Knap­pe Urteil­grün­de

Ein Urteil ist stets als auf der Ver­let­zung von Bun­des­recht beru­hend anzu­se­hen, wenn die Ent­schei­dung nicht mit Grün­den ver­se­hen ist, § 119 Nr. 6 FGO.

Knap­pe Urteil­grün­de

Ein sol­cher Ver­fah­rens­man­gel liegt nach Ansicht des Bun­des­fi­nanz­hofs nur dann vor, wenn die Urteils­grün­de ganz oder zum Teil feh­len und sie den Pro­zess­be­tei­lig­ten kei­ne Kennt­nis dar­über ver­mit­teln, auf wel­chen Fest­stel­lun­gen, Erkennt­nis­sen und recht­li­chen Über­le­gun­gen das Urteil beruht.

Dies erfor­dert nicht, dass jedes Vor­brin­gen der Betei­lig­ten im Ein­zel­nen erör­tert wer­den müss­te; viel­mehr liegt ein Ver­fah­rens­man­gel i.S. von § 119 Nr. 6 FGO erst dann vor, wenn den Betei­lig­ten die Mög­lich­keit ent­zo­gen ist, die getrof­fe­ne Ent­schei­dung auf ihre Recht­mä­ßig­keit hin zu über­prü­fen. Dage­gen ist ein dahin­ge­hen­der Ver­fah­rens­man­gel nicht gege­ben, wenn noch zu erken­nen ist, wel­che Über­le­gun­gen für das Gericht maß­geb­lich waren 1.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 18. August 2016 – VI R 18/​13

  1. BFH, Beschluss vom 06.08.2012 – IX B 51/​12, BFH/​NV 2012, 1823, m.w.N.[]