Qua­li­fi­zier­ter Rechts­an­wen­dungs­feh­ler des Finanz­ge­richts

Eine Zulas­sung der Revi­si­on ist nicht zur Siche­rung der Rechts­ein­heit (§ 115 Abs. 2 Nr. 2 2. Alter­na­ti­ve FGO) gebo­ten. Zwar ist die Revi­si­on gemäß § 115 Abs. 2 Nr. 2 2. Alter­na­ti­ve FGO auch dann zuzu­las­sen, wenn ein Rechts­feh­ler des Finanz­ge­richts zu einer "greif­bar gesetz­wid­ri­gen" Ent­schei­dung geführt hat. Vor­aus­set­zung hier­für ist, dass die Ent­schei­dung des Finanz­ge­richts in einem sol­chen Maße feh­ler­haft ist, dass das Ver­trau­en in die Recht­spre­chung nur durch eine höchst­rich­ter­li­che Kor­rek­tur der finanz­ge­richt­li­chen Ent­schei­dung wie­der­her­ge­stellt wer­den könn­te 1. Die­se Vor­aus­set­zung kann etwa dann vor­lie­gen, wenn das Finanz­ge­richt eine offen­sicht­lich ein­schlä­gi­ge ent­schei­dungs­er­heb­li­che Vor­schrift über­se­hen hat 2 oder wenn das Urteil jeg­li­cher gesetz­li­chen Grund­la­ge ent­behrt oder auf einer offen­sicht­lich Wort­laut und Geset­zes­zweck wider­spre­chen­den Geset­zes­aus­le­gung beruht 3. Unter­halb die­ser Schwel­le lie­gen­de erheb­li­che Rechts­feh­ler rei­chen dage­gen nicht aus, um eine greif­ba­re Gesetz­wid­rig­keit oder gar eine Will­kür­lich­keit der ange­foch­te­nen Ent­schei­dung anzu­neh­men 4.

Qua­li­fi­zier­ter Rechts­an­wen­dungs­feh­ler des Finanz­ge­richts

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 17. März 2010 – X B 118/​09

  1. stän­di­ge Recht­spre­chung des BFH, sie­he Beschluss vom 28.08.2007 – VII B 357/​06, BFH/​NV 2008, 113, m.w.N.[]
  2. vgl. BFH, Beschluss vom 28.07.2003 – V B 72/​02, BFH/​NV 2003, 1597[]
  3. vgl. BFH, Beschluss vom 08.02.2006 – III B 128/​04, BFH/​NV 2006, 1116[]
  4. vgl. BFH, Beschluss vom 07.07.2005 – IX B 13/​05, BFH/​NV 2005, 2031[]