Pro­zess­lei­ten­de Ver­fü­gun­gen des Bericht­erstat­ters am Finanz­ge­richt – und ihre Anfech­tung

Die Revi­si­on zum Bun­des­fi­nanz­hof ist nur statt­haft gegen Urtei­le des Finanz­ge­richts und Ent­schei­dun­gen, die Urtei­len des Finanz­ge­richts gleich­ste­hen (§ 115 Abs. 1 i.V.m. § 36 Nr. 1 FGO).

Pro­zess­lei­ten­de Ver­fü­gun­gen des Bericht­erstat­ters am Finanz­ge­richt – und ihre Anfech­tung

Pro­zess­lei­ten­de Ver­fü­gun­gen des Bericht­erstat­ters – etwa die Nicht­ver­län­ge­rung einer Frist zur Kla­ge­be­grün­dung – gehö­ren nicht zu die­sen Ent­schei­dun­gen.

Im vor­lie­gen­den Fall hat das Finanz­ge­richt nicht durch Urteil ent­schie­den, die Kla­ge­be­grün­dungs­frist nicht zu ver­län­gern, denn es hat weder auf­grund münd­li­cher Ver­hand­lung noch mit Ein­ver­ständ­nis der Betei­lig­ten ohne münd­li­che Ver­hand­lung ent­schie­den (§ 90 Abs. 1 und 2 FGO). Die Ver­fü­gung des Bericht­erstat­ters steht auch nicht einem Urteil des Finanz­ge­richts gleich. Die ange­foch­te­ne Ableh­nung des Antrags auf Ver­län­ge­rung der Frist zur Ein­rei­chung der Kla­ge­be­grün­dung ist viel­mehr eine pro­zess­lei­ten­de Ver­fü­gung, die nicht anfecht­bar ist 1.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 8. Novem­ber 2016 – IX R 20/​16

  1. BFH, Beschluss vom 16.07.1986 – VIII B 105/​85, BFH/​NV 1988, 570[]