Schen­kungsteu­er – und die Fest­stel­lung der Aus­gangs­lohn­sum­me

Die Fest­stel­lung der Aus­gangs­lohn­sum­me hat nur zu erfol­gen, wenn sie im kon­kre­ten Fall von Bedeu­tung für die Schen­kungsteu­er ist.

Schen­kungsteu­er – und die Fest­stel­lung der Aus­gangs­lohn­sum­me

Nach § 13a Abs. 1a Satz 1 ErbStG [1] stellt das für die Bewer­tung der wirt­schaft­li­chen Ein­heit ört­lich zustän­di­ge Finanz­amt die Aus­gangs­lohn­sum­me, die Anzahl der Beschäf­tig­ten und die Sum­me der maß­ge­ben­den jähr­li­chen Lohn­sum­men geson­dert fest, wenn die­se Anga­ben für die Erb­schaft­steu­er (Schen­kungsteu­er; § 1 Abs. 2 ErbStG) von Bedeu­tung sind. Die Ent­schei­dung über die Bedeu­tung trifft das Finanz­amt, das für die Fest­set­zung der Schen­kungsteu­er oder die Fest­stel­lung nach § 151 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 bis 3 BewG zustän­dig ist.

In dem hier vom Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf ent­schie­de­nen Streit­fall war jedoch die vom beklag­ten Finanz­amt fest­ge­stell­te Aus­gangs­lohn­sum­me nicht i.S. des § 13a Abs. 1a Satz 1 ErbStG für die Fest­set­zung der Schen­kungsteu­er von Bedeu­tung:

Nach § 13a Abs. 1 Satz 2 ErbStG ist Vor­aus­set­zung für die Inan­spruch­nah­me des Ver­scho­nungs­ab­schlags, dass die Sum­me der maß­ge­ben­den jähr­li­chen Lohn­sum­men des Betriebs, bei Betei­li­gun­gen an einer Per­so­nen­ge­sell­schaft oder Antei­len an einer Kapi­tal­ge­sell­schaft des Betriebs der jewei­li­gen Gesell­schaft, inner­halb von fünf Jah­ren nach dem Erwerb (Lohn­sum­men­frist) ins­ge­samt 400 % der Aus­gangs­lohn­sum­me nicht unter­schrei­tet (Min­dest­lohn­sum­me). Das Erfor­der­nis des Nicht­un­ter­schrei­tens der Min­dest­lohn­sum­me gilt nach § 13a Abs. 1 Satz 4 ErbStG jedoch nicht, wenn die Aus­gangs­lohn­sum­me 0 € beträgt oder der Betrieb nicht mehr als 20 Beschäf­tig­te hat. Nach dem Wort­laut die­ser Bestim­mung kann § 13a Abs. 4 Satz 5 ErbStG nicht ent­spre­chend ange­wen­det wer­den [2]. § 13a Abs. 4 ErbStG ent­hält nur Rege­lun­gen für die Ermitt­lung der Lohn­sum­me, die von den die Klein­be­triebs­klau­sel betref­fen­den Rege­lun­gen des § 13a Abs. 1 Satz 4 ErbStG a.F. zu unter­schei­den sind [3]. Die Neu­re­ge­lung des § 13a Abs. 1 Satz 4 ErbStG durch Art. 30 Nr. 1 Buchst. a Erb­StRG hat daher nicht nur dekla­ra­to­ri­sche Bedeu­tung. Viel­mehr spricht im Gegen­teil die gesetz­li­che Neu­re­ge­lung dafür, dass die Rege­lung des § 13a Abs. 4 Satz 5 ErbStG für Fäl­le, in denen die Steu­er vor dem 7.06.2013 (§ 37 Abs. 8 ErbStG n.F.) ent­stan­den ist, im Rah­men des § 13a Abs. 1 Satz 4 ErbStG nicht ent­spre­chend ange­wen­det wer­den kann [4].

Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf, Urteil vom 28. Okto­ber 2015 – 4 K 269/​15 F

  1. hier anzu­wen­den in der Fas­sung des Art. 8 Geset­zes vom 01.11.2011, BGBl I, 2131[]
  2. FG Köln, Urteil vom 10.06.2015 – 9 K 2384/​09, EFG 2015, Revi­si­on anhän­gig beim BFH – II R 34/​15; Creze­li­us, ZEV 2009, 1, 4; Wach­ter in Fischer/​Jüptner/​Pahlke/​Wachter, ErbStG, 5. Aufl., § 13a Randnr. 53[]
  3. Phil­ipp in Viskorf/​Knobel/​Schuck/​Wälzholz, ErbStG, 4. Aufl., § 13a Randnr. 43[]
  4. FG Köln, Urteil in EFG 2015; Wach­ter in Fischer/​Jüptner/​Pahlke/​Wachter, ErbStG, 5. Aufl., § 13a Randnr. 53[]