Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren – und der Ver­mitt­lungs­aus­schuss

Der Ver­mitt­lungs­aus­schuss darf eine Ände­rung, Ergän­zung oder Strei­chung der vom Bun­des­tag beschlos­se­nen Vor­schrif­ten nur vor­schla­gen, wenn und soweit die­ser Eini­gungs­vor­schlag im Rah­men des ihnen zugrun­de­lie­gen­den Gesetz­ge­bungs­ver­fah­rens ver­bleibt 1.

Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren – und der Ver­mitt­lungs­aus­schuss

Durch das Anru­fungs­be­geh­ren kann der Ver­mitt­lungs­auf­trag inner­halb die­ses Rah­mens wei­ter ein­ge­schränkt wer­den. Wird der Anru­fungs­auf­trag auf ein­zel­ne Vor­schrif­ten begrenzt, muss der Ver­mitt­lungs­aus­schuss die übri­gen Rege­lun­gen des vom Bun­des­tag beschlos­se­nen Geset­zes als end­gül­tig hin­neh­men.

Dies ent­schied jetzt das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt auf eine Vor­la­ge des Bun­des­fi­nanz­hofs 2. Die Vor­la­ge des Bun­des­fi­nanz­hofs betraf die Fra­ge, ob die Vor­schrift des § 54 Abs. 9 Satz 1 BVerfGtG 1999 in der Fas­sung des Geset­zes zur Berei­ni­gung von steu­er­li­chen Vor­schrif­ten (Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­setz 1999 – StBereinG 1999) vom 22.12 1999 3 in for­mell ver­fas­sungs­mä­ßi­ger Wei­se zustan­de gekom­men ist. Nach die­ser erst im Ver­mitt­lungs­ver­fah­ren ein­ge­füg­ten Rege­lung ist § 23 Abs. 2 Satz 5 BVerfGtG 1999 in der Fas­sung des Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­set­zes 1999, der die Besteue­rung bestimm­ter umwand­lungs­steu­er­recht­li­cher Über­nah­me­ge­win­ne zum Gegen­stand hat, bereits für den Ver­an­la­gungs­zeit­raum 1999 anzu­wen­den und nicht erst für den Ver­an­la­gungs­zeit­raum 2000, wie dies noch nach der vom Bun­des­tag ver­ab­schie­de­ten Fas­sung des Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­set­zes 1999 der Fall war.

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt stell­te die Nich­tig­keit die­ser Norm fest:

§ 54 Absatz 9 Satz 1 des Kör­per­schaft­steu­er­ge­set­zes 1999 in der Fas­sung des Arti­kels 4 Num­mer 10 Buch­sta­be h des Geset­zes zur Berei­ni­gung von steu­er­li­chen Vor­schrif­ten vom 22.12 1999 4 ist mit Arti­kel 20 Absatz 2, Arti­kel 38 Absatz 1 Satz 2, Arti­kel 42 Absatz 1 Satz 1 und Arti­kel 76 Absatz 1 des Grund­ge­set­zes unver­ein­bar und nich­tig.

Die gesetz­li­che Rege­lung[↑]

Der Kör­per­schaft­steu­er­satz für the­sau­ri­er­te Gewin­ne betrug bis zum 31.12 1998 45 % (§ 23 Abs. 1 BVerfGtG 1996). Mit Wir­kung ab dem 1.01.1999 wur­de der Steu­er­satz auf 40 % gesenkt (Art. 5 Nr. 9 Buch­sta­be a und Art. 18 Abs. 1 Steu­er­ent­las­tungs­ge­setz 1999÷2000÷2002 vom 24.03.1999, BGBl I S. 402, 484, 496).

Die Absen­kung allein hät­te bei Aus­schüt­tung sol­cher Gewin­ne an Gesell­schaf­ter, die selbst der Kör­per­schaft­steu­er unter­la­gen, wie etwa die Mut­ter­ge­sell­schaft in einem Kon­zern­ver­bund, ein „Her­ab­schleu­sen” der Kör­per­schaft­steu­er­be­las­tung von 45 % auf 40 % ermög­licht. Die Gesell­schaf­ter hät­ten nach dem damals gel­ten­den Anrech­nungs­ver­fah­ren 5 die höhe­re, von der Toch­ter­ge­sell­schaft bereits abge­führ­te Kör­per­schaft­steu­er auf die eige­ne Steu­er­schuld anrech­nen kön­nen, den eige­nen, durch die Aus­schüt­tung erziel­ten Gewinn aber nur mit dem aktu­el­len nied­ri­ge­ren Steu­er­satz von 40 % ver­steu­ern müs­sen.

Zur Ver­hin­de­rung die­ser aus Sicht des Gesetz­ge­bers uner­wünsch­ten Gestal­tung ergänz­te das Steu­er­ent­las­tungs­ge­setz 1999÷2000÷2002 die Vor­schrift des § 23 BVerfGtG gleich­zei­tig um einen neu­en Absatz 2. Danach waren Gewinn­aus­schüt­tun­gen (ein­schließ­lich der anre­chen­ba­ren Kör­per­schaft­steu­er), die anrech­nungs­be­rech­tig­te Kör­per­schaf­ten von Toch­ter­ge­sell­schaf­ten erhal­ten, statt mit 40 % mit dem bis­he­ri­gen Steu­er­satz von 45 % zu besteu­ern, wenn für die­se Aus­schüt­tun­gen Ein­kom­mens­tei­le ver­wen­det wur­den, die bis­her einer Kör­per­schaft­steu­er von 45 % unter­la­gen (im Fol­gen­den auch als EK 45 bezeich­net). Damit soll­te, so die Geset­zes­be­grün­dung 6, ins­be­son­de­re bei Kon­zer­nen ver­hin­dert wer­den, dass bis Ende 1998 ent­stan­de­ne Gewin­ne zum Zwe­cke der Steu­er­re­duk­ti­on auf 40 % im Kon­zern aus­ge­schüt­tet wer­den. Die Erfah­run­gen mit einer frü­he­ren Steu­er­satz­sen­kung hät­ten gezeigt, dass Unter­neh­men die­se Gestal­tungs­mög­lich­keit zur Absen­kung der Steu­er­be­las­tung bis­her ver­steu­er­ter Gewin­ne nutz­ten.

Nicht aus­ge­schlos­sen war damit die Mög­lich­keit, das­sel­be wirt­schaft­li­che Ergeb­nis statt mit einer Gewinn­aus­schüt­tung durch den Form­wech­sel der Toch­ter­ka­pi­tal­ge­sell­schaft in eine Per­so­nen­ge­sell­schaft zu errei­chen. Bei einem Form­wech­sel fällt ein Über­nah­me­ge­winn oder -ver­lust an, der in dem Unter­schieds­be­trag zwi­schen dem Wert, mit dem die über­ge­gan­ge­nen Wirt­schafts­gü­ter zu über­neh­men sind, und dem Buch­wert der Antei­le an der über­tra­gen­den Kör­per­schaft besteht (§ 14 Satz 1 i.V.m. § 4 Abs. 4 UmwStG). Der Über­nah­me­ge­winn erhöh­te sich unter Gel­tung des Anrech­nungs­ver­fah­rens um die von der Kapi­tal­ge­sell­schaft bereits geleis­te­te Kör­per­schaft­steu­er (§ 14 Satz 1 i.V.m. § 4 Abs. 5 Satz 2 UmwStG in der bis zum 31.12 2000 gel­ten­den Fas­sung von Art. 3 Nr. 1 Buch­sta­be a des Geset­zes zur Fort­set­zung der Unter­neh­mens­steu­er­re­form vom 29.10.1997 [BGBl I S. 2590, 2592]). Er war von den Gesell­schaf­tern der über­neh­men­den Per­so­nen­ge­sell­schaft als Ein­kom­men nach deren indi­vi­du­el­len Ver­hält­nis­sen zu ver­steu­ern. Dabei wur­de die Kör­per­schaft­steu­er, die auf den Teil­be­trä­gen des für Aus­schüt­tun­gen ver­wend­ba­ren Eigen­ka­pi­tals las­te­te, auf die Ein­kom­men­steu­er oder Kör­per­schaft­steu­er der Gesell­schaf­ter der über­neh­men­den Per­so­nen­ge­sell­schaft ange­rech­net 7. Im Ergeb­nis konn­te die Mut­ter­ge­sell­schaft die mit dem Steu­er­satz von 45 % bereits von der Toch­ter­ge­sell­schaft ent­rich­te­te Kör­per­schaft­steu­er wei­ter­hin anrech­nen, obwohl sie den mit dem Form­wech­sel erziel­ten Gewinn nur mit dem nied­ri­ge­ren aktu­el­len Steu­er­satz von 40 % ver­steu­ern muss­te.

Die­se Mög­lich­keit des Her­ab­schleu­sens der Steu­er­be­las­tung von 45 % auf 40 % wur­de erst durch Art. 4 Nr. 6 des Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­set­zes 1999 aus­ge­schlos­sen, durch den § 23 Abs. 2 BVerfGtG 1999 ein neu­er Satz 5 ange­fügt wur­de. Des­sen zeit­li­chen Anwen­dungs­be­reich regel­te die zur Über­prü­fung gestell­te Vor­schrift des § 54 Abs. 9 Satz 1 BVerfGtG 1999.

Mit der Abschaf­fung des Anrech­nungs­ver­fah­rens hat § 54 Abs. 9 BVerfGtG 1999 in der Fas­sung des Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­set­zes 1999 sei­ne Bedeu­tung ver­lo­ren. § 23 Abs. 2 BVerfGtG 1999 in der Fas­sung des Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­set­zes 1999 ist durch Art. 3 Nr. 8 des Geset­zes zur Sen­kung der Steu­er­sät­ze und zur Reform der Unter­neh­mens­be­steue­rung (Steu­er­sen­kungs­ge­setz – StSenkG) vom 23.10.2000 8 mit Wir­kung vom 01.01.2001 ent­fal­len.

Das Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren[↑]

Das Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­setz 1999 geht auf inhalts­glei­che Gesetz­ent­wür­fe der Koali­ti­ons­frak­tio­nen 9 und der Bun­des­re­gie­rung 10 zurück, die in ins­ge­samt 25 Arti­keln Ände­run­gen diver­ser steu­er­li­cher Vor­schrif­ten, nicht aber die vor­ge­nann­ten Ände­run­gen von § 23 und § 54 BVerfGtG 1999 ent­hiel­ten 11.

Der feder­füh­ren­de Finanz­aus­schuss des Bun­des­ta­ges emp­fahl, die Rege­lung des § 23 Abs. 2 Satz 5 BVerfGtG 1999 ein­zu­fü­gen. Dadurch soll­te ver­hin­dert wer­den – so der Bericht des Finanz­aus­schus­ses vom 11.11.1999 12 –, dass über den Umweg der Umwand­lung einer Kapi­tal­ge­sell­schaft in eine Per­so­nen­ge­sell­schaft, an der Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten als Gesell­schaf­ter betei­ligt sind, eine Steu­er­ent­las­tung ein­tre­te, die bei Gewinn­aus­schüt­tun­gen durch § 23 Abs. 2 Satz 1 BVerfGtG ver­sagt wer­de. Der ange­füg­te Satz 5 schlie­ße eine Lücke, indem er den Über­nah­me­ge­winn eben­so wie die Gewinn­aus­schüt­tung wei­ter­hin einer Belas­tung von 45 % unter­wer­fe.

Eine beson­de­re Rege­lung zum zeit­li­chen Anwen­dungs­be­reich der vor­ge­schla­ge­nen Ergän­zung in § 23 Abs. 2 Satz 5 BVerfGtG 1999 emp­fahl der Finanz­aus­schuss nicht 13. Nach der in dem Gesetz­ent­wurf des Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­set­zes 1999 vor­ge­se­he­nen Fas­sung von § 54 Abs. 1 BVerfGtG 1999 soll­te die Neu­fas­sung erst­mals für den Ver­an­la­gungs­zeit­raum 2000 gel­ten 14. Ent­spre­chen­des war nach der all­ge­mei­nen Bestim­mung in Art. 25 Abs. 1 StBereinG 1999 vor­ge­se­hen, nach der das Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­setz 1999 am 1.01.2000 in Kraft tre­ten soll­te 15. Damit ver­blieb eine zeit­li­che Lücke, da der Kör­per­schaft­steu­er­satz bereits zum 1.01.1999 gesenkt wor­den war, der von dem Finanz­aus­schuss vor­ge­schla­ge­ne § 23 Abs. 2 Satz 5 BVerfGtG 1999 aber erst ein Jahr spä­ter gel­ten soll­te.

Der Bun­des­tag ver­ab­schie­de­te das Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­setz 1999 in der vom Finanz­aus­schuss emp­foh­le­nen Fas­sung 16, ohne dass die Ergän­zung von § 23 Abs. 2 BVerfGtG 1999 um einen neu­en Satz 5 in den umfang­rei­chen par­la­men­ta­ri­schen Debat­ten 17 aus­drück­lich ange­spro­chen wur­de.

