Gebot des effek­ti­ven Rechts­schut­zes gegen­über ver­schie­de­nen Finanz­äm­tern

Bei der Kos­ten­ent­schei­dung ist gemäß § 138 FGO i. V. m. dem Gebot des effek­ti­ven Rechts­schut­zes nach Art.19 Abs. 4 GG die von der Finanz­ver­wal­tung zu ver­tre­ten­de Ver­fah­rens­dau­er zu berück­sich­ti­gen, die sich (hier beim Antrag auf Ertei­lung einer Steu­er­num­mer) durch die unter­schied­li­che Befas­sung und Zustän­dig­keits­prü­fung der ver­schie­de­nen ein­ge­schal­te­ten Finanz­äm­ter ergibt 1.

Gebot des effek­ti­ven Rechts­schut­zes gegen­über ver­schie­de­nen Finanz­äm­tern

Dies gilt nach Ansicht des Finanz­ge­richts Ham­burg ins­be­son­de­re im Hin­blick dar­auf, dass der Steu­er­pflich­ti­ge gene­rell kei­ne effek­ti­ve pro­zes­sua­le Mög­lich­keit hat, ein wei­te­res Finanz­amt in das­sel­be finanz­ge­richt­li­che Ver­fah­ren – hier der einst­wei­li­gen Anord­nung – ein­zu­be­zie­hen, wäh­rend ande­rer­seits z. B. die mate­ri­ell ein­sei­ti­ge Regress­vor­schrift des § 174 Abs. 5 AO zu Guns­ten des Finanz­amts gegen­über dem Steu­er­pflich­ti­gen besteht.

Finanz­ge­richt Ham­burg, Beschluss vom 22. Juli 2014 – 3 V 81/​14

  1. Anschluss an FG Ham­burg, Beschluss vom 20.04.2010 – 3 K 3/​09, EFG 2010, 1170, DSt­RE 2010, 1119; nach­ge­hend zur USt: EuGH, Urteil vom 26.01.2012 – C‑218/​10, EuZW 2012, 175, DSt­RE 2012, 343, Tz. 35 – 38[]