Grund­be­sitz­wert bei unzu­rei­chen­dem Boden­richt­wert

Hat der Gut­ach­ter­aus­schuss Boden­richt­wer­te für erschlie­ßungs­bei­trags­pflich­ti­ges Bau­land fest­ge­legt, ist die­ser Richt­wert nach einem Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs für sol­che Grund­stü­cke maß­ge­bend und unver­än­dert zu über­neh­men, für die (noch) eine Erschlie­ßungs­bei­trags­pflicht besteht. Auf den tat­säch­li­chen Erschlie­ßungs­zu­stand des Grund­stücks kommt es ent­ge­gen den Bestim­mun­gen (R 161 Abs. 6 Sät­ze 4 und 5) in der Erb­schaft­steu­er­richt­li­nie 2003 nicht an.

Grund­be­sitz­wert bei unzu­rei­chen­dem Boden­richt­wert

Aus einer Richt­wert­kar­te, die für Grund­stü­cke in einer Richt­wert­zo­ne eine Preis­span­ne nennt, kann bei der Ermitt­lung des Grund­be­sitz­werts für unbe­bau­te Grund­stü­cke in die­sem Gebiet nach § 145 Abs. 3 BewG nur der unters­te Wert der ange­ge­be­nen Wert­span­ne über­nom­men wer­den.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 18. August 2005 – II R 62/​03