Der Bun­des­rat behan­del­te das Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­setz 1999 im zwei­ten Durch­gang eben­falls ohne nähe­re Aus­ein­an­der­set­zung mit den vor­ge­se­he­nen Ände­run­gen des Kör­per­schaft­steu­er­ge­set­zes 18. Er ver­lang­te gemäß Art. 77 Abs. 2 GG die Ein­be­ru­fung des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses mit dem Ziel, in Art. 1 StBereinG 1999 die Nr. 6, 10, 15a und 30 Buch­sta­be f – hier­bei han­del­te es sich um Ände­run­gen des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes betref­fend die Besteue­rung der Erträ­ge von Kapi­tal­le­bens­ver­si­che­run­gen – zu strei­chen. Der Beschluss lau­te­te wie folgt 19:

Der Bun­des­rat hat in sei­ner 745. Sit­zung am 26.11.1999 beschlos­sen, zu dem vom Deut­schen Bun­des­tag am 12.11.1999 ver­ab­schie­de­ten Gesetz zu ver­lan­gen, dass der Ver­mitt­lungs­aus­schuss gemäß Arti­kel 77 Abs. 2 des Grund­ge­set­zes aus fol­gen­dem Grund ein­be­ru­fen wird:

Zu Arti­kel 1 Nr. 6, 10, 15a und 30 Buchst. f

In Arti­kel 1 sind die Num­mern 6, 10, 15a und 30 Buchst. f zu strei­chen.

Begrün­dung:

Die Besteue­rung von Erträ­gen aus Kapi­tal­le­bens­ver­si­che­run­gen führt – ent­ge­gen der Geset­zes­be­grün­dung – weder zu einer Anglei­chung der steu­er­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen der pri­va­ten Alters­vor­sor­ge, noch leis­tet die Neu­re­ge­lung einen Bei­trag zur Steu­er­ver­ein­fa­chung.

Die gel­ten­de steu­er­li­che Behand­lung der pri­va­ten Alters­vor­sor­ge (z. B. Kapi­tal-Lebens­ver­si­che­rung, Pri­vat­ren­te, AS-Fonds, Spar­gut­ha­ben) ist von einer Viel­zahl spe­zi­fi­scher Beson­der­hei­ten und par­ti­el­ler Begüns­ti­gun­gen gekenn­zeich­net. Punk­tu­el­le Kor­rek­tu­ren sind daher nicht geeig­net, die steu­er­li­che Gleich­be­hand­lung her­zu­stel­len; sie füh­ren allen­falls zu einer steu­er­li­chen Auf­wer­tung der Vor­sor­ge­for­men, deren Begüns­ti­gun­gen unan­ge­tas­tet blei­ben. Die iso­lier­te Strei­chung des „Steu­er­pri­vi­legs” der kapi­tal­bil­den­den Lebens­ver­si­che­rung lässt kei­nen sys­te­ma­ti­schen Bezug erken­nen und ist des­halb will­kür­lich.

Die Anglei­chung der steu­er­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen wie auch mehr Steu­er­ge­rech­tig­keit und Trans­pa­renz las­sen sich nur im Rah­men einer grund­le­gen­den und sys­te­ma­ti­schen Neu­ord­nung der Alters­be­steue­rung unter Ein­be­zie­hung aller Berei­che der Alters­si­che­rung, d.h. auch der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung und der betrieb­li­chen Ver­sor­gungs­sys­te­me (Direkt­zu­sa­gen, Pen­si­ons- und Unter­stüt­zungs­kas­sen, Direkt­ver­si­che­run­gen, Pen­si­ons­fonds), ver­wirk­li­chen. Aller­dings soll­te für eine grund­le­gen­de Reform die anste­hen­de Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts zur Ren­ten­be­steue­rung abge­war­tet wer­den.

Die Zurück­stel­lung der geplan­ten Besteue­rung von Kapi­tal­le­bens­ver­si­che­run­gen soll­te auch unter beson­de­rer Berück­sich­ti­gung der gegen­wär­ti­gen Bemü­hun­gen zur Haus­halts­kon­so­li­die­rung mög­lich sein. Steu­er­mehr­ein­nah­men lie­ßen sich wegen der Beschrän­kung der Neu­re­ge­lung auf sog. Neu­ver­trä­ge ohne­hin nur auf lan­ge Sicht rea­li­sie­ren.

Die Beschluss­emp­feh­lung des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses 20 sah zum einen die Strei­chung der Vor­schrif­ten zur Besteue­rung von Erträ­gen aus Kapi­tal­le­bens­ver­si­che­run­gen vor, wegen derer der Ver­mitt­lungs­aus­schuss ein­be­ru­fen wor­den war (Art. 1 Nr. 6, 10, 15a und 30 Buch­sta­be f StBereinG 1999). Zum ande­ren fan­den sich dar­in zahl­rei­che wei­te­re Ände­run­gen und Ergän­zun­gen des Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­set­zes 1999, die unter­schied­li­che Rege­lungs­be­rei­che betra­fen und kei­nen sach­li­chen Bezug zur Besteue­rung von Kapi­tal­le­bens­ver­si­che­run­gen auf­wie­sen. In den Erör­te­run­gen des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses waren sie als „tech­ni­sche Ände­run­gen” bezeich­net wor­den, auf die man sich in nicht pro­to­kol­lier­ten Gesprä­chen geei­nigt habe 21. Hier­zu zähl­te die Ein­fü­gung eines neu­en Buch­sta­ben f in Art. 4 Nr. 9 StBereinG 1999, der die Rege­lung des zeit­li­chen Anwen­dungs­be­reichs um die zur Prü­fung vor­ge­leg­te Vor­schrift des § 54 Abs. 9 Satz 1 BVerfGtG 1999 ergänz­te.

Der Bun­des­tag nahm die Beschluss­emp­feh­lung des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses am 16.12 1999 an 22. Der Bun­des­rat stimm­te dem Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­setz 1999 in der geän­der­ten Fas­sung am 17.12 1999 zu 23. Das Gesetz wur­de am 22.12 1999 aus­ge­fer­tigt und am 29.12 1999 im Bun­des­ge­setz­blatt ver­kün­det 24.

Der Aus­gangs­fall[↑]

Die Klä­ge­rin des Aus­gangs­ver­fah­rens, eine GmbH, war im Streit­jahr 1999 als geschäfts­lei­ten­de Hol­ding Allein­ge­sell­schaf­te­rin unter ande­rem von fünf Toch­ter­ge­sell­schaf­ten in der Rechts­form der GmbH, die an ver­schie­de­nen Orten jeweils ein Ein­rich­tungs­haus betrie­ben. Die fünf Toch­ter­ge­sell­schaf­ten wan­del­ten sich auf­grund ent­spre­chen­der Beschlüs­se am 14.12 1999 durch Form­wech­sel gemäß §§ 190 ff. UmwG zum steu­er­li­chen Umwand­lungs­stich­tag 31.12 1999 in Kom­man­dit­ge­sell­schaf­ten (GmbH & Co. KG) um, an denen die Klä­ge­rin nun­mehr die Kom­man­dit­be­tei­li­gun­gen hielt. Die jeweils für die Toch­ter­ge­sell­schaf­ten zustän­di­gen Finanz­äm­ter stell­ten die auf die Klä­ge­rin ent­fal­len­den umwand­lungs­steu­er­recht­li­chen Über­nah­me­ge­win­ne bezie­hungs­wei­se ‑ver­lus­te und die anzu­rech­nen­de Kör­per­schaft­steu­er geson­dert fest. Der Beklag­te des Aus­gangs­ver­fah­rens – das für die Klä­ge­rin zustän­di­ge Finanz­amt – ermit­tel­te die in den Über­nah­me­ge­win­nen der Klä­ge­rin ent­hal­te­nen Ein­nah­men aus EK 45, also dem Teil­be­trag des ver­wend­ba­ren Eigen­ka­pi­tals, der aus Ein­kom­mens­be­stand­tei­len ent­stan­den ist, die einem Kör­per­schaft­steu­er­satz von 45 % unter­la­gen, auf zuletzt rund 21 Mio. DM und unter­warf die­sen Betrag im Rah­men der Fest­set­zung der Kör­per­schaft­steu­er 1999 gemäß § 23 Abs. 2 Satz 5, § 54 Abs. 9 Satz 1 BVerfGtG 1999 in der Fas­sung des Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­set­zes 1999 einem Steu­er­satz von 45 %. Auf die­ser Grund­la­ge erfolg­te auch die Fest­stel­lung der Teil­be­trä­ge des ver­wend­ba­ren Eigen­ka­pi­tals der Klä­ge­rin zum 31.12 1999.

Nach erfolg­lo­sem Ein­spruchs­ver­fah­ren erhob die Klä­ge­rin des Aus­gangs­ver­fah­rens vor dem Finanz­ge­richt Müns­ter Kla­ge gegen den Kör­per­schaft­steu­er­be­scheid 1999 sowie gegen die Fest­stel­lung der Teil­be­trä­ge des ver­wend­ba­ren Eigen­ka­pi­tals und begehr­te die Besteue­rung des Über­nah­me­ge­winns mit dem nied­ri­ge­ren Steu­er­satz von 40 %. Sie mach­te unter ande­rem gel­tend, die rück­wir­ken­de Anwen­dung von § 23 Abs. 2 Satz 5 BVerfGtG in der Fas­sung des Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­set­zes 1999 ver­sto­ße gegen das in Art.20 Abs. 3 GG nor­mier­te Rechts­staats­prin­zip. Zudem sei die nach­träg­li­che Ein­füh­rung der rück­wir­ken­den Anwen­dung die­ser Vor­schrift im Ver­mitt­lungs­ver­fah­ren for­mell ver­fas­sungs­wid­rig.

Das Finanz­ge­richt Müns­ter wies die Kla­ge durch Urteil vom 28.01.2005 25 als unbe­grün­det ab. Die rück­wir­ken­de Anwen­dung von § 23 Abs. 2 Satz 5 BVerfGtG 1999 zum 1.01.1999 sei ver­fas­sungs­ge­mäß. Es hand­le sich im Streit­fall nur um eine unech­te Rück­wir­kung und im Rah­men der gebo­te­nen Inter­es­sen­ab­wä­gung über­wie­ge das Ände­rungs­in­ter­es­se des Gesetz­ge­bers den Ver­trau­ens­schutz der Klä­ge­rin. § 54 Abs. 9 Satz 1 BVerfGtG 1999 in der Fas­sung des Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­set­zes 1999 sei in for­mell ver­fas­sungs­mä­ßi­ger Wei­se zustan­de gekom­men. Der Ver­mitt­lungs­aus­schuss, auf des­sen Eini­gungs­vor­schlag die Rege­lung beru­he, habe die sei­nen Emp­feh­lun­gen gesetz­ten Gren­zen nicht über­schrit­ten und sich kein – ihm nicht zuste­hen­des – Geset­zes­in­itia­tiv­recht ange­maßt. Die Ein­füh­rung von § 23 Abs. 2 Satz 5 BVerfGtG 1999 in der Fas­sung des Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­set­zes 1999 habe bereits der Bun­des­tag beschlos­sen. Der Ver­mitt­lungs­aus­schuss habe ledig­lich auf den zeit­li­chen Anwen­dungs­be­reich die­ser Norm Ein­fluss genom­men. Dies sei in der Regel eine blo­ße Modi­fi­ka­ti­on. Der Zuläs­sig­keit des Ver­mitt­lungs­vor­schlags ste­he auch nicht ent­ge­gen, dass sich das Anru­fungs­be­geh­ren nur auf bestimm­te Fra­gen der Ein­kom­men­steu­er bezo­gen habe.

Die Rich­ter­vor­la­ge des BFH[↑]

Auf die Revi­si­on der Klä­ge­rin des Aus­gangs­ver­fah­rens setz­te der Bun­des­fi­nanz­hof mit Beschluss vom 27.08.2008 das Ver­fah­ren gemäß Art. 100 Abs. 1 GG aus und leg­te dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die Fra­ge zur Ent­schei­dung vor, ob § 54 Abs. 9 Satz 1 BVerfGtG 1999 in der Fas­sung des Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­set­zes 1999 gegen Art.20 Abs. 3, Art. 76 Abs. 1 des Grund­ge­set­zes ver­stößt. Die Vor­schrift sei nach der Über­zeu­gung des vor­le­gen­das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts nicht in for­mell ver­fas­sungs­mä­ßi­ger Wei­se zustan­de gekom­men.

Auf der Grund­la­ge von § 23 Abs. 2 Satz 5, § 54 Abs. 9 Satz 1 BVerfGtG 1999 in der Fas­sung des Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­set­zes 1999 wäre die Revi­si­on unbe­grün­det; sie wäre daher – die Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit des § 54 Abs. 9 Satz 1 BVerfGtG 1999 unter­stellt – zurück­zu­wei­sen. Die Ein­fü­gung die­ser Geset­zes­be­stim­mung ver­sto­ße indes gegen das Demo­kra­tie­prin­zip in Gestalt des Par­la­ments­vor­be­halts (Art.20 Abs. 3, Art. 76 Abs. 1 GG), weil sie auf einer Beschluss­emp­feh­lung des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses zwi­schen Bun­des­tag und Bun­des­rat beru­he, wel­che die die­sem von Ver­fas­sungs wegen gesetz­ten Gren­zen über­schrei­te.

