Finanz­ge­richts­ver­fah­ren – und der Fis­kus als gesetz­li­cher Erbe des Klä­gers

Wird der Fis­kus gesetz­li­cher Erbe eines Klä­gers in einem finanz­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren, so wird die­ses Ver­fah­ren dadurch nicht zu einem unzu­läs­si­gen Insich­pro­zess.

Finanz­ge­richts­ver­fah­ren – und der Fis­kus als gesetz­li­cher Erbe des Klä­gers

Der Fis­kus ist gemäß §§ 1922, 1936 Abs. 1 Satz 1, 1964 BGB gesetz­li­cher Erbe und damit Gesamt­rechts­nach­fol­ger des Klä­gers gewor­den. Damit sind die For­de­run­gen und Schul­den aus dem Steu­er­schuld­ver­hält­nis des Klä­gers auf den Fis­kus über­ge­gan­gen und die­ser ist als Gesamt­rechts­nach­fol­ger mate­ri­ell und ver­fah­rens­recht­lich in die abga­ben­recht­li­che Stel­lung des Klä­gers ein­ge­tre­ten.

Dies gilt auch dann, wenn der Fis­kus Erbe ist [1]. Der Fis­kus ist in die­sem Fall Steu­er­pflich­ti­ger bzw. Fest­stel­lungs­be­tei­lig­ter und der Steu­er­rechts­ord­nung unter­wor­fen.

Hin­zu kam im hier ent­schie­de­nen Fall, dass es hier auch uner­heb­lich war, inwie­weit Steu­er­for­de­rung und Steu­er­schuld durch Kon­fu­si­on erlö­schen [2]. Im Streit­fall geht es um die geson­der­te und ein­heit­li­che Fest­stel­lung von Besteue­rungs­grund­la­gen, die von einer even­tu­el­len Kon­fu­si­on der Zah­lungs­an­sprü­che nicht beein­flusst wird.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 12. Juli 2016 – IX R 56/​13

  1. vgl. BFH, Urtei­le vom 09.10.1985 – II R 204/​83, BFHE 145, 109, BStBl II 1986, 148; und vom 18.11.2004 – V R 66/​03, BFH/​NV 2005, 710[]
  2. BFH, Urteil in BFH/​NV 2005, 710[]