Fern­blei­ben von der münd­li­chen Ver­hand­lung – und die "Über­ra­schungs­ent­schei­dung"

Ein fach­kun­dig ver­tre­te­ner Betei­lig­ter, der nicht an der vom Gericht anbe­raum­ten münd­li­chen Ver­hand­lung teil­nimmt, begibt sich selbst sei­ner Gehörsrech­te [1].

Fern­blei­ben von der münd­li­chen Ver­hand­lung – und die

Er kann nicht mehr rügen, das Finanz­ge­richt habe eine Gehörsver­let­zung began­gen, weil es unter Ver­stoß gegen § 76 Abs. 2 FGO über­ra­schen­der­wei­se einen Beweis­an­trag zu Unrecht als unsub­stan­ti­iert abge­lehnt habe.

Danach kann dahin­ste­hen, ob und inwie­weit das Finanz­ge­richt in sol­chen Fäl­len im Rah­men sei­ner Hin­weis- und Für­sor­ge­pflicht aus § 76 Abs. 2 FGO auf eine Ver­voll­stän­di­gung oder Prä­zi­sie­rung des Beweis­an­trags hin­wir­ken muss [2].

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 10. April 2015 – III B 42/​14

  1. vgl. BFH, Beschluss vom 04.12 2008 – IX B 155/​08, BFH/​NV 2009, 412; Lan­ge in HHSp, § 119 FGO Rz 227[]
  2. vgl. dazu z.B. BFH, Beschluss vom 30.04.2002 – X B 132/​00, BFH/​NV 2002, 1457, unter 4.b[]