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts dür­fe der Ver­mitt­lungs­aus­schuss eine Ände­rung, Ergän­zung oder Strei­chung der vom Bun­des­tag beschlos­se­nen Vor­schrif­ten nur vor­schla­gen, wenn und soweit die­ser Eini­gungs­vor­schlag im Rah­men des Anru­fungs­be­geh­rens und des ihm zugrun­de lie­gen­den Gesetz­ge­bungs­ver­fah­rens ver­blei­be. Er sei somit an den Gegen­stand des Anru­fungs­be­geh­rens und an den Rah­men gebun­den, der nach den bis­he­ri­gen Bera­tun­gen in Bun­des­tag und Bun­des­rat inhalt­lich und for­mal gezo­gen sei, und dür­fe kei­nen Vor­schlag unter­brei­ten, der außer­halb der bis­he­ri­gen Auf­fas­sungs­un­ter­schie­de im Par­la­ment oder der bis­he­ri­gen Gegen­läu­fig­keit zwi­schen Bun­des­tag und Bun­des­rat blei­be. Die­se Beschrän­kung ent­spre­che der Funk­ti­on des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses, der nicht eigen­stän­dig Geset­zes­vor­la­gen ein­brin­gen dür­fe, son­dern nur eine Brü­cke zwi­schen schon inner­halb der Gesetz­ge­bungs­or­ga­ne erör­ter­ten Alter­na­ti­ven schla­gen sol­le. Über­schrei­te der Ver­mitt­lungs­aus­schuss die der­ge­stalt gezo­ge­nen Gren­zen sei­ner Befug­nis­se, so sei ein hier­auf beru­hen­des Gesetz nicht ord­nungs­ge­mäß zustan­de gekom­men.

Hier­an gemes­sen habe der Ver­mitt­lungs­aus­schuss mit dem Vor­schlag der in § 54 Abs. 9 Satz 1 BVerfGtG 1999 in der Fas­sung des Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­set­zes 1999 getrof­fe­nen Rege­lung die ihm von der Ver­fas­sung gesetz­ten Gren­zen über­schrit­ten.

Der Bun­des­rat habe den Ver­mitt­lungs­auf­trag zum Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­setz 1999 kon­kret beschrie­ben und kon­kre­ti­siert. Die­ser habe aus­schließ­lich die Ände­run­gen des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes betref­fend die Ein­füh­rung einer Besteue­rung von Erträ­gen aus Kapi­tal­le­bens­ver­si­che­run­gen umfasst, die der Bun­des­rat abge­lehnt und deren Strei­chung er im Anru­fungs­be­geh­ren ver­langt habe. Die eine Detail­fra­ge des Kör­per­schaft­steu­er­rechts betref­fen­de The­ma­tik der Besteue­rung von umwand­lungs­steu­er­recht­li­chen Über­nah­me­ge­win­nen ste­he in kei­ner­lei inhalt­li­cher Bezie­hung zu der Pro­ble­ma­tik der Besteue­rung von Erträ­gen aus Kapi­tal­le­bens­ver­si­che­run­gen und der damit zusam­men­hän­gen­den, über­ge­ord­ne­ten Mate­rie der steu­er­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen der pri­va­ten Alters­vor­sor­ge. Es hand­le sich um zwei the­ma­tisch gänz­lich ver­schie­de­ne Berei­che, die kei­ne Wech­sel­wir­kun­gen zei­tig­ten.

Das vom Ver­mitt­lungs­aus­schuss vor­ge­schla­ge­ne zeit­li­che Vor­zie­hen der höhe­ren Besteue­rung der Über­nah­me­ge­win­ne habe offen­kun­dig auch nicht auf einem Ent­ge­gen­kom­men des Bun­des­ra­tes beruht, zu dem die­ser gleich­sam als Gegen­leis­tung für die durch­ge­setz­te Strei­chung der Besteue­rung von Kapi­tal­le­bens­ver­si­che­run­gen bereit gewe­sen sei. Aus den Ple­nar­pro­to­kol­len und sons­ti­gen Geset­zes­ma­te­ria­li­en erge­be sich kein Anhalt dafür, dass die Besteue­rung der Über­nah­me­ge­win­ne über­haupt jemals Gegen­stand einer poli­ti­schen Kon­tro­ver­se inner­halb von Bun­des­tag und Bun­des­rat bezie­hungs­wei­se zwi­schen die­sen bei­den Gesetz­ge­bungs­or­ga­nen gewe­sen sei. Auch habe die Strei­chung des geplan­ten Ein­stiegs in eine Besteue­rung der Erträ­ge von Kapi­tal­le­bens­ver­si­che­run­gen nicht zu kurz­fris­ti­gen Steu­er­aus­fäl­len geführt, die einer ander­wei­ti­gen fis­ka­li­schen Kom­pen­sa­ti­on bedurft hät­ten. Die vom Bun­des­tag beschlos­se­ne Besteue­rung habe sich näm­lich nur auf neu abge­schlos­se­ne Lebens­ver­si­che­rungs­ver­trä­ge bezo­gen und hät­te folg­lich erst auf lan­ge Sicht zu Mehr­ein­nah­men füh­ren kön­nen.

Es spre­che des­halb alles dafür, dass der Ver­mitt­lungs­aus­schuss das Ver­mitt­lungs­ver­fah­ren über das Anru­fungs­be­geh­ren hin­aus­ge­hend zum Anlass genom­men habe, das gesam­te Geset­zes­vor­ha­ben auf sei­ne Stim­mig­keit und Effi­zi­enz zu prü­fen, und er dabei fest­ge­stellt habe, dass die mit der geplan­ten Ein­füh­rung von § 23 Abs. 2 Satz 5 BVerfGtG 1999 beab­sich­tig­te Lücken­schlie­ßung zur größt­mög­li­chen Effek­ti­vi­tät eines zeit­li­chen Vor­zie­hens auf den lau­fen­den Ver­an­la­gungs­zeit­raum bedurft habe. Die­se Vor­ge­hens­wei­se des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses zei­ge sich ins­be­son­de­re dar­an, dass sei­ne Beschluss­emp­feh­lung außer der streit­ge­gen­ständ­li­chen Ergän­zung des Kör­per­schaft­steu­er­ge­set­zes noch Vor­schlä­ge zur Ände­rung und Ergän­zung einer Anzahl wei­te­rer Geset­ze (z.B. Umsatz­steu­er­ge­setz, Kraft­fahr­zeug­steu­er­ge­setz) ent­hal­te, die eben­falls kei­nen inhalt­li­chen Bezug zum Gegen­stand des Ver­mitt­lungs­auf­trags auf­wie­sen.

Der Ver­mitt­lungs­aus­schuss habe sich mit sei­ner Beschluss­emp­feh­lung zur Ein­fü­gung von § 54 Abs. 9 Satz 1 BVerfGtG 1999 mit­hin außer­halb der sei­ne Anru­fung aus­lö­sen­den Auf­fas­sungs­un­ter­schie­de zwi­schen Bun­des­tag und Bun­des­rat bewegt und damit sei­ne Befug­nis­se über­schrit­ten. Die­se sähen es nicht vor, dass der Ver­mitt­lungs­aus­schuss sei­ne Anru­fung dazu nut­ze, das geplan­te Geset­zes­vor­ha­ben außer­halb der Mate­rie des hier vor­lie­gen­den kon­kret ein­ge­grenz­ten Anru­fungs­be­geh­rens einer Kon­trol­le auf Stim­mig­keit, Zweck­mä­ßig­keit und Effi­zi­enz zu unter­zie­hen. Damit fun­gie­re der Ver­mitt­lungs­aus­schuss nicht mehr als Brü­cke zwi­schen Bun­des­rat und Bun­des­tag, son­dern als in der Ver­fas­sung nicht vor­ge­se­he­ne legis­la­ti­ve Qua­li­täts­kon­troll­in­stanz. Man­gels Grund­la­ge in der Ver­fas­sung kön­ne ihm eine sol­che Funk­ti­on auch nicht aus Grün­den der Effi­zi­enz des Gesetz­ge­bungs­ver­fah­rens zuge­bil­ligt wer­den.

Dem Finanz­ge­richt kön­ne nicht gefolgt wer­den, soweit es zwi­schen blo­ßen Ergän­zun­gen bezie­hungs­wei­se Modi­fi­ka­tio­nen bereits beschlos­se­ner Rege­lun­gen (die dem Ver­mitt­lungs­aus­schuss auch außer­halb des Anru­fungs­ge­gen­stan­des erlaubt sei­en) und der ori­gi­nä­ren Krea­ti­on eines eigen­stän­di­gen Norm­ge­fü­ges (das der Geset­zes­in­itia­ti­ve der dazu von Ver­fas­sungs wegen beru­fe­nen Gre­mi­en vor­be­hal­ten blei­be) dif­fe­ren­zie­re. Der Ver­än­de­rung und Modi­fi­ka­ti­on vor­han­de­ner Geset­ze kämen in glei­cher Wei­se Geset­zes­qua­li­tät zu wie der erst­ma­li­gen Schaf­fung neu­er Geset­ze. Die Kom­ple­xi­tät der jeweils vor­ge­schla­ge­nen Nor­men und die für die Norm­ge­bung erfor­der­li­che Krea­ti­vi­tät des Norm­ge­bers sei­en kei­ne taug­li­chen Abgren­zungs­kri­te­ri­en für die Zustän­dig­keit zur Geset­zes­in­itia­ti­ve. Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts dür­fe der Ver­mitt­lungs­aus­schuss Ände­run­gen, Ergän­zun­gen oder Strei­chun­gen des Geset­zes­be­schlus­ses nur vor­schla­gen, wenn und soweit die­ser Eini­gungs­vor­schlag im Rah­men des Anru­fungs­be­geh­rens und des ihm zugrun­de lie­gen­den Gesetz­ge­bungs­ver­fah­rens ver­blei­be.

Das nicht ver­fas­sungs­ge­mä­ße Zustan­de­kom­men des § 54 Abs. 9 Satz 1 BVerfGtG 1999 in der Fas­sung des Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­set­zes 1999 füh­re zur Nich­tig­keit der Norm. An der erfor­der­li­chen Evi­denz des Ver­fas­sungs­ver­sto­ßes feh­le es nicht. In dem Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren hät­ten die im Urteil des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 07.12 1999 1 ent­wi­ckel­ten und kon­kre­ti­sier­ten Maß­stä­be beach­tet wer­den kön­nen. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt habe am glei­chen Tag eine aus­führ­li­che Pres­se­mit­tei­lung mit ent­schei­den­den Aus­zü­gen aus den Urteils­grün­den ver­öf­fent­licht. Die Maß­stä­be des Urteils zu den Gren­zen der Initia­tiv­be­fug­nis­se des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses hät­ten dem­nach bis zum 15.12 1999, als der Ver­mitt­lungs­aus­schuss sei­ne Beschluss­emp­feh­lung zum Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­setz 1999 abge­ge­ben habe, bezie­hungs­wei­se bis zu den Fol­ge­ta­gen, als Bun­des­tag und Bun­des­rat der Beschluss­emp­feh­lung des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses zuge­stimmt hät­ten, von den an der Gesetz­ge­bung Betei­lig­ten noch berück­sich­tigt wer­den kön­nen. Dabei kom­me es nicht dar­auf an, dass dem Urteil – anders als vor­lie­gend – ein offe­nes, nicht kon­kre­ti­sier­tes Anru­fungs­be­geh­ren zugrun­de gele­gen habe. Denn in dem Urteil (und in der Pres­se­mit­tei­lung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts) wer­de aus­drück­lich und unmiss­ver­ständ­lich der „Rah­men des Anru­fungs­be­geh­rens” als Gren­ze für die Ver­mitt­lungs­tä­tig­keit her­vor­ge­ho­ben. Dass die­se Gren­ze im Urteils­fall selbst nicht rele­vant gewor­den sei, sei dem­ge­gen­über nicht von ent­schei­den­der Bedeu­tung.

Wegen der dar­ge­leg­ten Unver­ein­bar­keit mit Art.20 Abs. 3 und Art. 76 Abs. 1 GG kön­ne offen­blei­ben, ob und inwie­weit § 54 Abs. 9 Satz 1 BVerfGtG 1999 auch unter dem Gesichts­punkt eines Ver­sto­ßes gegen das Rück­wir­kungs­ver­bot ver­fas­sungs­wid­rig sei.

Die Rechts­an­sicht der Bun­des­re­gie­rung[↑]

Zu dem Vor­la­ge­be­schluss hat­ten die Bun­des­re­gie­rung, der Bun­des­tag, der Bun­des­rat, alle Lan­des­re­gie­run­gen, der Prä­si­dent des Bun­des­fi­nanz­hofs und die Betei­lig­ten des Aus­gangs­ver­fah­rens Gele­gen­heit zur Stel­lung­nah­me.

Geäu­ßert hat sich das Bun­des­mi­nis­te­ri­um der Finan­zen namens der Bun­des­re­gie­rung. Nach sei­ner Auf­fas­sung ist § 54 Abs. 9 Satz 1 BVerfGtG 1999 vor dem Hin­ter­grund der damals bekann­ten ver­fas­sungs­ge­richt­li­chen Recht­spre­chung in for­mell ver­fas­sungs­ge­mä­ßer Wei­se zustan­de gekom­men. Ins­be­son­de­re lie­ge kei­ne evi­den­te Über­schrei­tung der Kom­pe­ten­zen des im Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren für das Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­setz 1999 ange­ru­fe­nen Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses vor, die zu einer Ver­let­zung der Rech­te der Abge­ord­ne­ten oder des Grund­sat­zes der Öffent­lich­keit der par­la­men­ta­ri­schen Debat­te geführt habe.

