Iri­sche Kör­per­schaft­steu­er

Mit den steu­er­li­chen Kon­se­quen­zen einer in Irland ansäs­si­gen und dort auch besteu­er­ten Toch­ter­ge­sell­schaft hat­te sich jetzt der Bun­des­fi­nanz­hof zu befas­sen:

Iri­sche Kör­per­schaft­steu­er

Eine Hin­zu­rech­nungs­be­steue­rung (§§ 7 ff. AStG) setzt die "nied­ri­ge Besteue­rung" (§ 8 Abs. 3 AStG) der aus­län­di­schen Betei­li­gungs­ge­sell­schaft (sog. Zwi­schen­ge­sell­schaft) vor­aus. Ent­spricht die nach dem maß­geb­li­chen aus­län­di­schen Recht geschul­de­te Steu­er (Senats­ur­teil vom 9. Juli 2003 I R 82/​01, BFHE 202, 547, BSt­Bl II 2004, 4) dem in § 8 Abs. 3 AStG ange­führ­ten Schwel­len­wert der Steu­er­be­las­tung, liegt auch dann kei­ne "nied­ri­ge Besteue­rung" vor, wenn der aus­län­di­schen Steu­er­fest­set­zung ein behörd­li­ches Ver­fah­ren vor­aus­ge­gan­gen ist, in dem auf gesetz­li­cher Grund­la­ge und unter Mit­wir­kung des Steu­er­pflich­ti­gen der Umfang einer Steu­er­ermä­ßi­gung fest­ge­legt wur­de (hier: gesetz­lich ein­ge­räum­te Mög­lich­keit einer anpas­sen­den Erhö­hung der Steu­er­be­las­tung durch sec. 41 sub­sec. 9 des iri­schen Finan­ce Act 1980/​1992 für iri­sche Toch­ter­ge­sell­schaf­ten im Inter­na­tio­nal Finan­ci­al Ser­vices Cent­re in Dub­lin).

Die Inkauf­nah­me einer höhe­ren Belas­tung mit aus­län­di­scher Kör­per­schaft­steu­er durch eine aus­län­di­sche (hier: iri­sche) Kapi­tal­an­la­ge­ge­sell­schaft zieht auch dann kei­ne ver­deck­te Gewinn­aus­schüt­tung nach sich, wenn hier­durch bei den inlän­di­schen Anteils­eig­nern die Hin­zu­rech­nung gemäß § 7 ff. AStG ver­mie­den wird.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 3. Mai 2006 – I R 124/​04