Flos­kel­haf­te Urteils­grün­de

Ein Urteil ist i.S. des § 119 Nr. 6 FGO nicht mit Grün­den ver­se­hen und des­halb ver­fah­rens­feh­ler­haft, wenn den Betei­lig­ten die Mög­lich­keit ent­zo­gen ist, die getrof­fe­ne Ent­schei­dung auf ihre Recht­mä­ßig­keit hin zu über­prü­fen.

Flos­kel­haf­te Urteils­grün­de

Dies ist dann der Fall, wenn die Begrün­dung des Urteils­spruchs über­haupt oder im Hin­blick auf einen selb­stän­di­gen pro­zes­sua­len Anspruch oder ein selb­stän­di­ges Angriffs- oder Ver­tei­di­gungs­mit­tel fehlt oder wenn die Ent­schei­dungs­grün­de nur aus inhalts­lee­ren Flos­keln bestehen oder miss­ver­ständ­lich und ver­wor­ren sind 1.

Dies war in dem hier vom Bun­des­fi­nanz­hof ent­schie­de­nen Streit­fall nicht der Fall, auch wenn das Finanz­ge­richt zur Begrün­dung sei­ner Ent­schei­dung (teil­wei­se) auf die Aus­füh­run­gen des Finanz­ge­richts Düs­sel­dorf 2 zurück­ge­grif­fen hat. Für die Klä­ger bestand die Mög­lich­keit, die vom Finanz­ge­richt getrof­fe­ne Ent­schei­dung auf ihre Recht­mä­ßig­keit hin zu über­prü­fen. Dass die Begrün­dung des Finanz­ge­richt die Klä­ger nicht über­zeugt und nicht ihren Erwar­tun­gen ent­spricht oder (mög­li­cher­wei­se) lücken­haft bzw. in dem dar­ge­leg­ten Sin­ne teil­wei­se rechts­feh­ler­haft ist, stellt kei­nen Begrün­dungs­man­gel i.S. des § 119 Nr. 6 FGO dar 3.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 6. August 2019 – VIII R 18/​16

  1. BFH, Beschlüs­se vom 15.12.2005 – IX B 98/​05, BFH/​NV 2006, 768; vom 26.02.2010 – VIII B 17/​08, BFH/​NV 2010, 1083; und vom 01.02.2012 – VI B 71/​11, BFH/​NV 2012, 767[]
  2. FG Düs­sel­dorf, Urteil vom 11.03.2015 – 7 K 3661/​14 E, auf­ge­ho­ben durch BFH, Urteil in BFHE 259, 535[]
  3. vgl. BFH, Beschluss in BFH/​NV 2010, 1083[]