Die Schen­kung einer Per­so­nen­ge­sell­schaft

Bei einer Schen­kung von einer Gesamt­hands­ge­mein­schaft sind für die Schen­kungsteu­er die Gesamt­hän­der als ver­mö­gens­mä­ßig ent­rei­chert anzu­se­hen.

Die Schen­kung einer Per­so­nen­ge­sell­schaft

Bei einem schenk­wei­sen Erwerb von einer Gesamt­hands­ge­mein­schaft ist schen­kungsteu­er­recht­lich der Bedach­te auf Kos­ten der Gesamt­hän­der ‑und nicht der Gesamt­hand- berei­chert 1. Zuwen­den­de sind in die­sen Fäl­len die durch die Zuwen­dung allein ver­mö­gens­mä­ßig ent­rei­cher­ten Gesamt­hän­der.

Für eine Schen­kung "an" eine Gesamt­hands­ge­mein­schaft hat der BFH mit Urteil vom 22.02.2017 – II R 52/​14 2 die Recht­spre­chung 3, dass für die Schen­kungsteu­er die Gesamt­hän­der ver­mö­gens­mä­ßig als berei­chert anzu­se­hen sind, bestä­tigt. Die­se Recht­spre­chung gilt ent­spre­chend für die Fra­ge, wer bei einer Schen­kung von einer Gesamt­hands­ge­mein­schaft für die Schen­kungsteu­er als ver­mö­gens­mä­ßig ent­rei­chert anzu­se­hen ist. Dies sind die Gesamt­hän­der und nicht die Gesamt­hands­ge­mein­schaft.

Die Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs zur Teil­rechts­fä­hig­keit der GbR 4 recht­fer­tigt es nicht, bei einer Zuwen­dung von einer KG die­se schen­kungsteu­er­recht­lich als Zuwen­den­de anzu­se­hen. Das BGH, Urteil betrifft eine GbR und nicht ‑wie im Streit­fall- KGs. Bereits vor die­sem Urteil war unbe­strit­ten, dass eine KG nach § 161 Abs. 2 i.V.m. § 124 Abs. 1 HGB eben­so wie eine OHG Trä­ge­rin von Rech­ten und Pflich­ten sein kann und damit rechts­fä­hig ist. Das Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs in BGHZ 146, 341 hat daher für die Rechts­la­ge, die dem BFH, Urteil in BFHE 186, 147, BSt­Bl II 1998, 630 zugrun­de lag und die der Bun­des­fi­nanz­hof in sei­nem Urteil in BFHE 257, 363, BSt­Bl II 2017, 653, 856 für die Erwer­ber­sei­te bestä­tigt hat, kei­ne Ände­run­gen gebracht.

Im hier vom Bun­des­fi­nanz­hof ent­schie­de­nen Fall bedeu­te­te dies: Der Beur­tei­lung von X und Y als Zuwen­den­de steht nicht ent­ge­gen, dass sie nur mit­tel­bar über die D‑KG an der C‑Gruppe betei­ligt gewe­sen sind. Denn auch bei der D‑KG han­delt es sich um eine Gesamt­hands­ge­mein­schaft, deren Gesamt­hän­der X und Y waren. Daher waren durch die frei­ge­bi­gen Zuwen­dun­gen an den Klä­ger X und Y aus ihrem Ver­mö­gen ent­rei­chert.

Für den Bun­des­fi­nanz­hof ist es zudem nicht zu bean­stan­den, Z nicht als Zuwen­den­den anzu­se­hen. Er war zwar bis Ende 2008 for­mell mit einer gerin­gen Betei­li­gung von 1,25 % Gesell­schaf­ter der B‑KG. Sein Auf­ent­halts­ort war aber unbe­kannt und er war zur Per­so­nen­fahn­dung aus­ge­schrie­ben. Er war daher nicht aktiv in die Füh­rung der Geschäf­te der – C‑Gruppe ein­ge­bun­den.

Unschäd­lich für die Recht­mä­ßig­keit der Schen­kungsteu­er­be­schei­de ist schließ­lich, dass die jewei­li­gen Kom­ple­men­tär-GmbHs nicht eben­falls als Schen­ker ange­se­hen wur­den. Nach den Fest­stel­lun­gen des Finanz­ge­richt waren sie nicht am Gesell­schafts­ver­mö­gen der Gesamt­hands­ge­mein­schaf­ten betei­ligt und wur­den somit durch die Zuwen­dun­gen nicht ent­rei­chert.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 30. August 2017 – II R 46/​15

  1. vgl. BFH, Urteil vom 15.07.1998 – II R 82/​96, BFHE 186, 147, BSt­Bl II 1998, 630, unter II. 1.b[]
  2. BFHE 257, 363, BSt­Bl II 2017, 653, 856, Rz 19[]
  3. z.B. BFH, Urteil vom 14.09.1994 – II R 95/​92, BFHE 176, 44, BSt­Bl II 1995, 81[]
  4. z.B. BGH, Urteil vom 29.01.2001 – II ZR 331/​00, BGHZ 146, 341[]