Deutsch-fran­zö­si­sches Erb­schaft­steu­er-Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­men

Am 2. April 2009 wur­de das Abkom­men zwi­schen der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land und der Fran­zö­si­schen Repu­blik zur Ver­mei­dung der Dop­pel­be­steue­rung der Nach­läs­se, Erb­schaf­ten und Schen­kun­gen durch Aus­tausch der ent­spre­chen­den Urkun­den rati­fi­ziert, so dass das bereits 2006 geschlos­se­ne deutsch-fran­zö­si­sche Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­men am 3. April 2009 in Kraft getre­ten ist.

Deutsch-fran­zö­si­sches Erb­schaft­steu­er-Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­men

Das neue Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­men fin­det Anwen­dung auf alle Erb­schaf­ten, bei denen der Erb­las­ser ab Inkraft­tre­ten des neu­en DBA, also nach dem 2. April 2009, gestor­ben ist, sowie auf alle Schen­kun­gen ab die­sem Datum.

Bei einer Viel­zahl von Ver­mö­gens­be­stand­tei­len weicht die­ses Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­men von dem Grund­satz der Besteue­rung am Wohn­sitz des Erb­las­sers (bzw. Schen­kers) ab. So wer­den jetzt ins­be­son­de­re die Ver­er­bung oder Ver­schen­kung von Grund­stü­cken und von Betriebs­ver­mö­gen, aber auch von beweg­li­chem mate­ri­el­len Ver­mö­gen im Bele­gen­heits­staat besteu­ert.

Da jedoch bei einem zuletzt in Deu­sch­land ansäs­si­gen Erb­las­ser die deut­sche Erb­schafts­steu­er nach der gesam­ten Erb­mas­se bzw. einem hier ansäs­si­gen Schen­ker oder Beschenk­ten die deut­sche Schen­kungs­steu­er nach dem gesam­ten ver­schenk­ten Gut berech­net wird, soll eine Dop­pel­be­steue­rung für in Deutsch­land ansäs­si­ge Erb­las­ser bzw. Schen­ker zukünf­tig dadurch "ver­mie­den", dass die für die in Frank­reich bele­ge­nen Ver­mö­gens­tei­le in Frank­reich erho­be­ne fran­zö­si­sche Erb­schaft­steu­er bzw. Schen­kungsteu­er auf die in Deutsch­land fest­ge­setz­te Erb­schafts­steu­er bzw. Schen­kungs­steu­er "nach Maß­ga­be der Vor­schrif­ten des deut­schen Rechts über die Anrech­nung aus­län­di­scher Steu­ern" ange­rech­net wird. Die Anrech­nung erfolgt aber nur inso­weit, wie die Steu­er auch hier in Deutsch­land auf die jewei­li­gen Ver­mö­gens­be­stand­tei­le erho­ben wird.

Ist die fran­zö­si­sche Steu­er höher als die deut­sche, erfolgt daher eine Anrech­nung nur in Höhe der nied­ri­ge­ren deut­schen Steu­er. Ist dage­gen die deut­sche Schen­kung- bzw. Erb­schaft­steu­er höher als die fran­zö­si­sche, erhebt der deut­sche Fis­kus für die in Frank­reich bele­ge­nen Ver­mö­gen noch den Dif­fe­renz­be­trag.

Mit ande­ren Wor­ten: Bei zuletzt in Deutsch­land ansäs­si­gen Erb­las­sern sowie in Deutsch­land ansäs­si­gen Schen­kern oder Beschenk­ten erfolgt die Besteue­rung der in Frank­reich bele­ge­nen ver­schenk­ten oder ver­erb­ten Ver­mö­gen stets mit der im Ver­gleich der bei­den Staa­ten höchs­ten Steu­er.