Die kon­kre­ten Rech­te des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses sei­en jeden­falls bis zur Ent­schei­dung vom 07.12 1999 1 ver­fas­sungs­recht­lich – aus­drück­lich – nicht abschlie­ßend geklärt gewe­sen. So sei dem Ver­mitt­lungs­aus­schuss um der Effi­zi­enz der Gesetz­ge­bung wil­len unter ande­rem die Auf­ga­be zuge­stan­den wor­den, das Gesetz­ge­bungs­ziel soweit wie mög­lich zu ver­wirk­li­chen, ohne auf der Grund­la­ge einer erneu­ten Geset­zes­in­itia­ti­ve das Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren noch­mals durch­lau­fen zu müs­sen. Auch sei es nicht gene­rell als Ver­stoß gegen das Grund­ge­setz ange­se­hen wor­den, dass der Ver­mitt­lungs­aus­schuss in sei­nen Eini­gungs­vor­schlag Gesetz­ent­wür­fe ein­be­zo­gen habe, die nicht Gegen­stand des Anru­fungs­be­geh­rens gewe­sen sei­en.

Der Gesetz­ge­ber habe vor dem Hin­ter­grund die­ser noch nicht abschlie­ßen­den Recht­spre­chung davon aus­ge­hen kön­nen, dass es im vor­lie­gen­den Fall im Hin­blick auf § 54 Abs. 9 Satz 1 BVerfGtG 1999, der den zuvor im Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren ein­ge­führ­ten § 23 Abs. 2 Satz 5 BVerfGtG 1999 im Sin­ne des Wil­lens des Gesetz­ge­bers ledig­lich klar­stel­lend habe ergän­zen sol­len, nicht zu einer Über­schrei­tung der Rech­te des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses und einer Ver­let­zung der Rech­te der Abge­ord­ne­ten sowie des Grund­sat­zes der Öffent­lich­keit der par­la­men­ta­ri­schen Debat­te gekom­men sei.

Der Ver­mitt­lungs­aus­schuss habe mit der Rege­lung des § 54 Abs. 9 Satz 1 BVerfGtG 1999 nicht eigen­stän­dig einen voll­stän­dig neu­en Rege­lungs­in­halt in ein Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren ein­ge­führt. Viel­mehr sei der Rege­lung des § 23 Abs. 2 BVerfGtG nach ihrem Sinn und Zweck und dem Wil­len des Gesetz­ge­bers, eine bestehen­de Geset­zes­lü­cke ohne zeit­li­chen Ver­zug zu schlie­ßen, inhä­rent, dass sie erst­ma­lig bereits ab dem Ver­an­la­gungs­zeit­raum 1999 zur Anwen­dung kom­me.

Die durch das Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­setz 1999 ein­ge­führ­te Rege­lung des § 23 Abs. 2 Satz 5 BVerfGtG 1999 füh­re nur in Ver­bin­dung mit einer zeit­li­chen Anwen­dung ab dem Ver­an­la­gungs­zeit­raum 1999, wie sie § 54 Abs. 9 Satz 1 BVerfGtG 1999 in der Fas­sung des Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­set­zes 1999 fest­le­ge, zu einer fol­ge­rich­ti­gen Umset­zung des Geset­zes­wil­lens im Bereich der kör­per­schaft­steu­er­li­chen Behand­lung von emp­fan­ge­nen Aus­schüt­tun­gen. § 54 Abs. 9 Satz 1 BVerfGtG 1999 in der Fas­sung des Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­set­zes 1999 sei inso­weit als ledig­lich for­ma­le Rege­lung der zeit­li­chen Anwen­dung zu sehen, die im Rege­lungs­ge­halt des § 23 Abs. 2 Satz 5 BVerfGtG 1999 in der Fas­sung des Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­set­zes 1999 nach sei­nem Sinn und Zweck bereits ange­legt sei und kei­nen voll­stän­dig neu­en Rege­lungs­in­halt ein­füh­re.

Durch die Absen­kung des all­ge­mei­nen Steu­er­sat­zes für Gewin­ne einer Kör­per­schaft von 45 % auf 40 % und die gleich­zei­ti­ge Ein­füh­rung der Son­der­re­ge­lung des § 23 Abs. 2 Satz 1 BVerfGtG 1999 in der Fas­sung des Steu­er­ent­las­tungs­ge­set­zes 1999÷2000÷2002 ab dem Ver­an­la­gungs­zeit­raum 1999 habe der Gesetz­ge­ber zum Aus­druck gebracht, dass Gewin­ne einer Kör­per­schaft, die auf Gewinn­aus­schüt­tun­gen ande­rer Kör­per­schaf­ten beruh­ten, bei denen die­se Beträ­ge einer Kör­per­schaft­steu­er­be­las­tung von 45 % unter­le­gen hät­ten, nicht in den Genuss des gerin­ge­ren all­ge­mei­nen Steu­er­sat­zes gelan­gen soll­ten. Damit sei­en ins­be­son­de­re Gestal­tun­gen in Kon­zer­nen unter­bun­den wor­den, die andern­falls durch blo­ßes kon­zern­in­ter­nes Umschich­ten von the­sau­ri­er­ten Gewin­nen bezie­hungs­wei­se Gewinn­rück­la­gen in den Genuss einer Steu­er­sen­kung gekom­men wären. Der Gesetz­ge­ber des Steu­er­ent­las­tungs­ge­set­zes 1999÷2000÷2002 habe sei­ne Inten­ti­on zum Aus­druck gebracht, dass § 23 Abs. 2 Satz 1 BVerfGtG ab dem Ver­an­la­gungs­zeit­raum 1999 anwend­bar sein müs­se, um eine Steu­er­ent­las­tung auf 40 % in den genann­ten Fäl­len zu ver­hin­dern.

In Ergän­zung zu der bestehen­den Rege­lung des § 23 Abs. 2 Satz 1 BVerfGtG sei mit dem Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­setz 1999 durch § 23 Abs. 2 Satz 5 BVerfGtG 1999 eine Rege­lung ein­ge­führt wor­den, nach wel­cher der erhöh­te Steu­er­satz von 45 % auch für den Teil des soge­nann­ten Über­nah­me­ge­winns anzu­wen­den sei, der auf Gewinn­rück­la­gen ent­fal­le, die den in § 23 Abs. 2 Satz 1 BVerfGtG 1999 in der Fas­sung des Steu­er­ent­las­tungs­ge­set­zes 1999÷2000÷2002 genann­ten Teil­be­trä­gen ent­sprä­chen. Mit die­ser ergän­zen­den Rege­lung habe der Gesetz­ge­ber in fol­ge­rich­ti­ger Aus­ge­stal­tung der vor­ste­hen­den Grund­sät­ze eine bis­her von § 23 Abs. 2 Satz 1 BVerfGtG in der Fas­sung des Steu­er­ent­las­tungs­ge­set­zes 1999÷2000÷2002 nicht abge­deck­te gesetz­li­che Lücke geschlos­sen. Aus Gleich­heits­ge­sichts­punk­ten wäre kaum begründ­bar gewe­sen, eine Her­ab­schleu­sung der Steu­er­be­las­tung von 45 % auf 40 % bezo­gen auf „Alt­ge­win­ne” im Fal­le einer Aus­schüt­tung mit­tels § 23 Abs. 2 Satz 1 BVerfGtG 1999 in der Fas­sung des Steu­er­ent­las­tungs­ge­set­zes 1999÷2000÷2002 zu ver­hin­dern, die­ses Ergeb­nis aber im Fall einer Umwand­lung zuzu­las­sen.

Im Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­setz 1999 in der Fas­sung des ursprüng­li­chen Geset­zes­be­schlus­ses sei zwar kei­ne geson­der­te zeit­li­che Anwen­dungs­re­ge­lung vor­ge­se­hen gewe­sen. All­ge­mein sei der Ver­an­la­gungs­zeit­raum 2000 als erst­ma­li­ger Anwen­dungs­zeit­punkt vor­ge­se­hen wor­den. Zur fol­ge­rich­ti­gen Umset­zung des gesetz­ge­be­ri­schen Wil­lens, eine bestehen­de Geset­zes­lü­cke zu schlie­ßen, sei es aber gera­de zwin­gend, dass § 23 Abs. 2 Satz 1 und Satz 5 BVerfGtG zeit­gleich erst­ma­lig Anwen­dung fän­den. Andern­falls wären tat­säch­li­che Aus­schüt­tun­gen von „Alt­ge­win­nen” und deren „Aus­schüt­tung” im Wege der Umwand­lung im Ver­an­la­gungs­zeit­raum 1999 unter­schied­lich und erst ab dem Ver­an­la­gungs­zeit­raum 2000 gleich behan­delt wor­den. Die erst­ma­li­ge Anwen­dung des § 23 Abs. 2 Satz 5 BVerfGtG 1999 in der Fas­sung des Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­set­zes 1999 für den Ver­an­la­gungs­zeit­raum 1999 sei damit in die­ser Norm nach ihrem Sinn und Zweck bereits ange­legt gewe­sen. § 54 Abs. 9 Satz 1 BVerfGtG 1999 in der Fas­sung des Vor­schlags des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses habe die­sen Wil­len letzt­end­lich rein for­mal klar­ge­stellt, ohne einen voll­stän­dig neu­en und unab­hän­gi­gen Rege­lungs­in­halt ein­zu­füh­ren.

Es sei bereits im Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren bekannt gewe­sen, dass mit der Ände­rung des § 23 Abs. 2 BVerfGtG 1999 und der Hin­zu­fü­gung des Sat­zes 5 zur effek­ti­ven Erfül­lung des Wil­lens des Gesetz­ge­bers zwin­gend die zeit­li­che Anwen­dung ab dem Ver­an­la­gungs­zeit­raum 1999 ver­bun­den gewe­sen sei. Aus der Begrün­dung des Finanz­aus­schus­ses für die Ände­rung von § 23 Abs. 2 BVerfGtG gehe her­vor, dass die Hin­zu­fü­gung des neu­en Sat­zes 5 als Ergän­zung zu § 23 Abs. 2 Sät­ze 1 bis 4 BVerfGtG in der Fas­sung des Steu­er­ent­las­tungs­ge­set­zes 1999÷2000÷2002 zu sehen sei, um eine bestehen­de Geset­zes­lü­cke in Bezug auf die kör­per­schaft­steu­er­li­che Behand­lung von Aus­schüt­tun­gen bei der Umwand­lung von Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten in fol­ge­rich­ti­ger Wei­se zu schlie­ßen. Dabei wer­de – anders als der Bun­des­fi­nanz­hof es in sei­ner Vor­la­ge­be­grün­dung dar­ge­stellt habe – aus­drück­lich die zeit­li­che Kom­po­nen­te der Anwen­dung ab dem Ver­an­la­gungs­zeit­raum 1999 in Bezug genom­men. Das Bun­des­mi­nis­te­ri­um der Finan­zen zitiert dazu aus dem Bericht des Finanz­aus­schus­ses vom 11.11.1999 12:

…§ 23 Abs. 2 Satz 1 bis 4 BVerfGtG soll im Wesent­li­chen ver­hin­dern, dass die Ent­las­tung von 45 v.H. auf 40 v.H. Kör­per­schaft­steu­er für bis zum 31.12 1998 ent­stan­de­ne Gewin­ne in Kon­zern­fäl­len durch Aus­schüt­tung an die Mut­ter­ge­sell­schaft her­bei­ge­führt wird […]

Die Her­ab­schleu­sung der Belas­tung von 45 v.H. auf 40 v.H. kann außer durch Aus­schüt­tung auch durch Umwand­lung in eine Per­so­nen­ge­sell­schaft erreicht wer­den. Soweit an der Per­so­nen­ge­sell­schaft wie­der­um Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten als Gesell­schaf­ter betei­ligt sind, wür­den sie den Über­nah­me­ge­winn im Sin­ne des § 4 Abs. 4 und 5 Umwand­lungs­steu­er­ge­setz (UmwStG) nach all­ge­mei­nen Regeln mit dem Tarif von 40 v.H. ver­steu­ern, die auf Ebe­ne der umge­wan­del­ten Kapi­tal­ge­sell­schaft ent­stan­de­ne Kör­per­schaft­steu­er von 45 v.H. wäre gemäß § 10 UmwStG anzu­rech­nen. Der ange­füg­te Satz 5 schließt die Lücke, indem er den Über­nah­me­ge­winn einer Belas­tung von 45 v.H. unter­wirft.

Aus die­ser Begrün­dung gehe – unter ande­rem wegen der Ver­wen­dung des Kon­junk­tivs – ein­deu­tig her­vor, dass der Gesetz­ge­ber die gesetz­li­che Lücke nicht mit einem zeit­li­chen Ver­zug habe schlie­ßen wol­len, son­dern unmit­tel­bar ab dem Ver­an­la­gungs­zeit­raum 1999.

Der Rege­lungs­in­halt des § 54 Abs. 9 Satz 1 BVerfGtG 1999 in der Fas­sung des Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­set­zes 1999 sei den Abge­ord­ne­ten daher durch die Rege­lung des § 23 Abs. 2 Satz 5 BVerfGtG 1999 in der Fas­sung des Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­set­zes 1999 und deren Begrün­dung bereits vor der letz­ten Lesung und dem Geset­zes­be­schluss im Bun­des­tag bekannt gewe­sen. Damit sei die zeit­li­che Anwen­dungs­re­ge­lung, wie sie spä­ter in § 54 Abs. 9 Satz 1 BVerfGtG 1999 in der Fas­sung des Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­set­zes 1999 for­mal klar­ge­stellt wor­den sei, Gegen­stand des Gesetz­ge­bungs­ver­fah­rens gewe­sen und jeden­falls dem Grun­de nach in die­sem Ver­fah­ren erkenn­bar gewor­den.

