Ein­zel­rich­ter – und das Recht auf den gesetz­li­chen Rich­ter

Nach § 6 Abs. 1 FGO kann der Bun­des­fi­nanz­hof den Rechts­streit einem sei­ner Mit­glie­der als Ein­zel­rich­ter zur Ent­schei­dung über­tra­gen.

Ein­zel­rich­ter – und das Recht auf den gesetz­li­chen Rich­ter

Die­ser Beschluss ist nach § 6 Abs. 4 Satz 1 FGO unan­fecht­bar und kann regel­mä­ßig auch im Rechts­mit­tel­ver­fah­ren nicht über­prüft wer­den (vgl. § 124 Abs. 2 FGO).

Die Beset­zungs­rü­ge des Klä­gers mit der Begrün­dung, die Vor­aus­set­zun­gen des § 6 Abs. 1 FGO für eine Über­tra­gung auf den Ein­zel­rich­ter hät­ten nicht vor­ge­le­gen, kann des­halb nur aus­nahms­wei­se Erfolg haben, so etwa dann, wenn sich die Über­tra­gung auf den Ein­zel­rich­ter als "greif­bar gesetz­wid­rig" erweist. Dies ist eine Ent­schei­dung nur, wenn sie mit der gel­ten­den Rechts­ord­nung schlecht­hin unver­ein­bar ist, weil sie jeder Grund­la­ge ent­behrt und inhalt­lich dem Gesetz fremd ist 1.

Allein dar­aus, dass der Rechts­sa­che ‑nach Auf­fas­sung des Klä­gers- grund­sätz­li­che Bedeu­tung zukom­men soll, kann ‑die­se Rechts­an­sicht als zutref­fend unter­stellt- kei­ne greif­ba­re Gesetz­wid­rig­keit des Über­tra­gungs­be­schlus­ses her­ge­lei­tet wer­den 2, zumal der Klä­ger ledig­lich eine ‑gegen­über dem Finanz­ge­richt- abwei­chen­de Auf­fas­sung zu der Fra­ge der grund­sätz­li­chen Bedeu­tung der Rechts­sa­che ver­tritt.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 17. Janu­ar 2017 – III B 20/​1

  1. BFH, Beschluss vom 21.03.2006 – X B 94/​05, BFH/​NV 2006, 1142, unter 1.e, m.w.N.[]
  2. vgl. z.B. BFH, Beschluss vom 15.11.2004 – VIII B 184/​04, BFH/​NV 2005, 556, unter 1., m.w.N.[]