Pen­si­ons­zu­sa­ge an eine Gesell­schaf­ter-Wit­we

Der Pen­si­ons­an­spruch, den die Wit­we des per­sön­lich haf­ten­den Gesell­schaf­ters einer Per­so­nen­han­dels­ge­sell­schaft mit des­sen Able­ben auf­grund einer dem Gesell­schaf­ter erteil­ten Pen­si­ons­zu­sa­ge der Gesell­schaft erwarb, war – anders als ein ent­spre­chen­der Pen­si­ons­an­spruch der Wit­we eines Arbeit­neh­mers – erb­schaft­steu­er­recht­lich als Son­der­be­triebs­ver­mö­gen der Gesell­schaf­ter-Wit­we mit dem Steu­er­bi­lanz­wert nach § 109 Abs. 1 BewG anzu­set­zen. Maß­ge­bend war der Steu­er­bi­lanz­wert, der in einer auf den Zeit­punkt des Todes des Gesell­schaf­ters erstell­ten Son­der­bi­lanz der Gesell­schaf­ter-Wit­we kor­re­spon­die­rend zu einer ertrag­steu­er­recht­lich zuläs­si­gen Rück­stel­lung in der Zwi­schen­bi­lanz der Gesell­schaft auf den glei­chen Stich­tag ent­hal­ten war oder in einer Son­der­bi­lanz aus­zu­wei­sen gewe­sen wäre.

Pen­si­ons­zu­sa­ge an eine Gesell­schaf­ter-Wit­we

Bei der Berech­nung der fik­ti­ven Zuge­winn­aus­gleichs­for­de­rung nach § 5 Abs. 1 ErbStG vor 2009 war der Pen­si­ons­an­spruch als ein zivil­recht­lich dem Ver­sor­gungs­aus­gleich unter­lie­gen­der Anspruch nicht zu berück­sich­ti­gen.

Nach § 3 Abs. 1 Nr. 4 ErbStG gilt als Erwerb von Todes wegen jeder Ver­mö­gens­vor­teil, der auf­grund eines vom Erb­las­ser geschlos­se­nen Ver­trags bei des­sen Tode von einem Drit­ten unmit­tel­bar erwor­ben wird. Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs gehö­ren dazu grund­sätz­lich auch die Pen­si­ons- oder Ren­ten­be­zü­ge, die der über­le­ben­de Ehe­gat­te eines per­sön­lich haf­ten­den Gesell­schaf­ters einer Per­so­nen­ge­sell­schaft auf­grund einer zwi­schen Gesell­schaf­ter und Per­so­nen­ge­sell­schaft abge­schlos­se­nen ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­rung erhält 1. Die Hin­ter­blie­be­nen­be­zü­ge sind nur dann von der Besteue­rung nach § 3 Abs. 1 Nr. 4 ErbStG aus­ge­nom­men, wenn die Stel­lung des per­sön­lich haf­ten­den Gesell­schaf­ters im Innen­ver­hält­nis der Stel­lung eines Ange­stell­ten ange­nä­hert ist. Denn ver­trag­li­che Ver­sor­gungs­an­sprü­che von Hin­ter­blie­be­nen eines Arbeit­neh­mers sind nicht zur Erb­schaft­steu­er her­an­zu­zie­hen 2.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 5. Mai 2010 – II R 16/​08

  1. vgl. BFH, Urteil vom 13.12.1989 – II R 31/​89, BFHE 159, 223, BSt­Bl II 1990, 325, zu der ver­gleich­ba­ren Vor­schrift des § 2 Abs. 1 Nr. 3 ErbStG 1959[]
  2. vgl. BFH, Urtei­le in BFHE 159, 223, BSt­Bl II 1990, 325; und vom 13.12.1989 – II R 23/​85, BFHE 159, 228, BSt­Bl II 1990, 322; BFH, Beschluss vom 24.05.2005 – II B 40/​04, BFH/​NV 2005, 1571[]