Nur noch alle 2 Jah­re zum Finanz­amt? – Aktu­ell geplan­te Steu­er­än­de­run­gen

Die Bun­des­re­gie­rung erwar­tet, dass etwa 300.000 Steu­er­pflich­ti­ge ihre Steu­er­klä­rung in Zukunft nur noch alle zwei Jah­re statt bis­her jähr­lich abge­ben wer­den, wenn die­se im Ent­wurf eines „Steu­er­ver­ein­fa­chungs­ge­set­zes“ ent­hal­te­ne Mög­lich­keit umge­setzt wird.

Nur noch alle 2 Jah­re zum Finanz­amt? – Aktu­ell geplan­te Steu­er­än­de­run­gen

Der von der Bun­des­re­gie­rung vor­ge­leg­te Gesetz­ent­wurf sieht neben der Mög­lich­keit, die Steu­er­erklä­rung nur noch alle zwei Jah­re abzu­ge­ben, eine Rei­he von wei­te­ren Ände­run­gen vor:

  • der Berech­nung der Ent­fer­nungs­pau­scha­le, § 9 Absatz 2 Satz 2 EStG,
  • Redu­zie­rung der Ver­an­la­gungs­ar­ten für Ehe­leu­te, §§ 25, 26a EStG,
  • Befrei­ung von der Pflicht­ver­an­la­gung bei Arbeit­neh­mern mit gerin­gem Arbeits­lohn bei zu hoher Min­dest­vor­sor­ge­pau­scha­le, § 46 Absatz 2 Num­mer 3 EStG,
  • Ver­ein­fa­chung des Ver­an­la­gungs­ver­fah­rens ins­be­son­de­re durch Weg­fall der Ein­be­zie­hung der abgel­tend besteu­er­ten Kapi­tal­ein­künf­te in die Ermitt­lung der zumut­ba­ren Belas­tung und des Spen­den­ab­zugs­vo­lu­mens, § 2 Absatz 5b EStG,
  • Gleich­stel­lung von Sti­pen­di­en aus unmit­tel­ba­ren und mit­tel­ba­ren öffent­li­chen Mit­teln, § 3 Num­mer 44 EStG,
  • Erfas­sung von Erstat­tungs­über­hän­gen von Son­der­aus­ga­ben im Jahr des Zuflus­ses, § 10 EStG,
  • Ver­ein­heit­li­chung der Gren­zen bei ver­bil­lig­ter Wohn­raum­über­las­sung und Ver­zicht auf das Erfor­der­nis einer Total­über­schuss­pro­gno­se in die­sen Fäl­len, § 21 EStG,
  • Ver­ein­fa­chung der Besteue­rung außer­or­dent­li­cher Ein­künf­te aus Forst­wirt­schaft, §§ 34, 34b EStG, §§ 51, 68 EStDV,
  • Ein­füh­rung einer Baga­tell­gren­ze bei der Gebüh­ren­pflicht für ver­bind­li­che Aus­künf­te, § 89 AO,
  • Ein­füh­rung einer gesetz­li­chen Betriebs­fort­füh­rungs­fik­ti­on in den Fäl­len der Betriebs­ver­pach­tung und Betriebs­un­ter­bre­chung, § 16 EStG,
  • Erleich­te­run­gen bei der elek­tro­ni­schen Rech­nungs­stel­lung, § 14 UStG,
  • Eröff­nung der Mög­lich­keit, Ver­äu­ße­rungs­an­zei­gen nach § 18 GrEStG elek­tro­nisch zu über­mit­teln,
  • Erleich­te­rung der elek­tro­ni­schen Kom­mu­ni­ka­ti­on mit der Finanz­ver­wal­tung, § 87a Absatz 6, § 150 Absatz 6 und 7 AO,
  • Elek­tro­ni­sche Abga­be der Erklä­rung zur Zer­le­gung der Kör­per­schaft­steu­er, § 6 Absatz 7 ZerlG,
  • Ein­füh­rung eines Fest­stel­lungs­ver­fah­rens für betrieb­li­ches Ver­mö­gen bei der Erb­schaft­steu­er, § 153 Absatz 2 BewG, § 13a Absatz 1 ErbStG,
  • Eröff­nung der Mög­lich­keit zur gleich­zei­ti­gen Abga­be von Ein­kom­men­steu­er­erklä­run­gen für zwei Jah­re, § 25a EStG,
  • Erleich­ter­te Nach­weis­an­for­de­run­gen für Spen­den in Kata­stro­phen­fäl­len, § 51 EStG,
  • Beschrän­kung der Mel­dung von Aus­lands­sach­ver­hal­ten auf ein­mal pro Jahr, § 138 Absatz 3 AO,
  • Anpas­sung der beson­de­ren drei­mo­na­ti­gen Steu­er­erklä­rungs­frist für Land- und Forst­wir­te an die Regel­ab­ga­be­frist von fünf Mona­ten, § 149 Absatz 2 AO, § 233a Absatz 2 AO,
  • Ver­dopp­lung der für Anzei­gen von Ver­mö­gens­ver­wah­rern und Ver­mö­gens­ver­wal­tern gel­ten­den Baga­tell­gren­ze von 5.000 € auf 10.000 €, § 1 Absatz 4 Num­mer 2 ErbStDV und
  • Neu­re­ge­lung beim Kapi­tal­ertrag­steu­er­ab­zug bei Gewinn­aus­schüt­tun­gen von Genos­sen­schaf­ten, § 44a EStG.

Zudem wird der Kata­log der steu­er­frei­en Ein­nah­men des § 3 EStG um sol­che Befrei­ungs­vor­schrif­ten berei­nigt, die heu­te in der Pra­xis kei­ne Bedeu­tung mehr haben. Dies betrifft fol­gen­de Tat­be­stän­de:

Die gesetz­li­chen Neu­re­ge­lun­gen sind im Ver­bund mit wei­te­ren nicht­ge­setz­li­chen Maß­nah­men der Finanz­ver­wal­tung im Bund und in den Län­dern zu sehen. Zu die­sen flan­kie­ren­den Maß­nah­men gehö­ren ins­be­son­de­re die

  • schritt­wei­se Ein­füh­rung IT-basier­ter Ver­fah­ren für mög­lichst alle Pha­sen des Besteue­rungs­pro­zes­ses als Alter­na­ti­ve zu den papier­ge­stütz­ten Kom­mu­ni­ka­ti­ons­we­gen,
  • Bereit­stel­lung einer elek­tro­ni­schen vor­aus­ge­füll­ten Steu­er­erklä­rung bei der Ein­kom­men­steu­er sowie die anwen­der­freund­li­che­re Gestal­tung von Steu­er­erklä­rungs­vor­dru­cken,
  • Fle­xi­bi­li­sie­rung der steu­er­li­chen För­de­rung der pri­va­ten Alters­vor­sor­ge,
  • zeit­na­he Betriebs­prü­fung und die
  • Erleich­te­rung der Nach­weis­pflich­ten bei umsatz­steu­er­frei­en inner­ge­mein­schaft­li­chen Lie­fe­run­gen.