Die Auf­nah­me von § 54 Abs. 9 Satz 1 BVerfGtG 1999 in das Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­setz 1999 habe den damals bekann­ten ver­fas­sungs­ge­richt­li­chen Vor­ga­ben ent­spro­chen.

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt habe dem Ver­mitt­lungs­aus­schuss in sei­nem Beschluss vom 13.05.1986 26 gera­de bei hete­ro­ge­nen Arti­kel­ge­set­zen wie dem Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­setz 1999 einen wei­ten Ver­mitt­lungs­rah­men zuge­stan­den. Nach sei­ner zu jener Zeit ver­tre­te­nen Auf­fas­sung sei der Spiel­raum für Alter­na­tiv- und Ergän­zungs­vor­schlä­ge im Ver­mitt­lungs­ver­fah­ren umso wei­ter gewe­sen, je umfas­sen­der die Mate­rie und das Rege­lungs­ziel des Geset­zes­be­schlus­ses gewe­sen sei­en. Dass in jenem Fall das Anru­fungs­be­geh­ren zu dem Ver­mitt­lungs­ver­fah­ren inhalt­lich nicht begrenzt wor­den sei, habe das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt nicht aus­drück­lich zu einer zwin­gen­den Bedin­gung für die Ein­be­zie­hung von Ergän­zungs­re­ge­lun­gen in das Ver­mitt­lungs­ver­fah­ren gemacht. Viel­mehr habe das Gericht es all­ge­mein nicht als Ver­fas­sungs­ver­stoß ange­se­hen, dass der Ver­mitt­lungs­aus­schuss in sei­nen Eini­gungs­vor­schlag Gesetz­ent­wür­fe ein­be­zo­gen habe, die nicht Gegen­stand des Anru­fungs­be­geh­rens gewe­sen sei­en.

Es habe einen inne­ren Zusam­men­hang einer vom Ver­mitt­lungs­aus­schuss vor­ge­schla­ge­nen Rege­lung zum Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren genü­gen las­sen, wenn die Rege­lung zumin­dest nahe­ge­le­gen habe. Dabei habe es sich – anders als im vor­lie­gen­den Fall – nicht ledig­lich um eine klar­stel­len­de Ergän­zungs­re­ge­lung, son­dern um eigen­stän­di­ge Normin­hal­te gehan­delt. Der Gesetz­ge­ber habe daher davon aus­ge­hen kön­nen, dass die rein klar­stel­len­de Ergän­zungs­re­ge­lung des § 54 Abs. 9 Satz 1 BVerfGtG 1999 in der Fas­sung des Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­set­zes 1999, die dem zuvor aus­ge­drück­ten Geset­zes­wil­len ent­spro­chen habe, erst recht durch den Ver­mitt­lungs­aus­schuss mit habe ein­be­zo­gen wer­den kön­nen.

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt habe zudem als Zweck des Ver­mitt­lungs­ver­fah­rens aner­kannt, das Gesetz­ge­bungs­ziel um der Effi­zi­enz der Gesetz­ge­bung wil­len soweit wie mög­lich zu ver­wirk­li­chen, ohne auf der Grund­la­ge einer erneu­ten Geset­zes­in­itia­ti­ve, die den Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten zwi­schen Bun­des­tag und Bun­des­rat Rech­nung tra­ge, das Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren noch­mals durch­lau­fen zu müs­sen. Das wäre jedoch bezüg­lich der zuvor unbe­rück­sich­tigt geblie­be­nen Anpas­sung des § 54 BVerfGtG im Hin­blick auf die Ein­fü­gung des § 23 Abs. 2 Satz 5 BVerfGtG not­wen­dig gewe­sen. Eine eigen­stän­di­ge Geset­zes­vor­la­ge sowie ein unab­hän­gi­ges Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren allein für § 54 Abs. 9 Satz 1 BVerfGtG 1999 in der Fas­sung des Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­set­zes 1999 wäre nicht nur inef­fi­zi­ent gewe­sen, son­dern hät­te auch eine Ver­ab­schie­dung noch im Jahr 1999 unmög­lich gemacht. Damit wäre die Norm ins­be­son­de­re aus Rück­wir­kungs­ge­sichts­punk­ten hin­fäl­lig gewe­sen, was dem Wil­len des Gesetz­ge­bers nicht ent­spro­chen hät­te.

Zum Zeit­punkt der Anru­fung des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses habe für den Gesetz­ge­ber kein Anlass bestan­den, von enge­ren Gren­zen in Bezug auf das Ver­mitt­lungs­ver­fah­ren aus­zu­ge­hen. Aber auch nach Ver­öf­fent­li­chung des Urteils des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 07.12 1999 1 habe der Gesetz­ge­ber jeden­falls in Bezug auf das lau­fen­de Ver­mitt­lungs­ver­fah­ren von nichts ande­rem aus­ge­hen kön­nen.

Der Ver­mitt­lungs­aus­schuss habe sei­ne Beschluss­emp­feh­lung am 15.12 1999 abge­ge­ben, also weni­ge Tage nach dem Bekannt­wer­den des Urteils. Das Ver­mitt­lungs­ver­fah­ren sei zu die­sem Zeit­punkt bereits weit fort­ge­schrit­ten gewe­sen. Die Rege­lung des § 54 Abs. 9 Satz 1 BVerfGtG 1999 in der Fas­sung des Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­set­zes 1999, die nicht wei­ter strit­tig bera­ten wor­den sei, habe von vorn­her­ein dem Wil­len des Gesetz­ge­bers ent­spro­chen, so dass auch in Anbe­tracht des Urteils des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 07.12 1999 kei­ne Ver­an­las­sung bestan­den habe, hier­für ein erneu­tes eigen­stän­di­ges Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren ins Leben zu rufen. Da dies auch zeit­lich kaum durch­führ­bar gewe­sen wäre, hät­te ein sol­ches Vor­ge­hen dem Wil­len des Gesetz­ge­bers wider­spro­chen.

Die im Urteil vom 07.12 1999 auf­ge­stell­ten Vor­ga­ben für ein for­mal ord­nungs­ge­mä­ßes Ver­mitt­lungs­ver­fah­ren bezö­gen sich ins­ge­samt auf Form, Art und Wei­se der Behand­lung einer Mate­rie vor Anru­fung des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses. Sie mäßen dem Anru­fungs­be­geh­ren eine wesent­lich ent­schei­den­de­re, ein­schrän­ken­de­re Rol­le zu, als sich dies aus der zuvor bekann­ten Recht­spre­chung erge­ben habe. Der Ver­mitt­lungs­aus­schuss sei aber schon vor Bekannt­wer­den des Urteils ange­ru­fen wor­den, die neu­en Vor­ga­ben hät­ten bei sei­ner Anru­fung also gar nicht beach­tet wer­den kön­nen. Hier­aus kön­ne dem Gesetz­ge­ber im Nach­hin­ein kein Vor­wurf gemacht wer­den. Er müs­se ein unter Berück­sich­ti­gung der bis­he­ri­gen ver­fas­sungs­ge­richt­li­chen Vor­ga­ben begon­ne­nes Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren ord­nungs­ge­mäß zu Ende brin­gen kön­nen.

Dar­über hin­aus sei den betei­lig­ten Orga­nen aus­rei­chend Zeit zuzu­bil­li­gen gewe­sen, um die Aus­wir­kun­gen des Urteils vom 07.12 1999 auch in Abstim­mung mit den zustän­di­gen Res­sorts ein­zu­schät­zen und Schluss­fol­ge­run­gen zu zie­hen. Zu berück­sich­ti­gen sei auch, dass das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt erst im Beschluss vom 15.01.2008 27 sein Urteil vom 07.12 1999 bekräf­tigt und aus­drück­lich als den Maß­stab erkannt habe, mit dem die Grund­sät­ze für ein for­mal ord­nungs­ge­mä­ßes Ver­mitt­lungs­ver­fah­ren abschlie­ßend kon­kre­ti­siert wor­den sei­en. Dass inso­weit auf Sei­ten des Gesetz­ge­bers auch nach dem Urteil vom 07.12 1999 noch Unsi­cher­hei­ten bestan­den hät­ten, bele­ge die neu­er­li­che Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts zum Haus­halts­be­gleit­ge­setz 2004 vom 08.12 2009 28.

Zuläs­sig­keit der Rich­ter­vor­la­ge[↑]

Die Vor­la­ge ist zuläs­sig.

Der Vor­la­ge­be­schluss wird den Anfor­de­run­gen aus Art. 100 Abs. 1 GG und § 80 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG gerecht. Der Bun­des­fi­nanz­hof hat den Rege­lungs­in­halt sowie die Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit der Norm her­aus­ge­ar­bei­tet und sei­ne Auf­fas­sung von der Ver­fas­sungs­wid­rig­keit der Norm unter Berück­sich­ti­gung des ihr zugrun­de lie­gen­den Gesetz­ge­bungs­ver­fah­rens in Aus­ein­an­der­set­zung mit der ver­fas­sungs­ge­richt­li­chen Recht­spre­chung nach­voll­zieh­bar begrün­det 29.

Auch wenn eine zur Prü­fung vor­ge­leg­te Norm unter unter­schied­li­chen ver­fas­sungs­recht­li­chen Gesichts­punk­ten Beden­ken auf­wirft, muss der Vor­la­ge­be­schluss die Begrün­dungs­an­for­de­run­gen von § 80 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG nur hin­sicht­lich eines Ver­fas­sungs­ver­sto­ßes erfül­len 30. Das ist in Bezug auf die Über­schrei­tung der Kom­pe­ten­zen des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses der Fall. Es ist des­halb unschäd­lich, dass der Vor­la­ge­be­schluss aus­drück­lich offen­lässt, ob § 54 Abs. 9 Satz 1 BVerfGtG 1999 in der Fas­sung des Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­set­zes 1999 auch unter dem Gesichts­punkt eines Ver­sto­ßes gegen das Rück­wir­kungs­ver­bot ver­fas­sungs­wid­rig ist.

Die Kom­pe­ten­zen des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses[↑]

§ 54 Abs. 9 Satz 1 BVerfGtG 1999 in der Fas­sung des Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­set­zes 1999 ist unter Über­schrei­tung der durch Art.20 Abs. 2, Art. 38 Abs. 1 Satz 2, Art. 42 Abs. 1 Satz 1 und Art. 76 Abs. 1 GG dem Ver­mitt­lungs­aus­schuss ein­ge­räum­ten Kom­pe­ten­zen zustan­de gekom­men und des­halb mit dem Grund­ge­setz unver­ein­bar.

Die Kom­pe­ten­zen des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses (Art. 77 Abs. 2 GG) und ihre Gren­zen sind in der Ver­fas­sung nicht aus­drück­lich gere­gelt. Sie erge­ben sich aber aus sei­ner Funk­ti­on und Stel­lung in dem gemäß dem Grund­ge­dan­ken des Art.20 Abs. 2 GG durch Art. 38 Abs. 1 Satz 2, Art. 42 Abs. 1 Satz 1 und Art. 77 ff. GG aus­ge­stal­te­ten Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren und sind in der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts geklärt 31. Danach darf der Ver­mitt­lungs­aus­schuss eine Ände­rung, Ergän­zung oder Strei­chung der vom Bun­des­tag beschlos­se­nen Vor­schrif­ten nur vor­schla­gen, wenn und soweit die­ser Eini­gungs­vor­schlag im Rah­men des bis­he­ri­gen Gesetz­ge­bungs­ver­fah­rens und zugleich inner­halb der durch das Anru­fungs­be­geh­ren gesteck­ten Gren­zen ver­bleibt. Außer­halb die­ser bei­den Schran­ken ist der Ver­mitt­lungs­aus­schuss nur bei offen­sicht­li­chen Unrich­tig­kei­ten zur Kor­rek­tur befugt.

Der Ver­mitt­lungs­aus­schuss hat kein eige­nes Geset­zes­in­itia­tiv­recht, son­dern ver­mit­telt zwi­schen den zuvor par­la­men­ta­risch bera­te­nen Rege­lungs­al­ter­na­ti­ven 32. Die Ein­rich­tung des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses zielt auf die Aus­hand­lung von Kom­pro­mis­sen zwi­schen den gesetz­ge­ben­den Kör­per­schaf­ten, indem die für ein kon­kre­tes Gesetz­ge­bungs­vor­ha­ben maß­geb­li­chen poli­ti­schen Mei­nun­gen zum Aus­gleich gebracht wer­den 33. Sei­ne jeder Ver­mitt­lungs­tä­tig­keit inne­woh­nen­de fak­ti­sche Gestal­tungs­macht wird durch die ver­fas­sungs­recht­li­che Aus­ge­stal­tung des Gesetz­ge­bungs­ver­fah­rens beschränkt 34. Der Eini­gungs­vor­schlag soll eine Brü­cke zwi­schen schon erör­ter­ten Alter­na­ti­ven schla­gen. Der Ver­mitt­lungs­aus­schuss ist dar­auf beschränkt, auf der Grund­la­ge des Geset­zes­be­schlus­ses und des vor­he­ri­gen Gesetz­ge­bungs­ver­fah­rens Ände­rungs­vor­schlä­ge zu erar­bei­ten, die sich, aus­ge­hend vom Anru­fungs­be­geh­ren, im Rah­men der par­la­men­ta­ri­schen Ziel­set­zung des Gesetz­ge­bungs­vor­ha­bens bewe­gen und die jeden­falls im Ansatz sicht­bar gewor­de­nen poli­ti­schen Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten zwi­schen Deut­schem Bun­des­tag und Bun­des­rat aus­glei­chen 34. Es geht dage­gen nicht um eine noch­ma­li­ge freie Bera­tung des Gesetz­ge­bungs­vor­schlags, zu dem die­se unter­schied­li­che Posi­tio­nen ein­ge­nom­men haben 35.

