Recht­li­che Erör­te­rung in der münd­li­chen Ver­hand­lung

Der Anspruch auf recht­li­ches Gehör ver­pflich­tet das Gericht, die Aus­füh­run­gen der Betei­lig­ten zur Kennt­nis zu neh­men, in Erwä­gung zu zie­hen und sich mit dem ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Kern des Vor­brin­gens aus­ein­an­der­zu­set­zen.

Recht­li­che Erör­te­rung in der münd­li­chen Ver­hand­lung

Indes ist das Gericht nicht ver­pflich­tet, den Betei­lig­ten die für die Ent­schei­dung maß­geb­li­chen Gesichts­punk­te anzu­deu­ten, sie mit den Betei­lig­ten umfas­send zu erör­tern 1 oder der Rechts­an­sicht eines Betei­lig­ten zu fol­gen 2.

Folg­lich muss das Finanz­ge­richt in der münd­li­chen Ver­hand­lung auch mit einem nicht steu­er­lich bera­te­nen Klä­ger im Rah­men sei­ner (hier) erfolg­ten Erör­te­rung nicht ein­zel­ne BFH, Urtei­le bespre­chen und ins­be­son­de­re nicht (zwin­gend) deren Akten­zei­chen nen­nen. Viel­mehr reicht es aus, wenn das Finanz­ge­richt sei­ne auf der höchst­rich­ter­li­chen Recht­spre­chung beru­hen­de Rechts­an­sicht dar­legt. Schon damit kommt das Finanz­ge­richt sei­ner auf § 93 Abs. 1 FGO fußen­den Erör­te­rungs­ver­pflich­tung nach. Eines schrift­li­chen Hin­wei­ses im Vor­feld der münd­li­chen Ver­hand­lung bedarf es nicht 3.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 25. April 2016 – X B 134/​15

  1. BFH, Beschluss vom 12.07.2012 – I B 131/​11, BFH/​NV 2012, 1815[]
  2. vgl. BFH, Beschluss vom 11.05.2011 – V B 113/​10, BFH/​NV 2011, 1523[]
  3. so schon BFH, Beschluss vom 18.03.1997 – X B 115/​96, BFH/​NV 1997, 570, unter 2.[]