Kein Beweis­an­tritt – und die Sach­auf­klä­rungs­pflicht des Finanz­ge­richts

Wird ein Ver­stoß gegen die Sach­auf­klä­rungs­pflicht mit der Begrün­dung gerügt, das Finanz­ge­richt habe auch ohne ent­spre­chen­den Beweis­an­tritt von Amts wegen den Sach­ver­halt wei­ter auf­klä­ren müs­sen, ist eine genaue Anga­be der Tat­sa­chen erfor­der­lich, die, obwohl kein Beweis­an­trag über­gan­gen wur­de, den Man­gel bei der Auf­klä­rung des Sach­ver­hal­tes erwei­sen.

Kein Beweis­an­tritt – und die Sach­auf­klä­rungs­pflicht des Finanz­ge­richts

Zu die­sen Tat­sa­chen gehört vor allem die Bezeich­nung der Beweis­mit­tel, die das Finanz­ge­richt nicht erho­ben hat, deren Erhe­bung sich aber dem Finanz­ge­richt als Tat­sa­chen­ge­richt auch ohne beson­de­ren Antrag als noch erfor­der­lich hät­te auf­drän­gen müs­sen.

Dies erfor­dert nicht nur die genaue Anga­be des Beweis­the­mas und der Beweis­mit­tel, die das Gericht nicht berück­sich­tigt hat.

Gebo­ten ist dar­über hin­aus die Dar­le­gung, wel­ches Ergeb­nis die unter­las­se­ne Beweis­auf­nah­me nach Auf­fas­sung der Klä­ge­rin erbracht hät­te und wie­so die­ses Ergeb­nis zu einer ande­ren Ent­schei­dung des Finanz­ge­richt hät­te füh­ren kön­nen 1.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 7. Juni 2016 – I B 6/​15

  1. BFH, Beschlüs­se vom 29.01.2016 – IX B 122/​15, BFH/​NV 2016, 773; vom 21.03.2006 – X B 94/​05, BFH/​NV 2006, 1142; vom 19.01.2005 – VII B 61/​04, BFH/​NV 2005, 921[]