Mann oder Frau – wer kommt zuerst?

Ehe­frau­en, die mit ihrem Ehe­mann zusam­men zur Steu­er ver­an­lagt wer­den und daher gemein­sa­me Steu­er­be­schei­de erhal­ten, müs­sen es hin­neh­men, dass ihr Name in den Beschei­den – wie auch im sons­ti­gen Schrift­wech­sel mit den Finanz­be­hör­den – an zwei­ter Stel­le nach dem Namen des Man­nes genannt wird.

Mann oder Frau – wer kommt zuerst?

Es ist doch immer wie­der erstaun­lich, mit wel­chen "Pro­ble­men" sich Gerich­te – hier das Finanz­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg – befas­sen müs­sen. So ent­schie­den jetzt die Finanz­rich­ter in Cott­bus, auf die Kla­ge einer Ehe­frau, die ihr Grund­recht auf Gleich­be­hand­lung der Geschlech­ter durch die Pra­xis der Finanz­be­hör­den ver­letzt sah. Dem folg­ten die Rich­ter nicht, son­dern schlos­sen sich der Argu­men­ta­ti­on der Behör­de an, die gel­tend gemacht hat­te, dass es sich bei der von der Daten­ver­ar­bei­tung der Finanz­ver­wal­tung zwin­gend vor­ge­ge­be­nen Nen­nung erst des Ehe­man­nes und dann der Ehe­frau um ein wer­tungs­frei­es Ord­nungs­sys­tem han­de­le. Dar­an ände­re auch nichts der Umstand, dass – wie auch in dem ent­schie­de­nen Fall – gele­gent­lich die Ehe­frau das gesam­te oder den grö­ße­ren Teil des Fami­li­en­ein­kom­mens erwirt­schaf­te. Zudem weist das Finanz­ge­richt in sei­ner Ent­schei­dung dar­auf hin, dass in der Kon­se­quenz der von der Klä­ge­rin ver­tre­te­nen Auf­fas­sung im Fal­le des Erfol­ges ihrer Kla­ge – also Nen­nung der Ehe­frau an ers­ter Stel­le – der Ehe­mann eine Ver­let­zung sei­nes Rechts auf Gleich­be­hand­lung der Geschlech­ter müss­te rügen kön­nen – ein Ergeb­nis, dass die Finanz­be­hör­den in eine unauf­lös­li­che Situa­ti­on brin­gen wür­de.

Finanz­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Urteil vom 14. Janu­ar 2009 – 3 K 1147/​06 B