Ein­spruchs­ver­fah­ren – und der Erlass eines Ände­rungs­be­scheids

§ 365 Abs. 3 AO, wonach im Ein­spruchs­ver­fah­ren Ände­rungs­be­schei­de kraft Geset­zes ‑ohne dass ein erneu­ter Ein­spruch erfor­der­lich ist- zum Gegen­stand des Ver­fah­rens wer­den, ist nicht anwend­bar, wenn das Ein­spruchs­ver­fah­ren mit dem Erlass des Ände­rungs­be­scheids objek­tiv been­det wird. Dies ist der Fall, wenn das Finanz­amt dem Begeh­ren des Steu­er­pflich­ti­gen, so wie es sich im Zeit­punkt des Erlas­ses des Ände­rungs­be­scheids dar­stellt, mit die­sem Bescheid in vol­lem Umfang Rech­nung trägt.

Ein­spruchs­ver­fah­ren – und der Erlass eines Ände­rungs­be­scheids

§ 365 Abs. 3 AO ist nur dann nicht anwend­bar, wenn das Ein­spruchs­ver­fah­ren mit dem Erlass der genann­ten Ände­rungs­be­schei­de objek­tiv been­det wor­den wäre. Dies wäre der Fall, wenn das Finanz­amt dem Begeh­ren der Klä­ge­rin in vol­lem Umfang Rech­nung getra­gen hät­te [1].

Ob die Klä­ge­rin im vor­lie­gen­den Fall ihr ursprüng­lich wesent­lich umfas­sen­de­res und meh­re­re Punk­te betref­fen­des Ein­spruchs­be­geh­ren vor Erlass der Ände­rungs­be­schei­de mit­tels einer ein­deu­ti­gen Erklä­rung ent­spre­chend ein­ge­schränkt hat­te, hat ggfs. das Finanz­ge­richt fest­zu­stel­len.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 16. Okto­ber 2019 – X B 99/​19

  1. vgl. BFH, Beschlüs­se vom 30.10.2003 – VI B 83/​03, BFH/​NV 2004, 356; und vom 21.12.2012 – IX B 101/​12, BFH/​NV 2013, 510[]