Fis­kal­er­be

Wird der Fis­kus gesetz­li­cher Erbe, so erle­digt sich ein noch offe­ner Ein­kom­men­steu­er­an­spruch –auch aus einer Zusam­men­ver­an­la­gung– vol­len Umfangs durch die Ver­ei­ni­gung von For­de­rung und Schuld (Kon­fu­si­on). Es kommt nicht dar­auf an, ob die Erb­schaft bei dem Bun­des­land des letz­ten Wohn­sit­zes oder beim Bund ein­ge­tre­ten ist (§ 1922 i.V.m. § 1936 BGB). Der Fis­kal­er­be muss sich hin­sicht­lich des gesam­ten aus der Ein­kom­men­steu­er­ver­an­la­gung her­rüh­ren­den Anspruchs als Gläu­bi­ger behan­deln las­sen.

Fis­kal­er­be

Die Kon­fu­si­on steht der Inan­spruch­nah­me des ande­ren zusam­men­ver­an­lag­ten Ehe­gat­ten, der den Voll­stre­ckungs­zu­griff im Umfang des Wer­tes unent­gelt­li­cher Zuwen­dun­gen des ande­ren Ehe­gat­ten nach § 278 Abs. 2 Satz 1 AO 1977 dul­den muss, nicht ent­ge­gen. Soweit das Bestehen der Ein­kom­men­steu­er­schuld Vor­aus­set­zung für die Rea­li­sie­rung des gesetz­li­chen Zugriffs­rechts nach § 278 Abs. 2 Satz 1 AO 1977 ist, geht die Rege­lung inzi­dent von deren Fort­be­stehen aus.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 7. März 2006 – VII R 12/​05