Im Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren kommt dem Deut­schen Bun­des­tag die ent­schei­den­de Funk­ti­on zu: Die Bun­des­ge­set­ze wer­den nach Art. 77 Abs. 1 Satz 1 GG vom Bun­des­tag beschlos­sen. Der Bun­des­rat ist dem­ge­gen­über auf die Mit­wir­kung bei der Gesetz­ge­bung des Bun­des beschränkt (Art. 50 GG); er kann durch einen Ein­spruch oder die Ver­wei­ge­rung einer erfor­der­li­chen Zustim­mung Ein­fluss auf die Gesetz­ge­bung neh­men 36.

Der Ver­mitt­lungs­vor­schlag ist des­halb inhalt­lich und for­mal an den durch den Bun­des­tag vor­ge­ge­be­nen Rah­men gebun­den 37. Der Vor­schlag muss dem Bun­des­tag auf­grund der dort geführ­ten Debat­te zure­chen­bar sein; die­ser muss ihn auf der Grund­la­ge sei­ner Debat­te über ihm vor­lie­gen­de Anträ­ge und Stel­lung­nah­men als ein ihm zuzu­rech­nen­des und von ihm zu ver­ant­wor­ten­des Ergeb­nis sei­nes par­la­men­ta­ri­schen Ver­fah­rens erken­nen und aner­ken­nen kön­nen 38. Maß­geb­lich sind die in das Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren des Bun­des­ta­ges ein­ge­führ­ten Anträ­ge und Stel­lung­nah­men der Abge­ord­ne­ten, aber auch des Bun­des­ra­tes sowie im Fal­le einer Regie­rungs­vor­la­ge gege­be­nen­falls der Bun­des­re­gie­rung. Es sind nur die­je­ni­gen Umstän­de zu berück­sich­ti­gen, die im maß­geb­li­chen Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren selbst lie­gen; eine Gesamt­be­trach­tung aller im par­la­men­ta­ri­schen Pro­zess erkenn­ba­ren Wil­lens- und Absichts­be­kun­dun­gen außer­halb des kon­kre­ten Gesetz­ge­bungs­ver­fah­rens wür­de die Förm­lich­keit die­ses Ver­fah­rens unter­gra­ben und damit die Gesetz­ge­bungs­funk­ti­on des Bun­des­ta­ges schwä­chen 39. Die Reich­wei­te eines Ver­mitt­lungs­vor­schlags ist des­halb durch die­je­ni­gen Rege­lungs­ge­gen­stän­de begrenzt, die bis zur letz­ten Lesung im Bun­des­tag in das jewei­li­ge Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren ein­ge­führt waren 40.

Auch wenn die­se Ein­füh­rung in das Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren nicht in Form eines aus­for­mu­lier­ten Gesetz­ent­wurfs erfolgt sein muss, so muss der Rege­lungs­ge­gen­stand, der zur Grund­la­ge eines Vor­schlags im Ver­mitt­lungs­aus­schuss wer­den kann, doch in so bestimm­ter Form vor­ge­le­gen haben, dass sei­ne sach­li­che Trag­wei­te dem Grun­de nach erkenn­bar war. Eine all­ge­mei­ne Ziel­for­mu­lie­rung genügt hier­für nicht 41. Dabei ist auch von Bedeu­tung, ob die Stel­lung­nah­me einen hin­rei­chend kla­ren Bezug zu dem jewei­li­gen Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren auf­weist 36.

Die ver­fas­sungs­recht­li­chen Rech­te der Abge­ord­ne­ten, die aus ihrem in Art. 38 Abs. 1 Satz 2 GG ver­an­ker­ten reprä­sen­ta­ti­ven Sta­tus fol­gen, umfas­sen nicht nur das Recht, im Deut­schen Bun­des­tag abzu­stim­men (zu „beschlie­ßen”, vgl. Art. 42 Abs. 2 GG), son­dern auch das Recht zu bera­ten (zu „ver­han­deln”, vgl. Art. 42 Abs. 1 GG). Grund­la­ge einer sinn­vol­len Bera­tung muss dabei eine hin­rei­chen­de Infor­ma­ti­on über den Bera­tungs­ge­gen­stand sein 42. Vor­aus­set­zung für das Auf­grei­fen eines Rege­lungs­ge­gen­stan­des durch den Ver­mitt­lungs­aus­schuss ist daher, dass die betref­fen­den Anträ­ge und Stel­lung­nah­men im Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren vor dem Geset­zes­be­schluss bekannt gege­ben wor­den sind und grund­sätz­lich alle Abge­ord­ne­ten 43 die Mög­lich­keit hat­ten, die­se zu erör­tern, Mei­nun­gen zu ver­tre­ten, Rege­lungs­al­ter­na­ti­ven vor­zu­stel­len und hier­für eine Mehr­heit im Par­la­ment zu suchen. Die­se Mög­lich­keit wird ver­schlos­sen, wenn Rege­lungs­ge­gen­stän­de erst nach der letz­ten Lesung im Bun­des­tag in das Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren ein­ge­führt wer­den 44.

Der Grund­satz der Par­la­ments­öf­fent­lich­keit nach Art. 42 Abs. 1 Satz 1 GG ist ein wesent­li­ches Ele­ment des demo­kra­ti­schen Par­la­men­ta­ris­mus. Er ermög­licht dem Bür­ger die Wahr­neh­mung sei­ner Kon­troll­funk­ti­on und dient damit der effek­ti­ven Ver­ant­wort­lich­keit des Par­la­ments gegen­über dem Wäh­ler 45. Öffent­li­ches Ver­han­deln von Argu­ment und Gegen­ar­gu­ment, öffent­li­che Debat­te und öffent­li­che Dis­kus­si­on sind wesent­li­che Ele­men­te des demo­kra­ti­schen Par­la­men­ta­ris­mus. Das im par­la­men­ta­ri­schen Ver­fah­ren gewähr­leis­te­te Maß an Öffent­lich­keit der Aus­ein­an­der­set­zung und Ent­schei­dungs­su­che eröff­net Mög­lich­kei­ten eines Aus­gleichs wider­strei­ten­der Inter­es­sen und schafft die Vor­aus­set­zun­gen der Kon­trol­le durch die Bür­ger 46. Ent­schei­dun­gen von erheb­li­cher Trag­wei­te muss des­halb grund­sätz­lich ein Ver­fah­ren vor­aus­ge­hen, das der Öffent­lich­keit Gele­gen­heit bie­tet, ihre Auf­fas­sun­gen aus­zu­bil­den und zu ver­tre­ten, und das die Volks­ver­tre­tung dazu anhält, Not­wen­dig­keit und Umfang der zu beschlie­ßen­den Maß­nah­men in öffent­li­cher Debat­te zu klä­ren 47. Könn­te sich der Ver­mitt­lungs­aus­schuss von der Grund­la­ge des Geset­zes­be­schlus­ses und des vor­he­ri­gen Gesetz­ge­bungs­ver­fah­rens lösen, so wür­de der von Ver­fas­sungs wegen gebo­te­ne Zusam­men­hang zwi­schen der öffent­li­chen Debat­te im Par­la­ment und der spä­te­ren Schlich­tung zwi­schen den an der Gesetz­ge­bung betei­lig­ten Ver­fas­sungs­or­ga­nen zulas­ten der öffent­li­chen Beob­ach­tung des Gesetz­ge­bungs­ver­fah­rens auf­ge­löst. Denn der Ver­mitt­lungs­aus­schuss tagt im Inter­es­se der Effi­zi­enz sei­ner Arbeit unter Aus­schluss der Öffent­lich­keit und muss sei­ne Emp­feh­lun­gen nicht unmit­tel­bar vor der Öffent­lich­keit ver­ant­wor­ten 48. Sei­ne Pro­to­kol­le wer­den nach inter­ner Übung erst in der drit­ten Wahl­pe­ri­ode nach der betref­fen­den Sit­zung öffent­lich zugäng­lich gemacht.

Durch das Anru­fungs­be­geh­ren kann der Ver­mitt­lungs­auf­trag inner­halb des Rah­mens des bis­he­ri­gen Gesetz­ge­bungs­ver­fah­rens wei­ter ein­ge­schränkt wer­den.

Der Gegen­stand des Ver­mitt­lungs­ver­fah­rens wird durch die Geset­zes­be­schlüs­se des Bun­des­ta­ges, durch die im Ver­lauf des vor­an­ge­gan­ge­nen Gesetz­ge­bungs­ver­fah­rens in die­ses ein­ge­führ­ten Anträ­ge, Stel­lung­nah­men und Anre­gun­gen und durch den Inhalt des Anru­fungs­be­geh­rens bestimmt 49. Das Grund­ge­setz ver­hält sich nicht zum zuläs­si­gen Inhalt eines Anru­fungs­be­geh­rens; es lässt auch wei­te Anru­fungs­be­geh­ren zu, die ein hete­ro­ge­nes Arti­kel­ge­setz ins­ge­samt in Bezug neh­men 50. Der Ver­mitt­lungs­aus­schuss darf aber kei­nen Vor­schlag unter­brei­ten, der außer­halb der bis­he­ri­gen Auf­fas­sungs­un­ter­schie­de im Par­la­ment oder der bis­he­ri­gen Gegen­läu­fig­keit zwi­schen Bun­des­tag und Bun­des­rat bleibt. Bei einem wei­ten Anru­fungs­be­geh­ren bedarf der dar­in ent­hal­te­ne Ver­mitt­lungs­auf­trag inso­weit deut­li­cher Umgren­zung 51.

Wird der Anru­fungs­auf­trag prä­zi­se gefasst und auf ein­zel­ne Vor­schrif­ten begrenzt, muss der Ver­mitt­lungs­aus­schuss die übri­gen Rege­lun­gen des vom Bun­des­tag beschlos­se­nen Geset­zes als end­gül­tig hin­neh­men. Dem Ver­mitt­lungs­aus­schuss ist der eigen­stän­di­ge Zugriff auf Geset­zes­tei­le, auf die sich das Anru­fungs­be­geh­ren nicht erstreckt, ver­wehrt 52. Er wird nicht kraft einer auto­no­men Stel­lung im Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren tätig, son­dern emp­fängt sei­nen Auf­trag im Rah­men des Legi­ti­ma­ti­ons­grun­des und der Gren­zen des Anru­fungs­be­geh­rens 53.

Die auf­ge­zeig­ten Schran­ken schlie­ßen die Kor­rek­tur von im Geset­zes­be­schluss ent­hal­te­nen offen­sicht­li­chen Unrich­tig­kei­ten jen­seits der dem Ver­mitt­lungs­aus­schuss dadurch gesteck­ten Gren­zen nicht aus. Sie ist im Inter­es­se einer funk­ti­ons­fä­hi­gen Gesetz­ge­bung ohne noch­ma­li­ge Ein­schal­tung der gesetz­ge­ben­den Kör­per­schaf­ten gerecht­fer­tigt (vgl. § 122 Abs. 3 der Geschäfts­ord­nung des Deut­schen Bun­des­ta­ges, § 61 der Gemein­sa­men Geschäfts­ord­nung der Bun­des­mi­nis­te­ri­en) und kann auch im Eini­gungs­vor­schlag des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses erfol­gen 54. Aller­dings ist eine sol­che Kor­rek­tur wegen des den gesetz­ge­ben­den Kör­per­schaf­ten zukom­men­den Anspruchs auf Ach­tung und Wah­rung der allein ihnen zuste­hen­den Kom­pe­tenz, den Inhalt von Geset­zen zu bestim­men, nur in sehr engen Gren­zen zuläs­sig. Sie beschränkt sich auf offen­sicht­li­che Unrich­tig­kei­ten. Dabei kann sich eine offen­sicht­li­che Unrich­tig­keit nicht allein aus dem Norm­text, son­dern ins­be­son­de­re auch unter Berück­sich­ti­gung des Sinn­zu­sam­men­hangs und der Mate­ria­li­en des Geset­zes erge­ben. Maß­ge­bend ist, dass mit der Berich­ti­gung nicht der recht­lich erheb­li­che Gehalt der Norm und mit ihm sei­ne Iden­ti­tät ange­tas­tet wird 55.

Bewer­tung im kon­kre­ten Fall[↑]

Nach die­sen Maß­stä­ben ist § 54 Abs. 9 Satz 1 BVerfGtG 1999 in der Fas­sung des Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­set­zes 1999 nicht in for­mell ver­fas­sungs­mä­ßi­ger Wei­se zustan­de gekom­men. Der Ver­mitt­lungs­aus­schuss hat eine Bestim­mung in sei­nen Eini­gungs­vor­schlag auf­ge­nom­men, die sowohl den Rah­men des bis­he­ri­gen Gesetz­ge­bungs­ver­fah­rens als auch das Anru­fungs­be­geh­ren über­schrei­tet. Sie kor­ri­giert nicht ledig­lich eine offen­sicht­li­che Unrich­tig­keit. Die­ser Man­gel im Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren berührt die Gül­tig­keit der zur Prü­fung vor­ge­leg­ten Norm.

