Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de – und die Rüge fal­scher Rechts­an­wen­dung und Über­zeu­gungs­bil­dung

Die tatrich­ter­li­che Über­zeu­gungs­bil­dung des Finanz­ge­richts (§ 96 Abs. 1 FGO) ist nur inso­weit revi­si­bel, als Ver­stö­ße gegen die Ver­fah­rens­ord­nung, gegen Denk­ge­set­ze oder all­ge­mei­ne Erfah­rungs­sät­ze vor­lie­gen 1.

Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de – und die Rüge fal­scher Rechts­an­wen­dung und Über­zeu­gungs­bil­dung

Wenn das Finanz­ge­richt den Vor­trag der Klä­ger nicht so wür­digt, wie von den Klä­gern gewünscht, liegt das im Rah­men der dem Finanz­ge­richt als Tat­sa­chen­in­stanz zuste­hen­den frei­en Sach­ver­halts- und Beweis­wür­di­gung. Es besteht kein Anspruch dar­auf, dass das Gericht den Sach­ver­halt sowie die Ein­las­sun­gen der Klä­ger so wür­digt, wie sich die Betei­lig­ten das vor­stel­len.

Im Übri­gen bin­den die vor­in­stanz­li­chen Schluss­fol­ge­run­gen den Bun­des­fi­nanz­hof als Revi­si­ons­ge­richt schon dann, wenn sie nur mög­lich, d.h. ver­tret­bar sind; sie müs­sen nicht zwin­gend sein 2.

Zum ande­ren recht­fer­ti­gen Feh­ler bei der Aus­le­gung und Anwen­dung des mate­ri­el­len Rechts im kon­kre­ten Ein­zel­fall auch nicht die Zulas­sung der Revi­si­on 3. Das Rechts­in­sti­tut der Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de dient nicht dazu, die Rich­tig­keit finanz­ge­richt­li­cher Urtei­le umfas­send zu gewähr­leis­ten.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 25. Okto­ber 2016 – VIII B 50/​16

  1. BFH, Beschluss vom 15.12 2011 – VIII B 14/​11, BFH/​NV 2012, 594[]
  2. stän­di­ge Recht­spre­chung, vgl. z.B. BFH, Urteil vom 14.02.1995 – IX R 95/​93, BFHE 177, 95, BSt­Bl II 1995, 462; BFH, Beschluss vom 10.02.2005 – VI B 113/​04, BFHE 209, 211, BSt­Bl II 2005, 488[]
  3. vgl. BFH, Beschluss vom 12.05.2009 – VII B 266/​08, BFH/​NV 2009, 1589, m.w.N.[]