Vor­aus­zah­lungs­be­scheid – und sei­ne Erle­di­gung im finanz­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren

Der anhän­gi­ge Rechts­streit zur Fest­set­zung der Ein­kom­men­steu­er-Vor­aus­zah­lun­gen erstreckt sich nach Erge­hen des ent­spre­chen­den Jah­res­steu­er­be­schei­des und der dadurch ein­ge­tre­te­nen Erle­di­gung des Vor­aus­zah­lungs­be­schei­des nicht auf einen anhän­gi­gen Streit zu den Fol­ge­jah­ren.

Vor­aus­zah­lungs­be­scheid – und sei­ne Erle­di­gung im finanz­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren

Sind Streit­ge­gen­stand eines finanz­ge­richt­li­chen Ver­fah­rens die Ein­kom­men­steu­er-Vor­aus­zah­lun­gen für ein bestimm­tes Jahr, so kann die­ser Streit­ge­gen­stand jeden­falls dann, wenn der ent­spre­chen­de Jah­res­steu­er­be­scheid ergan­gen ist und sich der Rege­lungs­ge­gen­stand die­ses Vor­aus­zah­lungs­be­schei­des i.S. des § 124 Abs. 2 AO "auf ande­re Wei­se erle­digt" hat 1, nicht als Grund­la­ge für einen anhän­gi­gen Streit zu den Fol­ge­jah­ren (hier: für 2012 ff.) her­an­ge­zo­gen wer­den. Inso­weit kann der Ein­kom­men­steu­er­be­scheid nicht durch § 68 Satz 1 FGO zum Gegen­stand des anhän­gi­gen Ver­fah­rens gewor­den sein.

Nach § 66 FGO wird die Streit­sa­che durch Erhe­bung der Kla­ge rechts­hän­gig. Wird über eine nicht rechts­hän­gi­ge Sache ent­schie­den, liegt hier­in ein Ver­stoß gegen § 66 FGO, der auch ohne Revi­si­ons­rüge von Amts wegen zu beach­ten ist 2.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 20. August 2014 – I R 43/​12

  1. z.B. BFH, Urteil vom 22.03.2011 – VII R 42/​10, BFHE 233, 10, BSt­Bl II 2011, 607; Gosch in Kirch­hof, EStG, 13. Aufl., § 37 Rz 28; Schmidt/​Loschelder, EStG, 33. Aufl., § 37 Rz 17[]
  2. BFH, Urteil vom 08.10.1986 – I R 113/​86, BFH/​NV 1988, 32; BFH, Urteil vom 27.05.2009 – X R 34/​06, BFH/​NV 2009, 1826[]