Die zeit­li­che Anwen­dungs­re­gel des § 54 Abs. 9 Satz 1 BVerfGtG 1999 in der Fas­sung des Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­set­zes 1999 war bis zu dem Geset­zes­be­schluss des Bun­des­ta­ges nicht Gegen­stand des Gesetz­ge­bungs­ver­fah­rens. Ihr Norm­ge­halt ist dem Bun­des­tag nicht auf­grund der dort geführ­ten Debat­te zure­chen­bar.

Der Gesetz­ent­wurf wur­de im Bun­des­tag auf Vor­schlag des Finanz­aus­schus­ses um die Rege­lung von § 23 Abs. 2 Satz 5 BVerfGtG 1999 ergänzt, durch den Über­nah­me­ge­win­ne eben­so wie Gewinn­aus­schüt­tun­gen (§ 23 Abs. 2 Sät­ze 1 bis 4 BVerfGtG 1999 in der Fas­sung des Steu­er­ent­las­tungs­ge­set­zes 1999÷2000÷2002) einem Steu­er­satz von 45 % unter­wor­fen wer­den soll­ten. Damit soll­te eine Her­ab­schleu­sung der Steu­er­be­las­tung inner­halb eines Kon­zerns auf den all­ge­mei­nen Steu­er­satz von 40 % für Gewin­ne einer Kör­per­schaft nicht nur durch Gewinn­aus­schüt­tung, son­dern auch durch Umwand­lung ver­hin­dert wer­den 56.

Der Gesetz­ge­ber woll­te auf die­se Wei­se eine Lücke schlie­ßen, die – begin­nend mit dem Ver­an­la­gungs­jahr 1999 (vgl. § 54 Abs. 1 BVerfGtG 1999 in der Fas­sung des Steu­er­ent­las­tungs­ge­set­zes 1999÷2000÷2002) – durch das Steu­er­ent­las­tungs­ge­setz 1999÷2000÷2002 ent­stan­den war. Jedoch sah der Vor­schlag des Finanz­aus­schus­ses eine Lücken­schlie­ßung erst ab dem Ver­an­la­gungs­jahr 2000 vor, weil die Ände­run­gen des Kör­per­schaft­steu­er­ge­set­zes nach der in dem Gesetz­ent­wurf des Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­set­zes 1999 vor­ge­se­he­nen Fas­sung von § 54 Abs. 1 BVerfGtG 1999 erst­mals für den Ver­an­la­gungs­zeit­raum 2000 gel­ten soll­ten (vgl. Art. 4 Nr. 9 Buch­sta­be a des Gesetz­ent­wurfs, BT-Drs. 14/​2035, S. 30).

Das Vor­zie­hen der Anwen­dung von § 23 Abs. 2 Satz 5 BVerfGtG 1999 auf den 1.01.1999 ist erst vom Ver­mitt­lungs­aus­schuss emp­foh­len wor­den (§ 54 Abs. 9 Satz 1 BVerfGtG 1999 in der Fas­sung der Beschluss­emp­feh­lung, vgl. BT-Drs. 14/​2380, S. 3).

Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums der Finan­zen war dem Vor­schlag des Finanz­aus­schus­ses die erst­ma­li­ge Anwen­dung von § 23 Abs. 2 Satz 5 BVerfGtG 1999 bereits ab dem Ver­an­la­gungs­zeit­raum 1999 nicht inhä­rent, auch wenn nur dadurch eine voll­stän­di­ge Schlie­ßung der fest­ge­stell­ten Geset­zes­lü­cke hät­te erreicht wer­den kön­nen. Da das Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­setz 1999 erst in der zwei­ten Hälf­te des Jah­res 1999 bera­ten wor­den ist, bedeu­te­te die Anwen­dung von § 23 Abs. 2 Satz 5 BVerfGtG 1999 bereits im Ver­an­la­gungs­zeit­raum 1999 eine unech­te Rück­wir­kung, weil die Vor­schrift zwar erst zum 1.01.2000 in Kraft tre­ten soll­te (Art. 25 Abs. 1 des Gesetz­ent­wurfs in der Fas­sung der BT-Drs. 14/​2035, S. 72), belas­ten­de Rechts­fol­gen tat­be­stand­lich aber von einem bereits ins Werk gesetz­ten Sach­ver­halt aus­ge­löst wer­den konn­ten 57.

Eine sol­che unech­te Rück­wir­kung ist nicht grund­sätz­lich unzu­läs­sig. Der Gesetz­ge­ber muss jedoch dem ver­fas­sungs­recht­lich gebo­te­nen Ver­trau­ens­schutz in hin­rei­chen­dem Maß Rech­nung tra­gen. Die Inter­es­sen der All­ge­mein­heit, die mit der Rege­lung ver­folgt wer­den, und das Ver­trau­en des Ein­zel­nen auf die Fort­gel­tung der Rechts­la­ge sind abzu­wä­gen 58. Der Grund­satz der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit muss gewahrt sein 59. Die gesetz­ge­be­ri­schen Erwä­gun­gen dazu, dass über­haupt eine Lücken­schlie­ßung erfol­gen soll, tra­gen des­halb nicht ohne wei­te­res auch eine rück­wir­ken­de Schlie­ßung. Auf die Fra­ge, ob im vor­lie­gen­den Fall eine rück­wir­ken­de Rege­lung ver­fas­sungs­recht­lich zuläs­sig gewe­sen wäre, kommt es dafür nicht an. Aus der Ent­schei­dung für eine Lücken­schlie­ßung kann jeden­falls nicht not­wen­dig gefol­gert wer­den, der Bun­des­tag habe selbst­ver­ständ­lich eine rück­wir­ken­de Schlie­ßung gewollt und beschlos­sen.

Davon konn­ten und muss­ten die Abge­ord­ne­ten auch nach dem Bericht des Finanz­aus­schus­ses 12 nicht aus­ge­hen. Dort wird zwar auf das Bestehen einer Geset­zes­lü­cke seit dem Ver­an­la­gungs­zeit­raum 1999 hin­ge­wie­sen, deren Fol­gen im Kon­di­tio­nal geschil­dert wer­den 60, bevor abschlie­ßend aus­ge­führt wird, Satz 5 schlie­ße die Lücke, indem er den Über­nah­me­ge­winn einer Belas­tung von 45 v.H. unter­wer­fe. Auch die­se Erläu­te­rung kann jedoch im Zusam­men­hang mit der unver­än­der­ten Ent­wurfs­fas­sung von § 54 Abs. 1 BVerfGtG zwang­los als Schil­de­rung der Rechts­la­ge ab dem Ver­an­la­gungs­jahr 2000 einer­seits ohne und ande­rer­seits mit der Ergän­zung von § 23 Abs. 2 BVerfGtG 1999 um den neu­en Satz 5 ver­stan­den wer­den.

Unab­hän­gig davon ist die zur Prü­fung vor­ge­leg­te Vor­schrift auch des­halb nicht in for­mell ver­fas­sungs­mä­ßi­ger Wei­se zustan­de gekom­men, weil der Ver­mitt­lungs­aus­schuss den ihm durch das Anru­fungs­be­geh­ren ein­ge­räum­ten Spiel­raum über­schrit­ten hat.

Der Bun­des­rat hat den Ver­mitt­lungs­aus­schuss ledig­lich zu Art. 1 Nr. 6, 10, 15a und 30 Buch­sta­be f StBereinG 1999 ange­ru­fen 61. Die­se Bestim­mun­gen regeln ver­schie­de­ne Ände­run­gen des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes, die sich aus­nahms­los zur Besteue­rung der Erträ­ge aus Kapi­tal­le­bens­ver­si­che­run­gen ver­hal­ten. Auch aus der Begrün­dung des Anru­fungs­be­geh­rens ergibt sich eine Mei­nungs­ver­schie­den­heit zwi­schen dem Bun­des­tag und dem Bun­des­rat nur im Hin­blick auf die Fra­ge, ob die Erträ­ge von Kapi­tal­le­bens­ver­si­che­run­gen besteu­ert wer­den sol­len 62.

Durch das auf ein­zel­ne Bestim­mun­gen beschränk­te und auf eine kon­kre­te Fra­ge­stel­lung gerich­te­te Anru­fungs­be­geh­ren war der Ver­mitt­lungs­aus­schuss beauf­tragt, in der Fra­ge der Ein­füh­rung einer Besteue­rung von Erträ­gen aus Kapi­tal­le­bens­ver­si­che­run­gen zwi­schen dem Bun­des­tag und dem Bun­des­rat zu ver­mit­teln. Für die Rege­lung des zeit­li­chen Anwen­dungs­be­reichs der Besteue­rung bestimm­ter Über­nah­me­ge­win­ne im Kör­per­schaft­steu­er­ge­setz fehl­te ihm dage­gen die Kom­pe­tenz. Die­se lag außer­halb der bestehen­den Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten zwi­schen dem Bun­des­tag und dem Bun­des­rat, zu deren Aus­gleich der Ver­mitt­lungs­aus­schuss beru­fen ist.

Mit dem Vor­schlag, in § 54 Abs. 9 Satz 1 BVerfGtG 1999 die rück­wir­ken­de Anwen­dung von § 23 Abs. 2 Satz 5 BVerfGtG 1999 ab dem Ver­an­la­gungs­jahr 1999 vor­zu­se­hen, hat der Ver­mitt­lungs­aus­schuss nicht ledig­lich eine offen­sicht­li­che Unrich­tig­keit kor­ri­giert. Auch unter Berück­sich­ti­gung des Sinn­zu­sam­men­hangs und der Mate­ria­li­en des Geset­zes ist nicht ein­deu­tig erkenn­bar, dass der Bun­des­tag eine rück­wir­ken­de Lücken­schlie­ßung beab­sich­tig­te. Mit der Bestim­mung der rück­wir­ken­den Anwen­dung von § 23 Abs. 2 Satz 5 BVerfGtG 1999 wird der recht­lich erheb­li­che Gehalt der Norm ver­än­dert. Des­halb han­delt es sich nicht um eine Unrich­tig­keit, die der Ver­mitt­lungs­aus­schuss hät­te kor­ri­gie­ren dür­fen. Dies gilt selbst dann, wenn der Bun­des­tag die Rege­lungs­be­dürf­tig­keit des rück­wir­ken­den Inkraft­tre­tens zur voll­stän­di­gen Lücken­schlie­ßung über­se­hen haben soll­te.

Der Man­gel im Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren berührt die Gül­tig­keit der zur Prü­fung vor­ge­leg­ten Norm. Dabei kann die Fra­ge, ob und in wel­chen Fäl­len die Evi­denz eines Feh­lers Vor­aus­set­zung sei­ner Rechts­fol­gen­er­heb­lich­keit ist 63, auf sich beru­hen. Für die an der Gesetz­ge­bung betei­lig­ten Orga­ne war bei ver­stän­di­ger Wür­di­gung erkenn­bar, dass das Ver­fah­ren der Ein­fü­gung des § 54 Abs. 9 Satz 1 BVerfGtG 1999 durch das Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­setz 1999 nicht den Vor­ga­ben des Grund­ge­set­zes ent­sprach. Im Hin­blick auf die Bedeu­tung der Reich­wei­te des Anru­fungs­be­geh­rens war die Ver­fas­sungs­rechts­la­ge bereits vor dem Urteil des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 07.12 1999 1 geklärt. Im Übri­gen hät­ten der Ver­mitt­lungs­aus­schuss eben­so wie Bun­des­tag und Bun­des­rat auch die Maß­ga­ben die­ses Urteils bei ihren erst nach der Ver­kün­dung des Urteils gefass­ten Beschlüs­sen berück­sich­ti­gen kön­nen und müs­sen.

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat bereits in sei­nem Beschluss zum Zwei­ten Haus­halts­struk­tur­ge­setz vom 13.05.1986 aus­ge­führt, dass der Gegen­stand des Ver­mitt­lungs­ver­fah­rens durch die Geset­zes­be­schlüs­se des Bun­des­ta­ges, durch die im Ver­lauf des vor­an­ge­gan­ge­nen Gesetz­ge­bungs­ver­fah­rens in die­ses ein­ge­führ­ten Anträ­ge, Stel­lung­nah­men und Anre­gun­gen und durch den Inhalt des Anru­fungs­be­geh­rens bestimmt wer­de 64. Zwar hat­te die zwei­te Schran­ke – die Fas­sung des Anru­fungs­be­geh­rens – nicht die for­mel­le Ver­fas­sungs­wid­rig­keit der über­prüf­ten Nor­men des Zwei­ten Haus­halts­struk­tur­ge­set­zes zur Fol­ge, weil dem Ver­mitt­lungs­ver­fah­ren ein gegen­ständ­lich nicht begrenz­tes Anru­fungs­be­geh­ren zugrun­de lag. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat jedoch aus­drück­lich auf die Bedeu­tung des Feh­lens einer gegen­ständ­li­chen Begren­zung des Ver­mitt­lungs­be­geh­rens für einen wei­ten Ver­mitt­lungs­rah­men hin­ge­wie­sen 50.

Im Übri­gen war spä­tes­tens mit dem Urteil vom 07.12 1999 1 die Ver­fas­sungs­rechts­la­ge auch hin­sicht­lich der Bedeu­tung des bis­he­ri­gen Gesetz­ge­bungs­ver­fah­rens für die Kom­pe­tenz des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses geklärt 65. Am sel­ben Tag ver­öf­fent­lich­te das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die Pres­se­mit­tei­lung Nr. 134/​1999, in der die wesent­li­chen Aus­sa­gen des Urteils zusam­men­ge­fasst sind.

