Kla­ge­be­fug­nis von GbR-Gesell­schaf­tern und GbR vor dem Finanz­ge­richt

Nach § 48 Abs. 1 Nr. 1 Halb­satz 1 FGO ist eine Außen-GbR im finanz­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren wegen geson­der­ter und ein­heit­li­cher Gewinn­fest­stel­lungs­be­schei­de sowohl betei­lig­ten­fä­hig als auch sub­jek­tiv kla­ge­be­fugt, unbe­scha­det der Art der von ihr erziel­ten Ein­künf­te 1.

Kla­ge­be­fug­nis von GbR-Gesell­schaf­tern und GbR vor dem Finanz­ge­richt

Uner­heb­lich ist inso­weit, ob die Gesell­schaf­ter nur ein­zeln oder gemein­schaft­lich ver­tre­tungs­be­fugt sind, wie es dem Regel­sta­tut nach § 709 Abs. 1, § 714 BGB ent­spricht 2.

Die Kla­ge­be­fug­nis (Pro­zess­stand­schaft) der Per­so­nen­ge­sell­schaft nach § 48 Abs. 1 Nr. 1 Halb­satz 1 FGO erstreckt sich nach stän­di­ger Recht­spre­chung auch auf strei­ti­ge Fest­stel­lun­gen, die –wie vor­lie­gend– einen Mit­un­ter­neh­mer per­sön­lich ange­hen (§ 48 Abs. 1 Nr. 5 FGO) 3.

Nach dem Grund­satz der rechts­schutz­ge­wäh­ren­den Aus­le­gung ist im Zwei­fel anzu­neh­men, dass das­je­ni­ge Rechts­mit­tel ein­ge­legt wer­den soll­te, das zuläs­sig ist. Waren im Streit­fall die Gesell­schaf­ter per­sön­lich kla­ge­be­fugt und konn­ten sie dane­ben als ver­tre­tungs­be­rech­tig­te Geschäfts­füh­rer der GbR (§ 709 Abs. 1 BGB) in deren Namen Kla­ge erhe­ben, ist die Kla­ge mit­hin dahin aus­zu­le­gen, dass sie sowohl im eige­nen Namen der Gesell­schaf­ter als auch im Namen der GbR erho­ben wor­den ist.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 19. Dezem­ber 2012 – IV R 41/​09

  1. BFH, Urteil vom 19.04.2007 – IV R 28/​05, BFHE 218, 75, BSt­Bl II 2007, 704, m.w.N.[]
  2. BFH, Urtei­le in BFHE 218, 75, BSt­Bl II 2007, 704; und vom 06.10.2004 – IX R 68/​01, BFHE 207, 24, BSt­Bl II 2005, 324[]
  3. vgl. u.a. BFH, Urteil vom 15.04.2010 – IV R 9/​08, BFHE 229, 42, BSt­Bl II 2010, 929, m.w.N.[]