Not­wen­di­ge Bei­la­dung – und die offen­sicht­lich unzu­läs­si­ge Kla­ge

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanzh­fos kann das Finanz­ge­richt zwar von einer an sich nach § 60 Abs. 3 FGO gebo­te­nen not­wen­di­gen Bei­la­dung aus­nahms­wei­se abse­hen, wenn die Kla­ge offen­sicht­lich unzu­läs­sig ist 1.

Not­wen­di­ge Bei­la­dung – und die offen­sicht­lich unzu­läs­si­ge Kla­ge

Die not­wen­di­ge Bei­la­dung ist grund­sätz­lich unab­hän­gig von den Erfolgs­aus­sich­ten der Kla­ge vor­zu­neh­men.

Die not­wen­di­ge Bei­la­dung ist kei­ne Ermes­sens­ent­schei­dung; Zweck­mä­ßig­keits­er­wä­gun­gen sind nicht anzu­stel­len 2.

Ledig­lich bei offen­sicht­li­cher Unzu­läs­sig­keit der Kla­ge akzep­tiert der Bun­des­fi­nanz­hof eine Aus­nah­me hier­von, weil die Bei­la­dung in einem der­ar­ti­gen Fall blo­ßer For­ma­lis­mus wäre.

Ob sich hier­aus jedoch im Umkehr­schluss ablei­ten lässt, dass eine den­noch erfolg­te Bei­la­dung vom Beschwer­de­ge­richt auf­zu­he­ben ist, steht nicht ohne wei­te­res fest.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 26. April 2017 – IV B 75/​16

  1. z.B. BFH, Beschluss vom 20.06.2012 – IV B 147/​11, Rz 8, m.w.N.[]
  2. BFH, Urteil vom 09.05.1979 – I R 100/​77, BFHE 128, 142, BSt­Bl II 1979, 632, unter 2.b[]