­ti­ons­or­gan Wer­be­an­zei­gen zu schal­ten, ein­schlä­gi­ge spon­sor­be­zo­ge­ne The­men dar­zu­stel­len und bei Ver­eins­ver­an­stal­tun­gen die Ver­eins­mit­glie­der über die­se The­men zu infor­mie­ren und dafür zu wer­ben, dann liegt in die­sen Gegen­leis­tun­gen ein steu­er­pflich­ti­ger wirt­schaft­li­cher Geschäfts­be­trieb.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 7. Novem­ber 2007 – I R 42/​06