Sowohl der Eini­gungs­vor­schlag des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses als auch die abschlie­ßen­de Zustim­mung von Bun­des­tag und Bun­des­rat sind erst nach der Ver­kün­dung und Ver­öf­fent­li­chung die­ses Urteils beschlos­sen wor­den. Zwar konn­te das Urteil vom 07.12 1999 für die For­mu­lie­rung des Anru­fungs­be­geh­rens und die Auf­nah­me der Bera­tun­gen im Ver­mitt­lungs­aus­schuss noch nicht berück­sich­tigt wer­den, wohl aber in der acht Tage spä­ter, am 15.12 1999, statt­fin­den­den Sit­zung, in der die Emp­feh­lung des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses beschlos­sen wor­den ist, eben­so wie bei den am 16. und 17.12 1999 erfol­gen­den Beschluss­fas­sun­gen im Bun­des­tag und im Bun­des­rat. Bis zu die­sen Zeit­punk­ten hat­ten die am Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren betei­lig­ten Orga­ne aus­rei­chend Zeit, um die Kern­aus­sa­gen des Urteils vom 07.12 1999 zu ana­ly­sie­ren, sei­ne Aus­wir­kun­gen auf das lau­fen­de Ver­mitt­lungs­ver­fah­ren ein­zu­schät­zen und Schluss­fol­ge­run­gen zu zie­hen. Auf die sub­jek­ti­ve Sicht der kon­kret han­deln­den Per­so­nen oder ihr etwai­ges Ver­schul­den kommt es inso­weit nicht an. Aus der Sicht eines objek­ti­ven Betrach­ters war bei ver­stän­di­ger Wür­di­gung der Ver­fah­rens­man­gel im Zeit­punkt der abschlie­ßen­den Beschluss­fas­sung durch den Ver­mitt­lungs­aus­schuss sowie durch Bun­des­tag und Bun­des­rat erkenn­bar.

Fol­gen des Kom­pe­tenz­ver­sto­ßes des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses[↑]

Der Ver­stoß gegen Art.20 Abs. 2, Art. 38 Abs. 1 Satz 2, Art. 42 Abs. 1 Satz 1 und Art. 76 Abs. 1 GG führt zur Nich­tig­keit von § 54 Abs. 9 Satz 1 BVerfGtG 1999 in der Fas­sung des Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­set­zes 1999.

Der Ver­stoß einer Norm gegen das Grund­ge­setz, die – wie hier – wegen ihres ein­deu­ti­gen Wort­lauts einer ver­fas­sungs­kon­for­men Aus­le­gung nicht zugäng­lich ist 66, kann ent­we­der zur Nich­tig­erklä­rung (§ 82 Abs. 1 i.V.m. § 78 Satz 1, § 95 Abs. 3 BVerfGG) oder dazu füh­ren, dass das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die mit der Ver­fas­sungs­wid­rig­keit gege­be­ne Unver­ein­bar­keit der Norm mit dem Grund­ge­setz fest­stellt (vgl. § 31 Abs. 2, § 79 Abs. 1 BVerfGG).

Die Abwei­chung von der Nich­tig­keits­fol­ge kommt vor allem in Betracht, wenn durch die Fest­stel­lung der Nich­tig­keit einer Norm ein Zustand ent­stün­de, der von der ver­fas­sungs­ge­mä­ßen Ord­nung noch wei­ter ent­fernt ist als die bis­he­ri­ge Lage 67. Bei haus­halts­wirt­schaft­lich bedeut­sa­men Nor­men hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt im Inter­es­se ver­läss­li­cher Finanz- und Haus­halts­pla­nung und eines gleich­mä­ßi­gen Ver­wal­tungs­voll­zugs für Zeit­räu­me einer weit­ge­hend abge­schlos­se­nen Ver­an­la­gung von einer Nich­tig­erklä­rung abge­se­hen und die wei­te­re Anwen­dung ver­fas­sungs­wid­ri­ger Nor­men für gerecht­fer­tigt erklärt 68.

Gemes­sen hier­an bestehen vor­lie­gend kei­ne zwin­gen­den oder auch nur über­wie­gen­den Grün­de dafür; vom gesetz­li­chen Regel­fall des § 78 Satz 1 BVerfGG abzu­wei­chen und von einer Nich­tig­erklä­rung abzu­se­hen.

Der Rege­lungs­ge­halt von § 54 Abs. 9 Satz 1 BVerfGtG 1999 in der Fas­sung des Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­set­zes 1999 erschöpft sich in der Anord­nung der (rück­wir­ken­den) Gel­tung von § 23 Abs. 2 Satz 5 BVerfGtG 1999 in der Fas­sung des Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­set­zes 1999 ab dem Ver­an­la­gungs­zeit­raum 1999. Ent­fällt die Vor­schrift, ist § 23 Abs. 2 Satz 5 BVerfGtG 1999 in der Fas­sung des Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­set­zes 1999 gemäß § 54 Abs. 1 BVerfGtG 1999 in der Fas­sung des Steu­er­be­rei­ni­gungs­ge­set­zes 1999 erst­mals für den Ver­an­la­gungs­zeit­raum 2000 anzu­wen­den.

Ein Zustand, der von der ver­fas­sungs­ge­mä­ßen Ord­nung noch wei­ter ent­fernt ist als die bis­he­ri­ge Lage, tritt dadurch nicht ein. Dass im Inter­es­se ver­läss­li­cher Finanz- und Haus­halts­pla­nung oder eines gleich­mä­ßi­gen Ver­wal­tungs­voll­zugs für Zeit­räu­me einer weit­ge­hend abge­schlos­se­nen Ver­an­la­gung von einer Nich­tig­erklä­rung abge­se­hen wer­den müss­te, ist nicht gel­tend gemacht und ange­sichts des kur­zen Zeit­raums, für den sich die Nich­tig­erklä­rung aus­wirkt, auch nicht ersicht­lich.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 15. Janu­ar 2019 – 2 BvL 1/​09

  1. BVerfGE 101, 297
  2. BFH, Beschluss vom 27.08.2008 – I R 33/​05
  3. BGBl I S. 2601
  4. BGBl. I Sei­te 2601
  5. vgl. dazu BVerfGE 125, 1, 2 ff.
  6. vgl. BT-Drs. 14/​23, S.192 f.
  7. vgl. dazu Schmitt, in: Schmitt/​Hörtnagl/​Stratz, UmwG, UmwStG, 4. Aufl.2006, § 10 UmwStG Rn. 13 ff., § 14 UmwStG Rn. 39
  8. BGBl I S. 1433 [1453]
  9. BT-Drs. 14/​1514
  10. BT-Drs. 14/​1655
  11. BT-Drs. 14/​1514, S. 9
  12. BT-Drs. 14/​2070, S. 23 f.
  13. vgl. BT-Drs. 14/​2035, S. 30 – Art. 4 Nr. 9 Buch­sta­be a
  14. vgl. BT-Drs. 14/​1514, S. 9
  15. vgl. BT-Drs. 14/​1514, S. 23; BT-Drs. 14/​2035, S. 72
  16. BT-Drs. 14/​2035
  17. BT-Ple­nar­pro­to­koll 14/​70, S. 6279 D ff.
  18. vgl. BR-Ple­nar­pro­to­koll 745, S. 412 ff.
  19. BR-Drs. 636/​99 [Beschluss]
  20. BT-Drs. 14/​2380
  21. vgl. Ste­no­gra­fi­sches Pro­to­koll der Fort­set­zung der 2. Sit­zung des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses am 15.12 1999, S. 30
  22. BR-Drs. 731/​99
  23. BR-Drs. 731/​99 [Beschluss]
  24. BGBl I S. 2601
  25. FG Müns­ter, Urteil vom 28.01.2005 – 9 K 1514/​02 K, F
  26. BVerfGE 72, 175, 190; bestä­tigt durch BVerfGE 78, 249, 271
  27. BVerfGE 120, 56, 80
  28. BVerfGE 125, 104
  29. vgl. zu den Anfor­de­run­gen ins­ge­samt BVerfGE 141, 1, 10 f. Rn. 22 f. m.w.N.
  30. vgl. BVerfGE 49, 260, 270 f.; 66, 214, 222; 67, 1, 11; 120, 56, 80 f.
  31. BVerfGE 101, 297, 306 ff.; 120, 56, 73 ff.; 125, 104, 121 ff.; BVerfG, Beschluss vom 24.07.2017 – 2 BvR 1487/​17, NVwZ 2017, S. 1526 Rn. 22
  32. vgl. BVerfGE 101, 297, 306; 125, 104, 122
  33. vgl. BVerfGE 140, 115, 154 Rn. 100
  34. vgl. BVerfGE 120, 56, 74; 125, 104, 122
  35. vgl. BVerfGE 140, 115, 156 Rn. 105
  36. vgl. BVerfGE 125, 104, 123
  37. vgl. BVerfGE 101, 297, 307; 125, 104, 122
  38. vgl. BVerfGE 101, 297, 307
  39. vgl. BVerfGE 120, 56, 79
  40. BVerfGE 101, 297, 307; 120, 56, 75
  41. vgl. BVerfGE 120, 56, 76; 125, 104, 123
  42. vgl. BVerfGE 70, 324, 355; 125, 104, 123
  43. vgl. BVerfGE 130, 318, 342, 348 ff.
  44. vgl. BVerfGE 120, 56, 75; 125, 104, 123
  45. vgl. BVerfGE 40, 296, 327; 70, 324, 355; 84, 304, 329; 125, 104, 123 f.
  46. vgl. BVerfGE 40, 237, 249; 70, 324, 355
  47. vgl. BVerfGE 85, 386, 403 f.; 95, 267, 307 f.; 108, 282, 312; 130, 318, 344
  48. vgl. BVerfGE 120, 56, 74; 125, 104, 124
  49. vgl. BVerfGE 72, 175, 189 f.; 101, 297, 307; 120, 56, 74 f.
  50. vgl. BVerfGE 72, 175, 190 f.; 78, 249, 271
  51. vgl. BVerfGE 101, 297, 307 f.
  52. vgl. Masing/​Risse, in: v. Mangoldt/​Klein/​Starck, GG, Bd. 2, 7. Aufl.2018, Art. 77 Rn. 80, 85; Axer, Die Kom­pe­tenz des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses – zwi­schen legis­la­ti­ver Effi­zi­enz und demo­kra­ti­scher Legi­ti­ma­ti­on –, 2010, S.192 f., 310 ff.; Boro­wy, ZParl 2010, S. 874, 885 ff., 892
  53. BVerfGE 101, 297, 306
  54. vgl. Axer, Die Kom­pe­tenz des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses – zwi­schen legis­la­ti­ver Effi­zi­enz und demo­kra­ti­scher Legi­ti­ma­ti­on –, 2010, S. 218 ff.; Däst­ner, Die Geschäfts­ord­nung des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses, 1995, § 10 Rn. 24; Has­sels­wei­ler, Der Ver­mitt­lungs­aus­schuß, 1981, S. 67 f.; a.A. Wes­sel, AöR 77 [1951/​52], S. 283, 303
  55. vgl. BVerfGE 48, 1, 18 f.; 105, 313, 334 f.
  56. BT-Drs. 14/​2035, S. 30 [Art. 4 Nr. 5 Buch­sta­be a]; BT-Drs. 14/​2070, S. 23 f.
  57. vgl. BVerfGE 63, 343, 356; 72, 200, 242; 97, 67, 79; 105, 17, 37 f.; 127, 1, 17
  58. vgl. BVerfGE 30, 392, 404; 50, 386, 395; 67, 1, 15; 75, 246, 280; 105, 17, 37; 114, 258, 300; 127, 1, 18
  59. vgl. BVerfGE 72, 200, 242 f.; 95, 64, 86; 101, 239, 263; 116, 96, 132; 122, 374, 394; 123, 186, 257; 127, 1, 18
  60. Soweit an der Per­so­nen­ge­sell­schaft wie­der­um Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten als Gesell­schaf­ter betei­ligt sind, wür­den sie den Über­nah­me­ge­winn im Sin­ne des § 4 Abs. 4 und 5 Umwand­lungs­steu­er­ge­setz (UmwStG) nach all­ge­mei­nen Regeln mit dem Tarif­steu­er­satz von 40 v.H. ver­steu­ern, die auf Ebe­ne der umge­wan­del­ten Kapi­tal­ge­sell­schaft ent­stan­de­ne Kör­per­schaft­steu­er von 45 v.H. wäre gemäß § 10 UmwStG anzu­rech­nen.”
  61. vgl. BR-Drs. 636/​99
  62. vgl. BR-Drs. 636/​99 [Beschluss]
  63. vgl. BVerfGE 34, 9, 25; 91, 148, 175; 120, 56, 73, 79 f.; 125, 104, 132 einer­seits und BVerfGE 127, 293, 332 ande­rer­seits
  64. vgl. BVerfGE 72, 175, 189 f.
  65. vgl. BVerfGE 120, 56, 79 f.
  66. vgl. BVerfGE 18, 97, 111; 54, 277, 299; 71, 81, 105; 98, 17, 45; 130, 372, 398
  67. vgl. BVerfGE 37, 217, 261; 61, 319, 356; 87, 153, 177 f.; 111, 191, 224; 132, 372, 394
  68. vgl. BVerfGE 87, 153, 178 f.; 93, 121, 148; 105, 73, 134; 111, 191, 224 f.; 117, 1, 69 f.; 125, 104, 136
  69. BVerfGE 101, 297