Zusam­men­ge­fass­ter Abrech­nungs­be­scheid an Ehe­leu­te

Die Finanz­be­hör­den sind nach der Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs grund­sätz­lich nicht gehin­dert, meh­re­re Ver­wal­tungs­ak­te in einer Ver­fü­gung zusam­men­zu­fas­sen, soweit hier­durch das Bestimmt­heits­ge­bot des § 119 AO nicht ver­letzt wird 1. Damit sind auch Beschei­de an Ehe­leu­te erfasst, unab­hän­gig davon, ob und in wel­cher Steu­er­art sie Gesamt­schuld­ner bzw. Gesamt­gläu­bi­ger sind.

Zusam­men­ge­fass­ter Abrech­nungs­be­scheid an Ehe­leu­te

Ob durch eine sol­che Zusam­men­fas­sung die erfor­der­li­che hin­rei­chen­de Bestimmt­heit des Bescheids beein­träch­tigt wird, hängt von den Umstän­den des Ein­zel­falls ab 2. Auch "Min­dest­an­for­de­run­gen an die Bestimmt­heit" las­sen sich in all­ge­mein gül­ti­ger Form nicht defi­nie­ren.

Es ist viel­mehr den Fest­stel­lun­gen und der Wür­di­gung der Tat­sa­chen­in­stanz über­las­sen, ob dem zu beur­tei­len­den Ver­wal­tungs­akt mit hin­rei­chen­der Deut­lich­keit zu ent­neh­men ist, wel­ches Steu­er­rechts­ver­hält­nis im Ein­zel­nen von den jewei­li­gen Ver­fü­gun­gen betrof­fen ist.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 14. April 2015 – VII B 149/​14

  1. vgl. schon BFH, Urteil vom 28.10.1988 – III R 52/​86, BFHE 155, 238, BSt­Bl II 1989, 257; BFH, Urteil vom 06.02.1990 – VII R 48/​87, BFH/​NV 1991, 3[]
  2. BFH, Urteil vom 13.12 2007 – II R 28/​07, BFHE 220, 537, BSt­Bl II 2008, 487[]