Gewinn­fest­stel­lun­gen, Ver­lust­fest­stel­lun­gen – und der Streit­wert

Der Streit­wert für die Gewinn­fest­stel­lung beläuft sich auch dann auf 25 % der gel­tend gemach­ten Ver­lus­te, wenn nur strei­tig ist, ob gemein­schaft­li­che Ein­künf­te mit Gewinn­ab­sicht erzielt wer­den. Die Streit­wert-Fest­set­zung durch den für die Kla­ge zustän­di­gen Finanz­ge­richt bin­det wie Ent­schei­dun­gen zur Haupt­sa­che, Kos­ten­last und not­wen­di­gen Vor­ver­fah­rens-Ver­tre­tung den Kos­ten­se­nat.

Gewinn­fest­stel­lun­gen, Ver­lust­fest­stel­lun­gen – und der Streit­wert

Der von dem für die Kla­ge zustän­di­gen Finanz­ge­richt nach §§ 52, 63 GKG fest­ge­setz­te und auf die Erin­ne­rung nicht (noch­mals) gemäß § 63 Abs. 3 GKG geän­der­te Streit­wert ist für den Kos­ten­se­nat im Kos­ten­fest­set­zungs­ver­fah­ren nach § 149 FGO i. V. m. §§ 22, 23 ff. RVG wie beim Gerichts­kos­ten­ver­fah­ren nach § 66 i. V. m. § 3 GKG bin­dend [1]. Eben­so wie der Kos­ten­be­am­te ist im Erin­ne­rungs­ver­fah­ren der Kos­ten­se­nat gebun­den an die in der Kla­ge­sa­che von dem damit befass­ten Spruch­kör­per getrof­fe­nen Ent­schei­dun­gen zur Haupt­sa­che, Kos­ten­last und not­wen­di­gen Ver­tre­tung im Vor­ver­fah­ren gemäß §§ 135 ff., 139, 143 FGO [2].

Dem­entspre­chend blieb es im vor­lie­gen­den Fall bei der Ent­schei­dung des Haupt­sa­che­se­nats, dass der Streit­wert für die Gewinn­fest­stel­lung auch dann 25 % und nicht nur 10 % der gel­tend gemach­ten Ver­lus­te beträgt, wenn nur strei­tig ist, ob über­haupt gemein­schaft­li­che Ein­künf­te mit Gewinn­ab­sicht erzielt wer­den [3].

Finanz­ge­richt Ham­burg, Beschluss vom 19. Novem­ber 2015 – 3 KO 226/​15

  1. vgl. Bay. LSG, Beschlüs­se vom 06.10.2014 – L 15 SF 254/​14 E; vom 13.08.2014 – L 15 SF 67/​14 E; FG Ham­burg, Beschluss vom 14.08.2013 – 3 KO 156/​13, EFG 2013, 1960; ins­ge­samt Bay. LSG, Beschluss vom 10.05.2013 – L 15 SF 136/​12 B[]
  2. vgl. BFH, Beschlüs­se vom 05.12.2013 – X E 10/​13, BFH/​NV 2014, 377; und vom 20.12.2006 – III E 7/​06; FG Ham­burg, Beschluss vom 22.07.2011 3 KO 119/​11[]
  3. in Abgren­zung zu FG Köln, Beschluss vom 07.08.2012 – 10 KO 783/​11, EFG 2012, 2237; FG Baden-Würt­tem­berg, Beschluss vom 11.11.1999 – 2 K 266/​91; Bran­dis in Tipke/​Kruse, AO/​FGO, Vor § 135 Rz.205[]