Pro­zess­kos­ten­hil­fe – und das Ein­kom­men des Ehe­gat­ten

Nach § 142 Abs. 1 FGO i.V.m. § 114 der Zivil­pro­zess­ord­nung (ZPO) erhält ein Betei­lig­ter, der nach sei­nen per­sön­li­chen und wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­sen die Kos­ten der Pro­zess­füh­rung nicht, nur zum Teil oder nur in Raten auf­brin­gen kann, auf Antrag PKH, wenn die beab­sich­tig­te Rechts­ver­fol­gung hin­rei­chen­de Aus­sicht auf Erfolg bie­tet und nicht mut­wil­lig erscheint.

Pro­zess­kos­ten­hil­fe – und das Ein­kom­men des Ehe­gat­ten

Dem beim Pro­zess­ge­richt zu stel­len­den Antrag nach § 117 Abs. 1 Satz 1 ZPO sind nach § 117 Abs. 2 Satz 1 ZPO eine Erklä­rung der Par­tei über ihre per­sön­li­chen und wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se sowie ent­spre­chen­de Bele­ge bei­zu­fü­gen. Hier­bei hat der Antrag­stel­ler die dafür ein­ge­führ­ten amt­li­chen For­mu­la­re zu benut­zen (§ 117 Abs. 4 ZPO).

Im vor­lie­gen­den Fall hat die Antrag­stel­le­rin das von ihrem Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten ein­ge­reich­te For­mu­lar zur Dar­stel­lung ihrer per­sön­li­chen und wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se nicht voll­stän­dig aus­ge­füllt, da sie kei­ne Anga­ben über die Höhe der Ein­künf­te ihres Ehe­gat­ten ab dem 1.04.2014 gemacht hat (vgl. § 117 Abs. 2 Satz 1 ZPO). Da Unter­halts­leis­tun­gen des Ehe­gat­ten zu dem für die Bewil­li­gung von PKH zu ermit­teln­den Ein­kom­men gehö­ren (§ 115 Abs. 1 Sät­ze 1 und 2 ZPO), ist es dem Gericht infol­ge der unter­las­se­nen Mit­wir­kung der Antrag­stel­le­rin nicht mög­lich, die Höhe des von ihr für die Rechts­ver­fol­gung oder Rechts­ver­tei­di­gung ein­zu­set­zen­den Ein­kom­mens und der von ihr auf­zu­brin­gen­den Monats­ra­ten zuver­läs­sig fest­zu­stel­len 1.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 13. Mai 2014 – XI S 4/​14 (PKH)

  1. vgl. BFH, Beschlüs­se vom 01.06.1995 – VII B 26/​95, BFH/​NV 1996, 63; und vom 18.05.2000 – VIII B 3/​00, BFH/​NV 2000, 1357[]