Gefähr­li­ches Werk­zeug

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ist ein gefähr­li­ches Werk­zeug im Sin­ne des § 224 Abs. 1 Nr. 2 Alter­na­ti­ve 2 StGB jeder beweg­li­che Gegen­stand, der nach sei­ner objek­ti­ven Beschaf­fen­heit und nach der Art sei­ner Benut­zung im kon­kre­ten Ein­zel­fall geeig­net ist, erheb­li­che Kör­per­ver­let­zun­gen her­bei­zu­füh­ren 1.

Gefähr­li­ches Werk­zeug

Bereits die­se Eig­nung erscheint bei einem Feu­er­zeug jeden­falls fann zwei­fel­haft, wenn zu Grö­ße, Gewicht und Mate­ri­al­be­schaf­fen­heit des zur Ver­stär­kung der Schlag­wir­kung in die Hand genom­me­nen Feu­er­zeu­ges kei­ne Fest­stel­lun­gen getrof­fen sind.

Jeden­falls ver­langt § 224 Abs. 1 Nr. 2 StGB, dass die Kör­per­ver­let­zung "mit­tels" eines sol­chen Werk­zeugs began­gen wird. Das Tat­mit­tel muss hier­bei unmit­tel­bar auf den Kör­per des Opfers ein­wir­ken 2. Dar­an fehlt es, wenn nicht fest­ge­stellt ist, dass der Täter den Kör­per des Neben­klä­gers mit dem Feu­er­zeug berührt hat.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 22. März 2017 – 3 StR 475/​16

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 05.09.2006 – 4 StR 313/​06, NStZ 2007, 95[]
  2. BGH, Beschluss vom 16.01.2007 – 4 StR 524/​06, NStZ 2007, 405; vom 12.01.2010 – 4 StR 589/​09, NStZ 2010, 512; Fischer, StGB, 64. Aufl., § 224 Rn. 7a; jeweils mwN[]