Feh­len­de Beweis­wür­di­gung als Ver­fah­rens­man­gel

Das Unter­las­sen einer Beweis­wür­di­gung kommt nur dann als ein zur Revi­si­ons­zu­las­sung füh­ren­der Ver­fah­rens­man­gel (Ver­stoß gegen § 96 Abs. 1 Satz 1 FGO) in Betracht, wenn das Ergeb­nis der Beweis­auf­nah­me (hier: der Inhalt der Zeu­gen­aus­sa­ge) in ent­schei­dungs­er­heb­li­cher Wei­se von dem sei­tens des Finanz­ge­richts fest­ge­stell­ten Sach­ver­halt abwei­chen oder einen vom Finanz­ge­richt nicht fest­ge­stell­ten aber mög­li­cher­wei­se ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Sach­ver­halts­as­pekt betrifft.

Feh­len­de Beweis­wür­di­gung als Ver­fah­rens­man­gel

Maß­ge­bend für die Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit ist inso­weit ‑wie stets bei der Prü­fung von Ver­fah­rens­män­geln 1- der mate­ri­ell-recht­li­che Stand­punkt des Finanz­ge­richts.

Eine Abwei­chung der Zeu­gen­aus­sa­ge vom fest­ge­stell­ten ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Sach­ver­halt hat die Klä­ge­rin nicht hin­rei­chend dar­ge­legt.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 5. April 2016 – I B 99/​15

  1. vgl. z.B. BFH, Beschluss vom 12.06.2007 – I B 148/​06, BFH/​NV 2007, 1927, m.w.N.[]