Gericht­li­che Fest­set­zung der Sach­ver­stän­di­gen-Ver­gü­tung

Bei der Fest­set­zung der Sach­ver­stän­di­gen-Ver­gü­tung durch Beschluss des (Beweis­auf­nah­me-)Gerichts han­delt sich nicht um ein Erin­ne­rungs- oder kon­tra­dik­to­ri­sches Ver­fah­ren; das Gericht ent­schei­det durch Beschluss, soweit es dies für ange­mes­sen hält, unab­hän­gig davon, ob bereits eine Ent­schei­dung des Urkunds­be­am­ten vor­liegt.

Gericht­li­che Fest­set­zung der Sach­ver­stän­di­gen-Ver­gü­tung

Der Antrag des vom Gericht beauf­trag­ten Sach­ver­stän­di­gen auf Fest­set­zung sei­ner Ver­gü­tung durch gericht­li­chen Beschluss ist zuläs­sig, sei es zumin­dest nach § 4 Abs. 1 JVEG oder sei es zugleich nach § 133 FGO 1.

Abge­se­hen davon ent­schei­det über die Fest­set­zung der Ver­gü­tung das Gericht durch Beschluss, soweit es nach § 4 Abs. 1 JVEG die Fest­set­zung durch gericht­li­chen Beschluss für ange­mes­sen hält, unab­hän­gig davon, ob eine Ent­schei­dung des Urkunds­be­am­ten vor­liegt.

Das Ver­fah­ren der gericht­li­chen Ver­gü­tungs-Fest­set­zung nach § 4 JVEG stellt kein Erin­ne­rungs- oder kon­tra­dik­to­ri­sches Ver­fah­ren mit den bis­he­ri­gen Betei­lig­ten i. S. v. § 57 FGO dar 2, anders als hier gemäß § 4 Abs. 3 Satz 3 JVEG. Ansons­ten gibt es im finanz­ge­richt­li­chen Ver­gü­tungs-Fest­set­zungs­ver­fah­ren neben dem Antrag­stel­ler kei­nen wei­te­ren Betei­lig­ten 3.

Unab­hän­gig davon, ob eine Ent­schei­dung des Urkunds- und Kos­ten­be­am­ten ergan­gen ist, und ohne deren Anfech­tung, Ände­rung oder Auf­he­bung und ohne Erin­ne­rung ent­schei­det das Gericht selbst in vol­lem Umfang über den Ver­gü­tungs­an­spruch und wird damit ggf. eine Ent­schei­dung des Urkunds- und Kos­ten­be­am­ten ohne wei­te­res hin­fäl­lig 4.

Bei letz­te­rer und bei dem inter­nen Infor­ma­ti­ons­aus­tausch zwi­schen dem Spruch­kör­per des Gerichts einer­seits sowie dem Urkunds- und Kos­ten­be­am­ten ande­rer­seits han­delt es sich nur um ein Ver­wal­tungs­ver­fah­ren 5.

Die Ent­schei­dung über die gericht­li­che Fest­set­zung der Sach­ver­stän­di­gen-Ver­gü­tungs­fest­set­zung trifft als Gericht der Beweis­auf­nah­me der Ein­zel­rich­ter nach § 6 FGO 6; hier zugleich als ori­gi­nä­rer Ein­zel­rich­ter nach § 4 Abs. 7 JVEG 7.

Finanz­ge­richt Ham­burg, Beschluss vom 5. Juni 2014 – 3 KO 35/​14

  1. Hart­mann, Kos­ten­ge­set­ze, 44. Aufl., JVEG § 4 Rz. 1; Schnei­der, JVEG, § 4 Rz. 8; vgl. i. V. m. § 16 ZSEG i. d. F. bis 2004: FG Baden-Würt­tem­berg vom 26.09.1974 – V 48/​74, EFG 1975, 35[]
  2. vgl. zu § 16 ZSEG: OLG Koblenz, Beschluss vom 14.01.1985 – 14 W 1/​85, Rpfle­ger 1985, 333; OLG Stutt­gart, Beschluss vom 03.12.1982 – 4 Ws 377/​82, WM 1983, 462; Schnei­der, JVEG, § 4 Rz. 12).

    Der Ver­tre­ter der Staats­kas­se ist betei­ligt, soweit er gemäß § 4 Abs. 1 Satz 1 JVEG den Antrag auf gericht­li­che Fest­set­zung gestellt hat, anders als hier, oder soweit er gemäß § 4 Abs. 3 JVEG beschwer­de­be­rech­tigt ist ((vgl. OLG Koblenz, Beschluss vom 03.07.1984 1 Ws 464/​84, MDR 1985, 257; Meyer/​Höfer/​Bach/​Oberlack, JVEG, 26. A., § 4 Rz. 6 f.[]

  3. vgl. FG Köln, Beschluss vom 26.06.2002 – 15 S 5806/​00, EFG 2002, 1327 zu § 16 ZSEG; allg. a. A. Schnei­der, JVEG, § 4 Rz. 14[]
  4. vgl. zum ZSEG: FG Köln, Beschluss vom 26.06.2002 – 15 S 5806/​00, EFG 2002, 1327 m. w. N.; FG Baden-Würt­tem­berg, Beschluss vom 26.09.1974 – V 48/​74, EFG 1995, 38, 39; LSG Ham­burg, Beschluss vom 10.12.1963 – I SV 20/​62, NJW 1964, 1243, 1245; Beer­mann in Ziemer/​Haarmann/​Lohse/​Beermann, Rechts­schutz in Steu­er­sa­chen Rz. 10859/​28[]
  5. BGH, Beschluss vom 05.11.1968 RiZ {R} 4/​68, BGHZ 51, 148; Schnei­der, JVEG, § 4 Rz. 32 f.[]
  6. FG Bre­men, Beschluss vom 14.08.1995 – 2 95 151 E 2, EFG 1995, 1079[]
  7. vgl. OLG Dres­den, Beschluss vom 08.10.2009 – 3 W 1016/​09; OLG Ros­tock, Beschluss vom 08.04.2008 – 1 U 32/​08, OLGR Ros­tock 2009, 226; Meyer/​Höfer/​Bach/​Oberlack, JVEG, 26. A., § 4 Rz. 10 c[]