Kin­der­geld – und die Ver­pflich­tungs­kla­ge

Bei einer Kla­ge, mit der die Fest­set­zung von Kin­der­geld begehrt wird, han­delt es sich um eine Ver­pflich­tungs­kla­ge 1. Die­se ist ‑vor­be­halt­lich der §§ 45 und 46 FGO- nur zuläs­sig, wenn zuvor der erstreb­te begüns­ti­gen­de Ver­wal­tungs­akt abge­lehnt und der dage­gen ein­ge­leg­te Ein­spruch zurück­ge­wie­sen wur­de (§ 44 Abs. 1 FGO).

Kin­der­geld – und die Ver­pflich­tungs­kla­ge

Eine Ver­pflich­tungs­kla­ge (§ 40 Abs. 1 Halb­satz 2 FGO) ist als Untä­tig­keits­kla­ge nach § 46 Abs. 1 Satz 1 FGO zwar auch zuläs­sig, wenn über einen außer­ge­richt­li­chen Rechts­be­helf ohne Mit­tei­lung eines zurei­chen­den Grun­des nicht in ange­mes­se­ner Zeit ent­schie­den wor­den ist. Die Zuläs­sig­keit einer Untä­tig­keits­kla­ge setzt aber vor­aus, dass ein Ver­wal­tungs­akt erlas­sen und ein Rechts­be­helf ein­ge­legt wor­den ist 2.

muss der Antrag­stel­ler zunächst einen ‑unbe­fris­te­ten- Untä­tig­keits­ein­spruch ein­le­gen (§ 347 Abs. 1 Satz 2 AO). Dies ist nicht der Fall, wenn in einem Schrei­ben zwar auf die lan­ge Bear­bei­tungs­dau­er hin­ge­wie­sen, aber nicht gel­tend gemacht wird, dass über den Antrag ohne Mit­tei­lung eines zurei­chen­den Grun­des nicht bin­nen ange­mes­se­ner Frist ent­schie­den wor­den sei.

Eine Untä­tig­keits­sprung­kla­ge wird durch die Son­der­re­ge­lung in § 46 FGO aus­ge­schlos­sen. Eine vor Erlass eines ableh­nen­den Ver­wal­tungs­ak­tes erho­be­ne Sprung­kla­ge in der Form der sog. Vor­nah­me­kla­ge ist unheil­bar unzu­läs­sig 3.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 25. Sep­tem­ber 2014 – III R 54/​11

  1. BFH, Beschluss vom 18.02.2014 – III R 26/​13, BFH/​NV 2014, 878[]
  2. Stein­hauff in Hübschmann/​Hepp/​Spitaler, § 46 FGO Rz 82; Gräber/​v. Groll, Finanz­ge­richts­ord­nung, 7. Aufl., § 46 Rz 9[]
  3. BFH, Urteil vom 19.05.2004 – III R 18/​02, BFHE 206, 201, BSt­Bl II 2004, 980, unter II. 2.d[]